Alexander V.                                  König von Makedonien (297-295 v.u.Z.)
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um 312 v.u.Z. 294 v.u.Z. ermordet
                          Larissa
 

3. Sohn des Diadochen Kassandros und der Thessalonike, Tochter von König Philipp II.
 

Thiele, Andreas: Tafel 239
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ALEXANDER V.
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    † 294 v.u.Z. ermordet

Alexander V. folgte 296 v.u.Z. unter der Regentschaft der Mutter, mußte 295 v.u.Z. dem Bruder Antipatros II. die Mitherrschaft zugestehen, was zu ständigen Bruderkriegen führte. Er stützte sich zuerst auf die Könige Demetrios I. von Makedonien und Pyrrhos I. von Epiros, denen er Gebiete abgeben mußte. Er wurde von Demetrios ermordet, als er weitere Hilfe von ihm ablehnte. Seine Regierungszeit markierte eine Verfallszeit.

  oo LYSANDRA VON ÄGYPTEN
       um 320 v.u.Z. 283 v.u.Z. ermordet

Tochter des Königs Ptolemäus I. (ihre 2. Ehe: oo Agathokles von Thrakien, Sohn des Königs Lysimachos



Alexander V. war der Lieblingssohn seiner Mutter und mußte nach deren Ermordung die Flucht vor seinem Bruder Antipatros ergreifen. Er rief Pyrrhos zu Hilfe und wurde auf Befehl des Demetrios I. Poliorketes bei einem Gastmahl ermordet.

Bengtson Hermann: Seite 79
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"Herrschergestalten des Hellenismus."

Makedonien hatte seit Kassanders Tod eine schlimme Zeit hinter sich. Die überragende Figur war die Königin-Witwe Thessalonike, eine Tochter des Makedonen-Königs Philipp II., gewesen. Ihre Söhne von Kassander, Philippos, Antipater und Alexander, standen ganz unter ihrem Einfluß. Es gab viel Streit im Königshause. Schließlich ließ Antipater die eigene Mutter einfach umbringen, auch hier war es um die Macht gegangen. Alexander hatte den Epiroten Pyrrhos zu Hilfe gerufen, der sich das westliche Makedonien als Preis für seine Hilfe übergeben ließ. Aber auch Demetrios I. war im Anmarsch auf Makedonien. Er traf mit dem jungen Alexander in Dion zusammen, aber nicht die beiden Könige allein, sie hatten ihre Truppen mitgenommen, so dass die kleine Stadt das Aussehen eines Heerlagers hatte. Alexander aber geleitete seinen Gast nach Thessalien, und hier, in Larissa, kam es zur Katastrophe. Demetrios ließ den jungen König der Makedonen, dessen Namen so viel versprochen hatte, kurzerhand umbringen. Es wird berichtet, dass Alexander die Absicht gehabt hatte, am nächsten Tag seinen Gast Demetrios zu ermorden. Wäre diese Überlieferung zutreffend, so wäre Demetrios bis zu einem gewissen Grade gerechtfertigt. Aber es bleiben Zweifel, und wahrscheinlich handelt es sich hier nur um eine Schutzbehauptung des Demetrios.

Bengtson Hermann: Seite 109
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

In Makedonien regierte nach Kassanders Tod zunächst Philippos, sein ältester Sohn; aber seine Herrschaft dauerte nur kurze Zeit, dann starb er. Es folgte eine Vormundschaftsregierung der Witwe Thessalonike für ihre Söhne Antipaterund Alexander. Unter ihnen kam es sogar zu einer Teilung Makedoniens, ein Vorgang, den man im Lichte des territorialen Denkens jener Zeit sehen muß. Der ältere Sohn aber war unzufrieden. Er ließ seine Mutter, die angeblich den jüngeren Sohn bevorzugt hatte, kurzerhand umbringen. Alexander, der jüngere Bruder, entfloh und stellte sich unter den Schutz des Pyrrhos. Dieser aber machte sich die Notlage Alexanders zu nutzen. Er ließ sich die Landschaften Tymphaia und Parauaia übereignen, dazu die Rechte auf Ambrakia, Akarnanien und Amphilochien. Pyrrhos hat Ambrakia zu seiner Residenz ausgebaut. Auch Lysimachos blieb nicht untätig. Er mischte sich in den Thronstreit ein. Am liebsten hätte er den Bruderzwist durch eine gütliche Vereinbarung aus der Welt geschafft, aber Pyrrhos war zu einer Verständigung nicht bereit.
Auf den Hilferuf Alexanders V. eilte Demetrios aus der Peloponnes nach Makedonien. Es kam zu einem Treffen der beiden Könige in Dion in Makedonien. Die folgenden dramatischen Ereignisse kennen wir aus Plutarch, wo sie eine ausführliche Darstellung gefunden haben. Aus ihr geht hervor, dass Demetrios die Beseitigung Alexanders von langer Hand vorbereitet hatte. In dem thessalischen Larisa wurde Alexander durch einen Leibwächter des Demetrios niedergemacht; auch seine Freunde wurden in den Hades geschickt. Wie es heißt, soll einer von ihnen vor seinem Tod noch ausgesagt haben, Demetrios sei Alexander um einen einzigen Tag zuvorgekommen.

