Begraben: Kloster Selymbria
Ältester Sohn des Megas Domestikos (Reichsmarschalls)
Andronikos
Palaiologos und der Theodora Palaiologina, Tochter von Despot
Alexios;
über seine Mutter Urenkel des Kaisers
Alexios
III. Angelos von Byzanz
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 599
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Michael VIII. Palaiologos, byzantinischer Kaiser 1. Januar
1259-11. Dezember 1281
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* 1224/25, † 11.
Dezember 1282
Nikaia oder Nymphaion bei Pachomiu (nahe Rhaidestos)
Sohn des Statthalters von Thessalonike unter
Johannes III. Dukas Vatatzes, an dessen Hof er aufwuchs. 1246
Komamndant
in Melnik und Serrhes, 1253 wegen Hochverrats eingekerkert, 1254 freigelassen,
gelobte er Treue und heiratete Theodora,
eine Großnichte des Kaisers. 1256 unter Theodor
II. Laskaris erneut verdächtigt, floh er zu den Selguqen,
kehrte aber 1257 begnadigt zurück. 1258 dirigierte er den Mord am
für Johannes IV. Laskaris eingesetzten
Regenten
Georgios Muzalon und ließ sich, unterstützt vom Patriarchen
Arsenios, zum regierenden Mit-Kaiser krönen. Der Sieg über
das Bündnis von Michael II. (Angelos)
Dukas Komnenos,
Manfred von Sizilien und Wilhelm
II. von Achaia in der Schlacht bei Pelagonia (1259) und die Wiedereroberung
von Konstantinopel 1261 festigten
Michaels VIII.
Palaiologos Stellung so, daß er sich als Haupt-Kaiser
krönen
ließ und
Johannes IV. blendete.
Arsenios,
der
Michael VIII. Palaiologos
exkommunizierte,
ließ er 1264 absetzen, aber erst Josef I. hob die Exkommunikation
auf (1267). Im Tausch gegen drei Festungen der Morea ließ Michael
VIII. Palaiologos 1262 Wilhelm II. frei und begann die
Wiedereroberung der Peloponnes. Da das 1261 mit Genua geschlossene Bündnis
sich nicht bewährte, schloß Michael
VIII. Palaiologos
sich 1268 wieder an Venedig an. Die größte
Herausforderung erwuchs
Michael VIII. Palaiologos,
als Karl I. von Anjou 1266 in Süd-Italien
und auf Sizilien die STAUFER ablöste
und die Eroberung Konstantinopels betrieb. Durch Verhandlungen und eine
Union mit Rom (Konzil von Lyon 1274) konnte
Michael
VIII. Palaiologos lange Zeit die Gefahr abwehren. Die Kehrseite
seiner Westpolitik waren Unfrieden im Reich durch Verfolgung der Unionsgegner
und Vernachlässigung des östlichen Reichsteils. Als Papst
Martin IV. 1281 Michael VIII. Palaiologos
wegen des Mißerfolgs der Union exkommunizierte, bekam Karl
von Anjou freie Hand, aber
Michael
VIII. Palaiologos hatte vorgesorgt durch Unterstützung
seiner Gegner auf Sizilien und der Eroberungspläne
Peters
III. von Aragon. Die Sizilianische Veser (30. März 1282)
und die Invasion Peters im August 1282
bannten für Byzanz die Gefahr aus dem Westen. Bald danach starb Michael
VIII. Palaiologos und hinterließ seinem Sohn Andronikos
(II.
Palaiologos) ein Reich in Unfrieden mit einem geschwächten
und bedrohten Ostteil. Eine Art Autobiographie Michaels
VIII. Palaiologos enthält die Vorrede zum Typikon, das
er dem Demetrioskloster in Konstantinopel schenkte.
Heerführer der LASKARIDEN-Dynastie,
riß nach dem Tod Kaiser
Theodoros' II. die Regentschaft
an
sich und verdrängte, in Nikaia zum Mit-Kaiser erhoben, den
jungen Kaiser Johannes IV. Laskaris.
Mit Hilfe der Genuesen eroberte Michael VIII.
Palaiologos 1261 Konstantinopel zurück, womit das Lateinische
Kaiserreich sein Ende fand. Auf dem Konzil zu Lyon (1274) versuchte er
eine Union mit der römischen Kirche herzusteleln.
