Sohn des Königs Eudamidas
II. von Sparta aus der Familie der EURYPONTIDEN
und der Agesistrata
Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 20
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Agis IV., EURYPONTIDE, König von Sparta
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* etwa 262 v. Chr. †
Als er 244 v. Chr. den Thron bestieg, versuchte er, soziale und ökonomische Reformen durchzusetzen. Die Gebiete Spartas wurden von etwa 100 Familien beherrscht, die Zahl der Bürger war auf 700 zurückgegangen, und viele waren hoch verschuldet. 243 v. Chr. brachte der Ephor Lysandros, ein Anhänger Agis‘, den Antrag ein, die Schulden zu tilgen und die Anzahl der Staatsbürger zu vergrößern. Zunächst konnte der Widerstand gegen diese Reform überwunden werden, doch ging nach dem Streichen der Hypotheken die Unterstützung von Agis‘ einflußreichem und wohlhabenden Onkel Agesilaos verloren. In der Abwesenheit des Agis kehrte der Mit-König Leonidas nach Sparta zurück, und als Agis IV. heimkehrte, wurde er gefangen und hingerichtet. Agis‘ Witwe heiratete Kleomenes III. (den Sohn des Leonidas), der dannAgis‘ Ideal von der Rückkehr zur Lykurgischen Verfassung verwirklichte.
Literatur:
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Plut. Agis; A, Fuks, Cph, 1962,161-166; Athenaeum, 1962,
244-263.
Sohn Eudamidas‘ II. aus der Dynastie der EUROPONTIDEN
Scheiterte an seinen Plänen zu Sozialreformen und Bodenverteilung; wurde auf Betreiben seines Mit-Königs Leonidas II. hingerichtet. Eine Biographie verfaßte Plutarch.
Literatur:
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Hadas, M.: The sociel revolution in third-century Sparta.
In: The Classical Weekly (1932/33), 9 (= Nr. 699), S. 65 u. 10 (= Nr. 700)
S. 75.
König von Sparta 245-241 v.u.Z.
Agis IV. begann mit
der Durchführung einer sozialökonomischen Reform (Aufteilung
des adligen Großgrundbesitzes an die landlosen Spartaner, Neuordnung
der Vermögensverhältnisse, Wiedereinführung der strengen
Lebensregeln und der straffen militärischen Erziehung wie zur Zeit
des Lykurg) mit dem Ziel, Spartas wirtschaftliche
und militärische Stellung in Griechenland zu stärken. Agis'
Pläne
wurden jedoch von Leonidas II. hintertrieben.
Agis
wurde von Ephoren und Geronten
ermordet. Sein Reformprogramm wurde
von Kleomenes III. fortgesetzt.
Die Situation, die Agis
im Jahre 245 bei seinem Regierungsantritt vorgefunden hatte, war geradezu
erschütternd. Es gab in Lakedaimon nur noch etwa 700 Vollbürger
(Spartiaten), und von ihnen besaßen nur noch 100 einen Kleros, ein
Landlos. Von der prinzipiellen Gleichheit der Bürger konnte unter
diesen Umständen überhaupt nicht mehr die Rede sein. Auch von
der spartanischen Staatserziehung, der Apoge, war nur noch ein Schatten
übriggeblieben. Die Reichen führten ein Leben voll von Luxus
und Vergnügungen, die anderen lebten in Armut, irgendwelche Möglichkeiten
der Expansion des spartanischen Staates waren nicht vorhanden, Messenien
war längst verloren gegangen (schon im Zeitalter des Epameinondas,
das mehr als 100 Jahre zurücklag), alle Versuche, Messenien und seine
Bewohner, die als Arbeitssklaven (Heloten) verwandt worden waren, wieder
zurückzugewinnen, waren im Sande verlaufen.
Agis IV., der Sohn
des Eudamidas II., hatte in einer Bodenreform
das letzte Mittel gesehen, den spartanischen Staat zu reformieren. Er rüttelte
damit an den Grundfesten der spartanischen Staatsordnung, aber es blieb
ihm keine andere Wahl, denn niemand unter den reichen Landbesitzern war
gewillt, aus freien Stücken auf einen Teil seines Grund und Bodens
zu verzichten.
Der spartanische Staat hatte zwei Könige, einen
aus dem Haus der AGIADEN, und einen
aus dem Haus der EURYPONTIDEN.
Agis war ein EURYPONTIDE,
sein Mit-König Leonidas ein AGIADE.
Dieser aber stand der Agrarreform ganz ablehnend gegenüber. Und da
gab es noch fünf Ephoren, deren Einfluß auf die Politik von
großer Bedeutung war. Ohne Zustimmung des Ephorats waren Reformen
in Sparta unmöglich, und man braucht sich daher nicht zu wundern,
wenn Agis den Hebel beim Ephorat ansetzte
und versuchte, wenigstens einige Ephoren auf seine Seite zu ziehen. Aber
er hatte nur bei einem einzigen einen Erfolg, bei Lysandros, der
ihm von Hause aus gewogen war.
Die von Agis vorgeschlagenen
Reformen waren radikal: das ganze Land im Tal des Eurotas sollte den spartanischen
Vollbürgern zur Verfügung gestellt werden, insgesamt waren es
45.00 Ackerlose (Kleroi). Die Zahl der Vollbürger sollte durch Periöken
(‚Umwohnende‘) und andere ergänzt und auf diese Zahl gebracht werden.
Das übrige Land wollte man in 15.000 Klerois teilen und den Periöken
zur Verfügung stellen. König Agis
selbst ging mit gutem Beispiel voran: er gab einen großen Teil seines
eigenen Landes für die Bodenreform frei, außerdem stiftete er
noch 600 Talente, die wohl als Betriebskapital dienen sollten. Gegen die
Pläne des Königs erhob sich starker Widerstand. Agis
wußte sich schließlich nicht anders zu helfen, als dass er
den Weg der Gewalt einschlug: die Ephoren wurden außer Landes gejagt,
auch der König Leonidas, dessen
Haltung undurchsichtig war, mußte sich in die Fremde, nach Tegea,
begeben, aber Agis hatte in seinem
ehemaligen
Parteigänger Agesilaos einen Gegner
gefunden, der zum Ephoren gewählt, sich der Reform ganz entschieden
widersetzte. Der Reformversuch mußte bereits als gescheitert betrachtet
werden, als es den Gegnern gelang, Agis
in Sparta festzunehmen. Er wurde in einem Schnellverfahren zum Tode verurteilt
und umgebracht (Herbst 241). Der König hatte den Widerstand
bei weitem unterschätzt; er hatte es vor allem versäumt, das
Ephorat für seine Pläne zu gewinnen. Überhaupt hatte Agis
zu
viel auf einmal gewollt.
oo 1. Agiatis, Tochter des Gylippos
† 223 v.u.Z.
Sie war die
schönste Frau Griechenlands.
Kinder:
Eurydamidas
241 v.u.Z. † 227 v.u.Z.
Literatur:
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Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus.
Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 167, 182 - Droysen Johann
Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band III Seite 127,
218,273, 274,275,281,282,283,393,489 - Errington Malcolm: Geschichte
Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 162 - Fox
Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig
1990 Seite 135,146,161,163,174,191,294 - Grant, Michael: Von Alexander
bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG,
Bindlach 1984 Seite 22,41,43,116,144,232 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS.
Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 736 -