Droysen Johann Gustav: Band II Seite 379,384-386
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"Geschichte des Hellenismus."

Ptolemaios seinerseits mußte eilen, in Europa eine Macht zu begründen, die der des Demetrios entgegenzutreten vermochte; Makedonien war in den Händen eines Knaben, Lysimachos zu sehr für den eigenen und des Eidams Vorteil bedacht, der mit dem gegenüber Ptolemaios durch Verlobung seiner Tochter Lysandra mit dem jüngeren makedonischen Prinzen Alexandros nur eben einigen Einfluß gewann.
In Makedonien war seit dem Tode des jungen Königs Philippos entsetzliches Wirrsal in dem Hause des Kassandros. Sein zweiter Sohn, Antipatros, hatte das Reich erhalten; kaum dem Knabenalter entwachsen, mochten er und sein Bruder Alexandros noch unter der Obhut ihrer Mutter Thessalonike, der Tochter des großen Philipp, stehen; schon jetzt waren sie vermählt, der ältere, Antipatros, mit Lysimachos Tochter Eurydike, Alexandros mit Lysandra, der Tochter des Ptolemaios. Bald entstand zwischen den jungen Brüdern Eifersucht und Zweitracht; Antipatros beklagte sich, die Mutter suche den Vorteil ihres Lieblings Alexandros, ihm wolle sie das ganze Reich zuwenden; er ermordete seine Mutter, die Letzte aus König Philipps Geschlecht. Dies mag Anfang des Jahres 295 geschehen sein. Alexandros rettete sich durch die Flucht; er wandte sich an Demetrios, ihn um Beistand zu bitten; den fesselten für den Augenblick noch die hellenistischen Angelegenheiten. Nun floh Alexandros nach Epeiros; Pyrrhos sagte ihm Hilfe zu, forderte aber dafür von den altmakedonischen Ländern Tymphaia und Parauaia, von den neuerworbenen Akarnanien, Amphilochien und Ambrakia, die größte der  griechischen Städte in jener Gegend. Alexandros willigte ein, Pyrrhos besetzte die Landschaften. Darauf zog er mit Heeresmacht aus, Alexandros nach Makedonien zu führen; Antipatros flüchtete mit seiner Gemahlin nach Thrakien, bei ihrem Vater Beistand zu finden. Mit den Geten im Kampf, vermochte Lysimachos nicht, Hilfe zu gewähren; er wünschte um jeden Preis den Frieden wiederhergestellt, bevor Demetrios sich einmischte. Alexandros wurde leicht gewonnen, aber wie den jungen „Adler“ im Fluge hemmen? Durch einen Betrug eigener Art hoffte Lysimachos es zu können; er wußte, wie großen Einfluß Ptolemaios über Pyrrhos hatte; er schrieb einen falschen Brief unter Ptolemaios Namen an Pyrrhos, in dem er diesen aufforderte, gegen 300 Talente, die Antipatros zahlen werde, vom Kriege abzustehen. Pyrrhos erkannte den Betrug und schloß trotzdem den Frieden. Bei einem Treffen der drei Könige lehnte Pyrrhos den Frieden ab und die beiden Brüder scheinen Makedonien geteilt oder gemeinsam besessen zu haben.
Jetzt kam Demetrios mit Heeresmacht aus Griechenland herangezogen. Wie gern wäre Alexandros des Helfers los gewesen, den er vor wenigen Monaten selbst gerufen! Er hatte des Molossers Hilfe teuer genug bezahlt; jetzt war er mit seinem Bruder in Frieden, ein neuer Krieg konnte nur neue Verluste bringen. Der junge König eilte Demetrios an die Süd-Grenze nach Dion entgegen, empfing ihn dort mit höchsten Ehrenbezeigungen. Von Alexandros zu einem Gastmahl geladen, erfuhr Demetrios von einem jungen Manne, dass man ihn nach dem Leben trachte, dass er über der Tafel ermordet werden solle. Er stand sehr früh von der Tafel auf und verkündete am anderen Tag seinen Aufbruch. Alexandros bat um die Ehre, ihn mit seinem Heere nach Thessalien begleiten zu dürfen; seine Absicht war, durch den Schein des Zutrauens, indem er bei Demetrios und inmitten seines Heeres bleibe, desto sicherer Gelegenheit zur Ausführung seines Planes zu finden. Demetrios kam ihm zuvor; sie waren nach Larissa gekommen, dort lud er Alexandros zur Tafel; Alexandros kommt, man speist; dann steht plötzlich Demetrios auf; Alexandros, in der Furcht, dies sei das Zeichen, steht mit auf, folgt Demetrios auf dem Fuße nach, der Türe zu; hinausgehend ruft dieser den Wachen zu: „Trefft den hinter mir“, und geht hinaus; umsonst versuchen Alexandros Begleiter, ihn zu retten; im Saale werden sie mit ihm ermordet; sterbend verwünscht er es, dass er nicht bis zum andern Tag gelebt, das würde Demetrios statt seiner hier liegen.
 
 
 
 

 300 v.u.Z.
  oo 1. Lysandra, Tochter des Königs Ptolemaios I.
           um 320 v.u.Z. 283 v.u.Z.
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 109 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 32,79,95,96 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band II Seite 379,384-386 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 431 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 239 -