MICHAEL VIII. PALIOLOGOS (DUKAS-ANGELOS-KOMENOS)
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* 1224/25, † 1282
Sohn des Megas Domestikos (= Reichsmarschall) Andronikos Palaiologos
Michael VIII. Palaiologos war kaiserlicher General und Heerführer und Gouverneur von Makedonien zu Serrhes-Melnik. Die Spannungen zu Serbien und Bulgarien nahmen wegen Makedonien zu und er wurde Stratege von Bithynien und Mesothynien und verschwor sich gegen den Kaiser von Nikäa und war 1256-1258 im Exil bei den Rumseldschuken. Er sicherte sich intrigenreich 1258 die Regentschaft in Nikäa, wurde dort Mit-Kaiser, behauptete sich gegen eine erdrückende Koalition von Sizilien, Serbien und Epiros und eroberte 1261 Konstantinopel, was das Ende des Lateinischen Kaiserreiches bedeutete. Er setzte sein Mündel Kaiser Johannes IV. ab, ließ es blenden und ins Kloster stecken und wurde alleiniger Kaiser. Michael VIII. schloß 1261 den Vertrag von Nymphaion mit Genua, mit dessen Hilfe er letztlich Konstantinopel zurückgewann. Er trat Galata ab, gestand völlige Steuerfreiheit und Handelssuprematie zu und begründete damit die erbarmungslose Feindschaft zwischen Venedig und Genua. Er mußte nach einem Handelskrieg gegen Venedig diesem 1268 alle alten Handelsprivilegien erneuern, sicherte Byzanz nochmals eine glanzvolle Vorrangstellung während des Interregnums und den politischen Wirren in Italien, konnte aber die allgemeine byzantinische Abwärtsentwicklung nicht aufhalten. Seine Hauptziele waren die Beendigung der byzantinischen Sonderherrschaften auf dem Balkan und in Kleinasien (Trapezunt) und die Verhinderung des Zusammengehens von Papsttum und ANJOU-Sizilien-Neapel. Michael VIII. gewann die Hoheit über Epiros-Ätolien, Achaia-Morea und Mistra, scheiterte gegen Athen und stand jahrelang unter großem Druck von ANJOU-Sizilien-Neapel und dessen Verbündeten Serbien und Bulgarien und spielte gegen diese seine Bündnispartner Ungarn und die Mongolen aus, die bis 1272 mehrmals verheerend einfielen. Er gewann wichtige Küstengebiete von Bulgarien zurück und hatte zeitweise große Gebiete an Bulgarien verloren. Um der drohenden Eroberung durch die ANJOUS zu begegnen, schloß er 1274 auf dem Konzil zu Lyon eine Kirchenunion mit Papst Gregor X. Er konnte den Verlust von Albanien-Durazzo nicht verhindern und die Union im Reich nicht durchsetzen, weshalb es zu starken innenpolitischen Unruhen kam. Michael VIII. wurde 1281 gebannt und rettete sich, indem er 1282 die "Sizilianische Vesper" gegen die ANJOUS entfachte, womit der Druck der ANJOUS endete. Venedig, Papst und die ANJOUS hatten 1281 ein Bündnis zur "Wiederherstellung des usurpierten Imperiums" geschlossen. Das Reich wurde durch ständige Finanzanstrengungen und Kriege entscheidend geschwächt, wie auch durch das verstärkte Eindringen westlich-politischen Gedankengutes. Michael VIII. war eine glanzvolle, schillernde Persönlichkeit.
1253
oo THEODORA
DUKAINA-BATATZAINA, Tochter des Johannes Batatzes (Haus NIKÄA)
† 1303
1253
oo Theodora Dukaina Vatatzes, Tochter des Johannes
um 1235/40
†
1303
Nichte des Kaisers Johannes III. von Nikäa
Kinder:
Manuel
um 1254 † 1259
Andronikos II.
1260 † 13.2.1332
Irene
†
oo Ivan Asen III. Zar von Bulgarien
† vor 1302
Konstantin der Purpurgeborene
nach 1260 † 1306
Eudokia
†
1302
1282
oo Johannes II. Kaiser von Trapezunt
1262/63 †
1297
Anna Palaiologina
†
um
1300
um 1278
oo Demetrios-Michael von Epiros
† nach 1304 verschollen
Theodor Dukas-Angelos-Komnenos
um 1263 † 1310
Illegitim
Euphrosyne
†
oo Nogaj Khan der Goldenen Horde
† 1293
Maria
†
nach 1307
1265
oo Abaga Ilchan
† 1282
Literatur:
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Babinger Franz: Mehmed der Eroberer. Weltenstürmer
einer Zeitenwende. R. Piper GmbH&Co. KG, München 1987 Seite 209
- BERTELSMANN Lexikon Geschichte 1991 Seite 525 - Browning
Robert: Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte des Byzantinischen
Weltreiches. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1982 Seite
166,168,187,191,194 - Hampe, Karl Dr. phil.: Geschichte Konradins
von Hohenstaufen. K.F. Koeler Verlag Leipzig 1894 Seite 93,221 - Herde
Peter: Karl I. von Anjou. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln
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Kurt-Ulrich: Europa und das römisch-deutsche Reich um 1300. Verlag
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Andreas: Die Anfänge der Regierung König Karls II. von Anjou
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Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts, Matthiesen Verlag 1999
Seite 30,32,43, 76-78,87,93 A,95,97,123,148 - Norwich
John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ
Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 10,237,240-246,248-258,262,267,
269,274,279-289,291,296,302,379,396,441 - Runciman Steven: Die Eroberung
von Konstantinopel 1453 C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München
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Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 210 -