Eine Woche vor seinem Tod hatte Kaiser
Tiberios Maurikios, einen jungen Kappadokier, zu seinem Nachfolger
bestimmt und ihm gleichzeitig seine zweite Tochter
Constantina zur Frau gegeben. Maurikios
rühmte sich bereits einer erfolgreichen militärischen Vergangenheit.
Er war soeben von einem vierjährigen Aufenthalt an der persischen
Front zurückgekehrt, wo er das Heer weitgehend reorganisiert und seinen
entmutigten Offizieren neues Leben und neue Hoffnung eingegeben hatte.
"Du aber, Maurikios, sollst mir zu
unserem schönsten Grabschmuck dein Kaisertum machen" waren unter anderem
die letzten Worte des sterbenden Kaisers gewesen. Die folgenden zwanzig
Jahre regierte Maurikios das Reich
kompetent und mit fester Hand. Da er den Thron während einer der kurzen
Pausen bestieg, die den nicht enden wollenden Krieg mit den SASSANIDEN
gelegentlich unterbrachen, konnte er sich ernsthaft Gedanken über
die Lage im Westen und die Überreste von Justinians
Eroberungen in Italien und Afrika machen. In der Folge schuf er die beiden
großen Exarchate von Ravenna und Karthago, die nach streng militärischen
Grundsätzen organisiert waren und einem Exarchen unterstanden, der
die absolute Macht über die militärische und die zivile Administration
innehatte. Sie blieben lange Zeit die wichtigsten westlichen Stützpunkte
kaiserlicher Macht.
Aber nur zu bald flammten die Feindseligkeiten mit Persien
wieder auf. Der alte Chosrau war 579
gestorben, nur wenige Monate nach Justin.
Er wurde von seinem Sohn Hormisdas
abgelöst, der den Kriegseifer seines Vaters ungeschmälert geerbt
hatte. Maurikios hatte ihm 581 zwar
eine so schwere Niederlage zugefügt, dass er Zeit brauchte, um seine
zerschlagene Armee wiederaufzubauen. Bis zum Ende des folgenden Jahres
hatte er aber seine Angriffe erneut aufgenommen. Eine detaillierte Schilderung
des nun folgenden Kriegsverlaufs zu geben hätte keinen großen
Sinn. Es soll an dieser Stelle nur festgehalten werden, dass Byzanz trotz
einer ernstzunehmenden Revolte in seinem Heer im Jahre 588 noch zwei weitere
Jahre standhalten konnte und dass ein Staatsstreich in Persien zu einem
Bürgerkrieg führte. Hormisdas wurde
getötet, sein Sohn Chosrau II. flüchtete
auf byzantinisches Reichsgebiet und bat Maurikios
um
Hilfe. Obwohl ihm sein Magistrat praktisch einstimmig abriet, erblickte
der Kaiser darin eine Chance, die er auf keinen Fall verpassen wollte.
Er sagte dem SASSANIDEN-König
die nötige Unterstützung zu, aber nur unter dem Vorbehalt, dass
dieser dafür einen Friedensvertrag zwischen den beiden Reichen unterzeichnete.
Dessen Bedingungen zufolge fielen das persische Armenien sowie das östliche
Mesopotamien, einschließlich der beiden großen Städte
Dara und Martyropolis am Tigris, an Byzanz zurück. Im Jahre 591 brachte
der junge Chosrau II. mit Maurikios'
Hilfe den Widerstand der Opposition zu Fall. Buchstabengetreu hielt er
sein Wort. Der Krieg mit Persien war zu Ende, früher und zu günstigeren
Bedingungen, als irgend jemand zu erwarten gewagt hätte.
Jetzt konnte sich Maurikios
endlich mit seiner ganzen Streitmacht einem Feind entgegenwerfen, der im
Verlauf der vergangenen zwei Jahre ebenso gefährlich geworden war
wie Persien. 571 hatten die Awaren ihren ersten wichtigen Sieg über
Tiberios
errungen, der damals Cäsar und Mitregent des Reiches war.
