Agesistrata                                      Königin von Sparta
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     241 v.u.Z.
 

Tochter des N.N. und der Archidameia
 

Droysen Johann Gustav: Band III Seite 277,285
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"Geschichte des Hellenismus."

Entschieden die größte Schwierigkeit hatte man seitens der Frauen zu besorgen; in ihen war der ganze Stolz eines uralten glorreichen Adels, einer ausschließenden Berechtigung zur Herrschaft lebendig; mit Eifersucht wachten sie über die Rechte der alten Geschlechter; sie übten über die Männer um so stärkeren Einfluß. Je weiter sich diese von der alten Spartanerweise entfernt hatten; dazu kam, dass infolge eines schon über ein Jahrhundert bestehenden Mißbrauchs in den Händen der Frauen endlich über zwei Fünftel des gesamten Landbesitzes waren. Zunächst versuchte Agis seine Mutter Agesistrata zu gewinnen, welche durch ihren Reichtum, durch die Menge ihrer Freunde, ihr Verschuldeter, von ihrer Unterstüzung Lebender außerordentlichen Einfluß auf die öffentlichen Angelegenheiten besaß; nicht ohne große Mühe ward sie von ihrem Sohn und ihrem Bruder Agesilaos gewonnen, dann aber auch die eifrigste Förderin des Planes. Aber umsonst suchte sie die anderen Frauen zu gewinnen.
Während dies drinnen vorging, war Amphares an die Pforte geeilt, wo des Königs Mutter und Großmutter mit immer lauterer Heftigkeit öffentliche Untersuchung, ihres Sohnes Verteidigung vor den Bürgern forderten. Es werde ihm kein Leid geschehen, versicherte Amphares; Agesistrata forderte er auf, hineinzukommen zu ihrem Sohn, sich selbst zu überzeugen. Sie bat, aus Freundschaft für sie möge er auch ihrer Mutter den Eintritt gestatten. Beide gingen hinein, dann ward die Pforte geschlössen. In die Kammer, den Agis zu sehen, führte Amphares zuerst die greise Archidameia; sofort ward sie ergriffen, der Strang um ihren Nacken geschlungen. Dann befahl er der Mutter hineinzugehen; da sah sie den ermordeten Sohn am Boden, die Mutter aufgeknüpft; sie half den Henkersknechten ihren Leib abzunehmen, ihn neben den des Sohnes legen; dann küßte sie diesen, klagte um seinen zu edlen, zu milden Sinn, der ihm und den Seinen den Untergang bringe. Da trat Amphares in die Tür der Kammer: wenn sie Agis Verbrechen gut heiße, so möge sie auch seine Strafe teilen; er befahl auch sie zu erwürgen.
 
 
 
 

  oo Eudamidas II. König von Sparta
            
 
 
 
 

Kinder:

  Agis IV. König von Sparta
  265 v.u.Z. 241 v.u.Z. ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band III Seite 277,285 -