Jüngerer Sohn des Königs Arybbas
von Epeiros aus dem Hause der AIAKIDEN
Thiele, Andreas: Tafel 243
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
AIAKIDES
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† um 312 v.u.Z. gefallen
Aiakides wurde vom
Vater bevorzugt und im Jahre 342 v.u.Z. zusammen mit ihm von Philipp
II. von Makedonien vejagt. Er lebte jahrelang im Exil in Athen
und folgte um 319/17 v.u.Z. als König der Molosser von Epiros
und nutzte den Tod des Reichsverwesers Antipatros I. aus. Er war
vorher Parteigänger des Reichsverwesers Polyperchon, lehnte
sich an König Kassandros von Makedonien an
und fiel später von ihm ab. Es war eine Zeit von Bürgerkriegen
gegen den Neffen Neoptolemos II., den
er verdrängte. Aiakides I. wurde
315 v.u.Z. von diesem verdrängt und fiel bei einem Rückeroberungsversuch
gegen Kassandros in der Schlacht bei
Oiniadai.
Droysen Johann Gustav: Band II Seite 33,151,154,229
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"Geschichte des Hellenismus."
Wie es scheint, hatte besonders der Hipparch Menom,
dessen Tochter Phthia mit König
Aiakidas von Epeiros vermählt war, diesen Übertritt
bewirkt. Durch diesen Treuebruch war Antipatros nicht nur vollkommen
außerstande gesetzt, den Verbündeten gegenüber das Feld
zu halten, sondern die Verbindung mit Makedonien war ihm gesperrt.
Während Kassandros
zur Peloponnes hinabzog, hatte sich Polyperchon mit dem König
Aiakidas
von Epeiros in Verbindung gesetzt, ihn veranlaßt, seine
Epiroten aufzubieten, um mit ihm vereinigt die
Königin Olympias
und den jetzt 6-jährigen Sohn Alexanders
nach Makedonien zurückzuführen; es wurde ihm die einstige Vermählung
seiner
Tochter Deidameia mit Alexander
versprochen.
Auf die Nachricht, dass Aiakidas
von Epeiros mit bedeutendem Heere zum Entsatz der Königin
herankommen werde, schickte Kassandros
Atarrhias mit einem Teil des Heeres dem Epeiroten entgegen in so beschleunigten
Märschen, dass die Pässe nach Epeiros vor Ankunft der Epeiroten
besetzt waren. Hatten sich diese schon unwillig dem Aufgebot ihres Fürsten
gestellt, so murrten sie jetzt, da sie an den Feind und in die Pässe
sollten, noch lauter, begannen endlich offene Meuterei; Aiakidas
entließ
die, welche nicht weiter folgen wollten, um mit den Kampfbereiten desto
sicherer Pydna zu erreichen; die Zahl derer, die bei ihm blieben, war zu
klein, als dass er mit ihnen den Durchzug hätte erzwingen können.
In Epeiros aber brachten es die Heimgekehrten zu allgemeinen Aufstand;
es wurde, zum ersten Male der König durch allgemeinen Beschluß
für abgesetzt erklärt; viele seiner Freunde wurden getötet,
andere retteten sich durch die Flucht, mit des Königs einzigen Sohn
Pyrrhos,
damals in einem Alter von zwei Jahren, flüchteten einige Getreue unter
großen Gefahren in das Land des Taulantiner-Fürsten Glaukias.
Da kam die Nachricht, dass Aiakides,
den die Epeiroten vor drei Jahren vertrieben hatten, in das Land zurückgekehrt
und von seinen Untertanen, die der makedonischen Herrschaft satt sein mochten,
wieder aufgenommen sei; auch trugen sie Kassandros
darauf an, ihre früheren Verhältnisse, da die Mißhelligkeiten
mit dem König beigelegt seien, wiederherstellen zu dürfen. Natürlich
wurde das abgeschlagen, und Philippos erhielt den Befehl, sofort
gegen Aiakides aufzubrechen und - bevor
er Zeit habe, sich mit den Aitolern in Verbindung zu setzen - ihn ganz
zu vernichten. Philippos eilte dorthin und begann, obschon ihm eine
bedeutende und wohlgeordnete Heeresmacht gegenüberstand, sofort das
Gefecht; es entschied sich für ihn, viele Feinde wurden getötet,
viele gefangen, unter ihnen 50 von der Partei, welcher Aiakides
seine Heimkehr dankte. Indes hatte sich der König mit dem Rest des
epeirotischen Heeres südwärts zu den Aitolern geflüchtet;
dahin folgte Philippos, in der Gegend von Oiniadai kam es zum Gefecht,
zum zweiten Male siegte Philippos, unter den massenhaft Gefallenen
war Aiakides selbst.
oo Phthia, Tochter des Menon aus Thessalien
†
Kinder:
Pyrrhos I.
319 v.u.Z. † 272 v.u.Z.
Troas
†
Deidameia
um 325/20 v.u.Z. † 298 v.u.Z.
1. oo Alexander IV. König von Makedonien
323 v.u.Z. † 310 v.u.Z.
303 v.u.Z.
2. oo 3. Demetrios I. Poliorketes
337 v.u.Z. † 283 v.u.Z.
Literatur:
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Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große.
Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag München
1997 Seite 83 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus.
Primus Verlag 1998 Band II Seite 33,151,154,229 - Thiele, Andreas:
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte
Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 243 -