Als nächstes hatten sie 581 mit einer List Sirmium eingenommen, die
Schlüsselstadt an der Save, und sie bald darauf als Basis für
die Räumung mehrerer schlecht verteidigter byzantinischer Festungen
entlang der Donau benutzt. In der Zwischenzeit erhöhten sie ihre Tributforderungen
fortlaufend, bis Maurikios 584 gezwungen
war, der enormen Summe von 100.000 Goldstücken zuzustimmen. Ein Elefant
und ein goldenes Bett - Beschwichtigungsgeschenke - waren vom awarischen
Chagan verächtlich zurückgewiesen worden. Zu der Zeit hatte der
Kaiser bereits Komentiolos, den ehemaligen Befehlshaber seiner
Leibwache, zum Feldherrn seines Heeres im Westen ernannt. Das Heer
bestand jedoch nur noch aus 10.000 Mann, und von denen waren kaum mehr
als die Hälfte ausgebildete Soldaten. Abgesehen von einem deutlichen
Sieg bei Adrianopel gelang es ihm nicht, die hereinbrechende Flut der vielen
nichtrömischen Vökerschaften einzudämmen.
Der Friede mit Persien bedeutete, dass Maurikios
plötzlich viel größere Streitkräfte zum Einsatz im
Westen zur Verfügung standen. Seine Euphorie war so groß, dass
er erklärte, er beabsichtige, selbst ins Feld zu ziehen. Der Patriarch
und der Senat, ganz zu schweigen von seiner Familie, flehten ihn an, sein
Leben nicht so leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Doch er wollte nicht
auf sie hören. So wie sich die Dinge entwickelten, hätten sie
sich aber gar nicht erst zu sorgen brauchen. Der Kaiser kam nur gerade
bis nach Anchialos am Golf von Burgas im heutigen Bulgarien, als ihn das
unerwartete Eintreffen einer persischen Gesandtschaft eilig nach Konstantinopel
zurückrief. Bis die Gesandten wieder abgereist waren, verspürte
er keine Lust mehr, zu seinem Heer zurückzukehren. Vielleicht war
das ganz gut so. Trotz der neugefundenen Stärke seiner Truppen gelang
es diesen nämlich nicht, die slawische Landnahme aufzuhalten, und
auch der Krieg gegen die beutegierigen Awaren dauerte während seiner
restlichen Regierungszeit an, ja, er führte sogar indirekt zu seinem
Tod.
Maurikios' Schwierigkeiten
im Westen wurden noch kompliziert durch den Umstand, dass sich seine Beziehungen
zum Papsttum verschlechterten.
Vom ersten Augenblick seiner Thronbesteigung an hatte
Maurikios mit dem alles dominierenden Problem chronischen Geldmangels
zu kämpfen. In Folge der Extravaganz seines Vorgängers hatte
er einen mehr oder weniger bankrotten Staat geerbt. Die beinahe unaufhörlichen
Kriege im Osten wie im Westen - ganz zu schweigen von den enormen Tributen,
die er seinen potentiellen Feinden zahlen mußte - machten es ihm
unmöglich, die kaiserlichen Schazttruhen so zu füllen, wie er
sich das gewünscht hätte. Das Ergebnis war eine Knauserigkeit,
die in seinen späteren Jahren zur Obsession wurde. Damit machte er
sich bei seinen Untertanen immer unbeliebter, insbesondere da er mit der
Zeit jegliches Feingefühl dafür verlor, wie weit er gehen durfte.
Bereits 588 hatte seine Bekanntmachung, sämtliche Militärzuteilungen
um ein Viertel zu kürzen, in der Armee des Ostens zu gefährlichen
Revolten geführt. 599 soll er sich, auch diesmal aus Spargründen,
geweigert haben, 12.000 Gefangene freizukaufen, die darauf von den Awaren
getötet wurden. Drei Jahre später erließ er eine Verordnung
mit besonders verheerenden Folgen für das Reich, indem er darauf bestand,
dass das Heer im kommenden Winter nicht in seinen Stützpunkt zurückkehren
dürfe, sondern im ungemütlichen Hinterland jenseits der Donau
ausharren müsse.
