Tiberios II.                                  Kaiser von Byzanz (698-705)
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    15.2.706 hingerichtet
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 761
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Tiberios II., byzantinischer Kaiser
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Geburtsort und -zeit unbekannt, 706

Trug bis zur Thronbesteigung den NamenApsimaros‘, was auf iranische oder armenische Abkunft hindeutet. Als Drungarios des Flottenverbandes des Kibyrraioten (Ägäis) begleitete er 697 im Auftrag des Kaisers Leontios den Patrikios Johannes mit dem Ziel einer Rückeroberung Nord-Afrikas und wurde nach der Ermordung des Johannes auf Kreta zum Kaiser ausgerufen (698). Tiberios II. brach den Flottenfeldzug ab, kehrte in die Hauptstadt zurück, setzte Leontios ab und nahm ihn nach Verstümmelung in Klosterhaft. Seine Regierungszeit, über die nur Theophanes und Nikephoros Patriarches berichten, ist gekennzeichnet von militärischen Unternehmungen gegen die Araber (teilweise unter Führung seines Bruders Herakleios als 'monostrategos') und einer straffen Verwaltungsführung. Im Sommer 705 flohTiberios II. vor dem herannahenden früheren Kaiser Justinian II., wurde aber ergriffen und (im Winter?) in Konstantinpel hingerichtet.



Tiberios Apsimaros war Kommandant in Kilikien, als die Armee ihn an des Leontius Stelle zum Kaiser ausrief; er bemächtigte sich Konstantinopels. Gleich nach seiner Thronbesteigung schickte er seinen Bruder Heraklios gegen die Araber, und dieser erfocht am 28.4.704 einen glänzenden Sieg in Kilikien. Im März 705 eroberte Justinian II., mit bulgarischer Hilfe Konstantinopel, nahm Tiberios gefangen und ließ ihn hinrichten.

Thiele, Andreas: Tafel 193
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

TIBERIOS III.
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    705 hingerichtet

Tiberios III. wurde Stratege von Kibyrraioton, Führer der Grünen, verjagte 698 den Kaiser Leontius und ließ sich selbst zum Kaiser ausrufen. Er war ganz machtlos und wurde 705 hingerichtet.



Norwich John Julius: Band I Seite 400
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Ironischerweise war es die nach Afrika gesandte Flotte, die Kaiser Leontius stürzte. Anstatt zurückzukehren und ihre Niederlage einzugestehen, entschlossen sich ihre Befehlshaber nämlich zur Revolte. Sie ernannten einen Drungarios (dessen Rang in etwa dem eines Vizeadmirals entspricht) aus ihren eigenen Reihen zum Basileus; dessen germanischer Name Apsimar wurde schnellstens in Tiberios geändert. Als die Flotte Konstantinopel erreichte, unterstützten die Grünen, die Leontios nie gemocht hatten, die Sache der Rebellen, und ihre Hilfe erwies sich als entscheidend. Der Unglückliche  verlor die Nase und soviel Haar, wie nötig war, um ihm eine Tonsur zu schneiden, und wurde in das Kloster Dalmatus gebracht.
Tiberios erwies sich als wesentlich effizienter. Mit Hilfe seines Bruders Herakleios stärkte er die See- und Landesverteidigung Anatoliens und marschierte im Jahre 700 im sarazenisch besetzten Syrien ein, um Teile Armeniens zurückzuerobern, wenn auch leider nur für kurze Zeit. In den Jahren 703/04 schlug er nacheinander mehrere in Kilikien eingefallen arabische Heere zurück und fügte ihnen schwere Verluste zu. Wäre er im Besitz des kaiserlichen Diadems geblieben, hätte er möglicherweise noch größeres zu leisten vermocht und sich einen ehrenvollen Platz unter den byzantinischen Kaisern erobert. Doch es war ihm nicht vergönnt. Im Jahre 705 wurde auch er gestürzt. Nach einem Jahrzehnt im Exil und trotz seines häßlichen Verstümmelungen war Justinian in die Hauptstadt zurückkehrt.
Als sich am folgenden Morgen die Nachricht verbreitete, der Kaiser sei wieder da und habe seinen Palast in Besitz genommen, floh Tiberios sofort nach Bithynien. Die Bevölkerung von Konstantinopel, vor die Alternative einer Kapitulation oder sofortigen Plünderung der Stadt durch fremde Horden gestellt, entschied sich höchst klugerweise für das erstere.
Tiberios wurde bald ergriffen und sein Vorgänger Leontios unter Protest aus dem Kloster geholt. Am 15. Februar 706 wurden die beiden dann wie Justinian zehn Jahre zuvor in Ketten durch die Stadt geführt, während ihre ehemaligen Untertanen nun sie mit Schmähungen bedachten und mit Schmutz bewarfen. Nach der vorgeschriebenen Runde stieß man sie vor den Kaiser, und dieser setzte beiden symbolisch einen Purpurstiefel auf den Nacken. Dann wurden sie zum Richtplatz geführt und der Henker hieb ihnen den Kopf ab.
Denn nun begann das Terrorregime. Eine noch schlimmere Orgie des Blutvergießens als jene, die Phokas 100 Jahre zuvor eingeleitet hatte. Paulus Diaconus drückt sich, in einer abfälligen Anspielung auf des Kaisers fehlende Nase, überaus deutlich aus: Er habe fast ebenso oft, wie er sich die Schleimtropfen von den Nasenlöchern wischte, die Hinrichtung eines weiteren Gegners angeordnet. Tiberios' Bruder Herakleios, der fähigste Feldherr des Reiches, den zu verlieren sich Justinian gar nicht leisten konnte, wurde mit all seinen Getreuen an einer entlang der Landmauer errichteten Reihe von Galgen erhängt.
 
 
 
 

 oo N.N.
         
 
 
 
 

Kinder:

  Theodosius Bischof von Ephesos
        
 
 
 
 

Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 400 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 193 -