Illegitimer Sohn des Sebastokrators Johannes
Dukas-Angelos
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 600
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Michael I. Dukas, Herrscher von Ep(e)iros 1204-1214
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†
Illegitimer Sohn des Sebastokrators Johannes
Dukas, Vetter der byzantinischen Kaiser
Isaak II. und
Alexios III.,
gehörte zu den vornehmen Geiseln, die die Byzantiner
Kaiser
FRIEDRICH I. zur Garantie des Friedens
von Adrianopel (1190) überstellten. Zwischen 1190 und 1195
Dux
und Anagrapheus
des kleinasiatischen Themas Melandudion und
Mylasa, lehnte er sich gegen den Kaiser auf und flüchtete zu den Selguqen.
Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer des 4. Kreuzzuges
(1204) schloß sich Michael I. Dukas Bonifaz
von Montferrat an, setzte sich aber bald von ihm ab und errichtete
im Gebiet von Epiros, mit Arta als Hauptort und dem Territorium des Themas
Nikopolis als Kernregion, ein unabhängiges Staatswesen, das zu einem
wichtigen Widerstandszentrum der Byzantiner gegen das Lateinische Kaiserreich
wurde. Trotz Abmachungen mit dem lateinischen Kaiser und Anerkennung der
vorübergehenden Lehnshoheit Venedigs (1210) betrieb Michael I.
Dukas eine expansive Politik nach Thessalien und in nordwestliche Richtung,
so daß sich der epirotische Machtbereich bei der Ermordung (wohl
Ende 1214, siehe ZR VI 27-28, 1989, 109f) von Naupaktos bis Dyrrhachion
(erobert 1212) ausdehnte.
MICHAEL I.
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† 1214
ermordet
unehelich
Michael I. Angelos war 1189 mit seinen Cousins
als Geisel bei Kaiser
FRIEDRICH I. BARBAROSSA. Er erwies sich später als sehr
fähig und begründete aus dem Zerfall des Byzantinischen Reiches
1204 das Despotat Epiros mit Ätolien, Arkanien und Teilen Albaniens.
Er errichtete einen gut organisierten Staat. Er war vorher Sebastos
und Herzog von Mylasaund Melanudion, unterstellte sich 1207 Papst
Innocenz III., 1210 Venedig und wurde ermordet.
Den beiden anderen Nachfolgestaaaten kam weniger Bedeutung
zu. Wegen ihrer jeweiligen geographischen Lage an der Adriaküste und
an der Südost-Küste des Schwarzen Meeres lagen sie zu weit abseits,
um auf den Gang der Dinge nachhaltig Einfluß nehmen zu können.
Auch ging ihnen das besondere Prestige ab, welches der Patriarchensitz
Nikäa verlieh. Das Despotat Epiros (um den späteren Namen
zu verwenden) wurde kurz nach der Einnahme Konstantinopels von einem gewissen
Michael
Komnenos Dukas gegründet; er gilt als unehelicher Sohn
Sebastokrator
Johannes Angelos Dukas' (Sohn der Kaiser-Tochter
Theodora und damit Enkel Alexios'
I. Komnenos) und ist dadurch ein Vetter Isaaks
II. und Alexios' III. In
Anbetracht der geschichtlichen Ereignisse überrascht es nicht, dass
weder er noch sein Vater sich je ANGELOS
genannt haben. Von seiner Hauptstadt Arta aus kontrollierte er die ganze
Nordwest-Küste Griechenlands und einen Teil Thessaliens.
oo NN.
†
Kinder:
Maria
†
1. oo Stephan II. König von Serbien
†
2. oo Konstantin Maliasenos, Gouverneur von Volos
†
Theodora
†
oo Maio Orsini Graf von Kephalonia
† um 1264
Tochter
†
oo Eustach von Hennegau-Flandern, Bruder von Kaiser
Balduin I.
† nach 1217
Illegitim
Michael II.
1205 † 1266/68
Literatur:
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Browning Robert: Byzanz. Roms goldene Töchter.
Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches. Gustav Lübbe Verlag
GmbH Bergisch Gladbach 1982 Seite 163 - Norwich John Julius: Byzanz.
Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf
und München 1993 Band III Seite 220 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 205 -