Die Reaktion erfolgte unverzüglich und drastisch.
Die Soldaten hatten acht Monate lang heftig gekämpft und waren am
Ende ihrer körperlichen und geistigen Kräfte: Sie hatten geplündert
und dabei beträchtlich Beute gemacht, aber das brachte ihnen erst
dan wirklich etwas ein, wenn sie die Schätze auf den Märkten
von Konstantinopel verkaufen konnten. Zudem bestand eine allgemein eingehaltene
Tradition, dass die Soldaten im Winter zu ihren Frauen und Kindern zurückkehrten.
Statt dessen wurde ihnen nun befohlen, die große Kälte und alle
Unannehmlichkeiten eines Winters unter Zeltplanen in der pannonischen Ebene
auf sich zu nehmen, von der lokalen Bevölkerung zu leben, so gut sie
konnten, und in der ständigen Gefahr, von gegnerischen Clans überfallen
zu werden - und alles nur, weil ihr geiziger Kaiser behauptete, er könne
es sich nicht leisten, sie nach Hause zu lassen. Als sie die Festung von
Securisca (das heutige bulgarische Nikopol) erreichten, wo sie die Donau
überqueren sollten, weigerten sie sich katagorisch, auch nur einen
Schritt weiterzumachen. Alle Verhandlungen und Bitten ihres Befehlshabers
Peter, dessen Stand auch nicht gerade besser wurde durch die Tatsache,
dass er des Kaisers Bruder war, führten zu nichts. Sie wandten sich
zornig vom ihm ab, hoben einen ihrer Zenturionen, eine gewissen Phokas,
auf ihre Schilde und erklärten diesen zu ihrem Anführer.
Peter, zweifellos heilfroh, mit dem Leben davongekommen
zu sein, eilte mit der Nachricht von der Meuterei nach Konstantinopel und
überbrachte dem Kaiser eine Mitteilung der Rebellen. Diese schickten
sich zur selben Zeit an, gegen die Hauptstadt vorzurücken, betonten
jedoch, dass sie nicht die Absicht hätten, Phokas
zum Kaiser zu machen. Maurikios würden
sie zwar nicht mehr anerkennen, seiner Familie ihre Loyalität aber
nicht entziehen. Sie seien bereit, seinen 17-jährigen Sohn Theodosios
(er wäre der erste purpurgeborene Kaiser seit Theodosios
II. gewesen) oder anderenfalls seinen Schwiegervater
Germanos als Nachfolger auf den Thron
zu erheben.
Zufällig befanden sich die beiden Männer gerade
zusammen auf der Jagd. Sie wurden sogleich von Maurikios
zurückbeordert und des Verrats bezichtigt. Theodosios
wurde ausgepeitscht, Germanos, der
(mit guten Grund) um sein Leben fürchtete, floh in die Hagia Sophia,
wo es ihm mit Hilfe zahlreicher Anhänger gelang, mehreren Versuchen
der kaiserlichen Garde, ihn mit Gewalt hinauszuzerren, zu widerstehen.
Der Kaiser hatte unterdessen die Demen um Unterstützung gebeten, jene
beliebten Zirkusparteien der Blauen und der Grünen, die
Tiberios wieder gesellschaftsfähig gemacht hatte und die
erneut wichtige Kräfte in der Stadt verkörperten. Er hatte gehofft,
sich die Ergebenheit beider Gruppen sichern zu können, und war erleichtert
gewesen, als sie einwilligten, die Theodosianische Mauer gegen die vorstoßenden
Rebellen zu besetzen, bemerkte aber bald, dass er sich zwar auf die Loyalität
der 900 aktiven Blauen verlassen konnte, die 1.500 Grünen ihm hingegen
gefährlich werden konnten. In der Zwischenzeit waren in der ganzen
Stadt Unruhen ausgebrochen. Eine wütende Menge hatte sich auf dem
Platz vor dem Palast versammelt, stieß Verwünschungen gegen
den Kaiser aus und schrie nach seinem Blut.
