Agis IV.                                          König von Sparta (245-241 v.u.Z.)
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265 v.u.Z. 241 v.u.Z. ermordet
Sparta          Sparta
 

Sohn des Königs Eudamidas II. von Sparta aus der Familie der EURYPONTIDEN und der Agesistrata
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 20
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Agis IV., EURYPONTIDE, König von Sparta
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* etwa 262 v. Chr.

Als er 244 v. Chr. den Thron bestieg, versuchte er, soziale und ökonomische Reformen durchzusetzen. Die Gebiete Spartas wurden von etwa 100 Familien beherrscht, die Zahl der Bürger war auf 700 zurückgegangen, und viele waren hoch verschuldet. 243 v. Chr. brachte der Ephor Lysandros, ein Anhänger Agis, den Antrag ein, die Schulden zu tilgen und die Anzahl der Staatsbürger zu vergrößern. Zunächst konnte der Widerstand gegen diese Reform überwunden werden, doch ging nach dem Streichen der Hypotheken die Unterstützung von Agis einflußreichem und wohlhabenden Onkel Agesilaos verloren. In der Abwesenheit des Agis kehrte der Mit-König Leonidas nach Sparta zurück, und als Agis IV. heimkehrte, wurde er gefangen und hingerichtet. AgisWitwe heiratete Kleomenes III. (den Sohn des Leonidas), der dannAgis Ideal von der Rückkehr zur Lykurgischen Verfassung verwirklichte.

Literatur:
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Plut. Agis; A, Fuks, Cph, 1962,161-166; Athenaeum, 1962, 244-263.



Lexikon Alte Kulturen: Band I Seite 42
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Agis IV., spartanischer König 244-241
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Sohn Eudamidas‘ II. aus der Dynastie der EUROPONTIDEN

Scheiterte an seinen Plänen zu Sozialreformen und Bodenverteilung; wurde auf Betreiben seines Mit-Königs Leonidas II. hingerichtet. Eine Biographie verfaßte Plutarch.

Literatur:
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Hadas, M.: The sociel revolution in third-century Sparta. In: The Classical Weekly (1932/33), 9 (= Nr. 699), S. 65 u. 10 (= Nr. 700) S. 75.



Lexikon der Antike: Seite 22
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Agis IV.
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König von Sparta 245-241 v.u.Z.

Agis IV. begann mit der Durchführung einer sozialökonomischen Reform (Aufteilung des adligen Großgrundbesitzes an die landlosen Spartaner, Neuordnung der Vermögensverhältnisse, Wiedereinführung der strengen Lebensregeln und der straffen militärischen Erziehung wie zur Zeit des Lykurg) mit dem Ziel, Spartas wirtschaftliche und militärische Stellung in Griechenland zu stärken. Agis' Pläne wurden jedoch von Leonidas II. hintertrieben. Agis wurde von Ephoren und Geronten ermordet. Sein Reformprogramm wurde von Kleomenes III. fortgesetzt.



Bengtson Hermann: Seite 167
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"Herrschergestalten des Hellenismus."

Die Situation, die Agis im Jahre 245 bei seinem Regierungsantritt vorgefunden hatte, war geradezu erschütternd. Es gab in Lakedaimon nur noch etwa 700 Vollbürger (Spartiaten), und von ihnen besaßen nur noch 100 einen Kleros, ein Landlos. Von der prinzipiellen Gleichheit der Bürger konnte unter diesen Umständen überhaupt nicht mehr die Rede sein. Auch von der spartanischen Staatserziehung, der Apoge, war nur noch ein Schatten übriggeblieben. Die Reichen führten ein Leben voll von Luxus und Vergnügungen, die anderen lebten in Armut, irgendwelche Möglichkeiten der Expansion des spartanischen Staates waren nicht vorhanden, Messenien war längst verloren gegangen (schon im Zeitalter des Epameinondas, das mehr als 100 Jahre zurücklag), alle Versuche, Messenien und seine Bewohner, die als Arbeitssklaven (Heloten) verwandt worden waren, wieder zurückzugewinnen, waren im Sande verlaufen.
Agis IV., der Sohn des Eudamidas II., hatte in einer Bodenreform das letzte Mittel gesehen, den spartanischen Staat zu reformieren. Er rüttelte damit an den Grundfesten der spartanischen Staatsordnung, aber es blieb ihm keine andere Wahl, denn niemand unter den reichen Landbesitzern war gewillt, aus freien Stücken auf einen Teil seines Grund und Bodens zu verzichten.
Der spartanische Staat hatte zwei Könige, einen aus dem Haus der AGIADEN, und einen aus dem Haus der EURYPONTIDEN. Agis war ein EURYPONTIDE, sein Mit-König Leonidas ein AGIADE. Dieser aber stand der Agrarreform ganz ablehnend gegenüber. Und da gab es noch fünf Ephoren, deren Einfluß auf die Politik von großer Bedeutung war. Ohne Zustimmung des Ephorats waren Reformen in Sparta unmöglich, und man braucht sich daher nicht zu wundern, wenn Agis den Hebel beim Ephorat ansetzte und versuchte, wenigstens einige Ephoren auf seine Seite zu ziehen. Aber er hatte nur bei einem einzigen einen Erfolg, bei Lysandros, der ihm von Hause aus gewogen war.
Die von Agis vorgeschlagenen Reformen waren radikal: das ganze Land im Tal des Eurotas sollte den spartanischen Vollbürgern zur Verfügung gestellt werden, insgesamt waren es 45.00 Ackerlose (Kleroi). Die Zahl der Vollbürger sollte durch Periöken (‚Umwohnende‘) und andere ergänzt und auf diese Zahl gebracht werden. Das übrige Land wollte man in 15.000 Klerois teilen und den Periöken zur Verfügung stellen. König Agis selbst ging mit gutem Beispiel voran: er gab einen großen Teil seines eigenen Landes für die Bodenreform frei, außerdem stiftete er noch 600 Talente, die wohl als Betriebskapital dienen sollten. Gegen die Pläne des Königs erhob sich starker Widerstand. Agis wußte sich schließlich nicht anders zu helfen, als dass er den Weg der Gewalt einschlug: die Ephoren wurden außer Landes gejagt, auch der König Leonidas, dessen Haltung undurchsichtig war, mußte sich in die Fremde, nach Tegea, begeben, aber Agis hatte in seinem ehemaligen Parteigänger Agesilaos einen Gegner gefunden, der zum Ephoren gewählt, sich der Reform ganz entschieden widersetzte. Der Reformversuch mußte bereits als gescheitert betrachtet werden, als es den Gegnern gelang, Agis in Sparta festzunehmen. Er wurde in einem Schnellverfahren zum Tode verurteilt und umgebracht (Herbst 241). Der König hatte den Widerstand bei weitem unterschätzt; er hatte es vor allem versäumt, das Ephorat für seine Pläne zu gewinnen. Überhaupt hatte Agis zu viel auf einmal gewollt.
 
 
 
 

  oo 1. Agiatis, Tochter des Gylippos
                223 v.u.Z.

        Sie war die schönste Frau Griechenlands.
 
 
 
 

Kinder:

  Eurydamidas
  241 v.u.Z. 227 v.u.Z.
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 167, 182 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band III Seite 127, 218,273, 274,275,281,282,283,393,489 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 162 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 135,146,161,163,174,191,294 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984 Seite 22,41,43,116,144,232 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 736 -