Theodosius III.                               Kaiser von Byzanz (715-717)
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Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 642
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Theodosius III., byzantinischer Kaiser 1715-25. März 717
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Steuereinnehmer in Adramyttion, einer Hafenstadt an der Nordwest-Küste Kleinasiens, wurde (Sommer?) 715 von den gegen Anastasios II. rebellierenden Seetruppen des Themas Opsikion zum Kaiser ausgerufen. Seine kurze Regierungszeit (in die ein Friedensschluß mit den Bulgaren fällt) war gekennzeichnet von der dauernden Opposition des Generals des Themas  Anatolikon, Leon III., der ihn am 25. März 717 absetzte. Über Herkunft und Familie ist nur bekannt, daß er einen Sohn hatte, der mit ihm nach der Abdankung Kleriker wurde. Eine Identität mit dem späteren Metropoliten von Ephesos (754), der auch als Sohn des Kaisers Tiberios II. genant ist, ist eher unwahrscheinlich.



Thiele, Andreas: Tafel 194
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

THEODOSIUS III.
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    732

Theodosius III. war hoher Zivilbeamter und wurde 715 gegen seinen Willen zum Kaiser ausgerufen. Er wurde von seinem Nachfolger Leon III. beeinflußt, 717 von ihm abgesetzt und ins Kloster gesperrt.



Norwich John Julius: Band I Seite 420
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Die rebellierenden Truppen zogen von Rhodos nach Konstantinopel. Unterwegs ergriffen sie einen unscheinbaren, harmlosen Steuereintreiber namens Theodosios, den sie aus nicht ganz geklärten Gründen zum Kaiser ausrufen wollten. Als Theodosios von dieser Absicht hörte, war er klug genug, in die Berge zu fliehen. Er wurde jedoch aufgespürt und mit vorgehaltenem Schwert, wenn auch noch immer höchst widerwillig, gezwungen, die ebenso unerwartete wie unerwünschte Ehre anzunehmen. Dann erreichten die Rebellen die Hauptstadt, und Anastasios wurde nach ein paar Monaten erbitterter Kämpfe abgesetzt und zog sich in ein Kloster in Thessalonike zurück. Mit der Thronbesteigung von Theodosios III. konnte Byzanz auf nicht weniger als sechs Kaiser in gerade 20 Jahren zurückblicken.
 
 
 
 

Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 420 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 194 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 720 -