In jener Nacht - man schrieb den 22. November - schlichen
sich Maurikios, seine Frau Constantina
und
ihre acht Kinder zusammen mit Konstantin Lardys, dem Prätorianer-Präfekten
des Ostens, dessen Haus von der Menge niedergebrannt worden war, verkleidet
aus dem Palast und bestiegen ein kleines Boot, das sie über das Marmarameer
nach Asien bringen sollte. Ein schwerer Sturm brachte sie jedoch weit von
ihrem Kurs ab. Sie landeten schließlich in der Bucht von Nikomedia,
in unmittelbarere Nähe zur Kirche des Märtyrers Autonomos. Der
Kaiser war nach mehreren heftigen Gichtanfällen nicht mehr
reisefähig und mußte mit Constantina
und den Kindern dort bleiben. Nur Theodosios
und der Präfekt reisten nach Osten weiter an den Hof des SASSANIDEN-Königs.
Für Chosrau, der seinen Thron
Maurikios'
Unterstützung verdankte, war jetzt die Gelegenheit gekommen, sich
zu revanchieren.
In Konstantinopel hatte Germanos
unterdessen seine Zuflucht in der Hagia Sophia verlassen. Ermutigt durch
die breite Unterstützung, die er erhalten hatte, versuchte er, die
Macht zu ergreifen. Er wußte, dass alles von der Gunst der Demen
abhing. Er hatte zwar stets die Blauen vorgezogen, doch es war klar, dass
er keine Chance hatte ohne die Rückendeckung der viel zahlreicheren
und einflußreicheren Grünen. Ihrem Anführer Sergios
versprach er deshalb eine reiche Belohnung, sobald das Reich erst in seiner
Hand sei. Nach reiflicher Überlegung lehnte Sergios das Angebot
ab. Im innersten davon überzeugt, dass Germanos
all seinen Beteuerungen zum Trotz sich niemals wirklich gegen ihre Gegner
stellen würde, schlugen sich die Grünen auf Phokas'
Seite, der in der Zwischenzeit mit den Truppen den Stadtrand erreicht hatte.
Auch Phokas hatte
sich entschieden. Dass er einst jedwede kaiserlichen Ambitionen von sich
gewiesen hatte, mag damals zwar aufrichtig gemeint gewesen sein, aber nun
hatte sich das Blatt gewendet, war doch der Thronkandidat (Theodosios)
geflohen und andere (Germanos) offenbar
nicht mehr annehmbar. Phokas sandte
deshalb von seinem Hauptquartier auf dem Hebdomon einen Boten mit einer
Nachricht nach Konstantinopel, die von der hohen Kanzel der Hagia Sophia
verlesen werden sollte. Darin forderte er dem Patriarchen, den Senat und
das Volk auf, sich sogleich zur Kirche von Johannes dem Täufer zu
begeben. Und dort wurde dieser "ausschweifendste Kentaur" - wie Theophylaktos
ihn bezeichnet - wenige Stunden später zum byzantinischen Kaiser gekrönt.
Am nächsten Morgen fuhr er im Triumph in einem von vier Schimmeln
gezogenen Wagen in der Hauptstadt ein und überschüttete im Vorbeifahren
die Menge mit einem Goldregen. Am Tag danch übergab er den Soldaten
die traditionellen Geschenke und setzte mit noch größerem Pomp
seine Frau Leontia in Rang und Namen
der Augusta ein.
Während jener Zeremonie kam es zwischen den Blauen
und den Grünen zu einem Handgemenge. Als ein gewisser Alexander die
Auseinandersetzungen schlichten wollte, hörte man mehrere Blaue rufen:
"Geh, erkundige dich nach der Lage. Maurikios
ist noch nicht tot." Dies hatte Phokas
nun gewiß nicht vergessen, und da ihm der Zustand nicht behagte,
war er fest entschlossen, Abhilfe zu schaffen. Dazu entsandte er einen
Trupp Soldaten nach Asien, der die Flüchtigen rasch aufstöberte.
Maurikios
unternahm
keinen Fluchtversuch, er konnte nicht mehr. In der Tat schien er seine
Ergreifung fast zu begrüßen. Er schickte sogar einen Boten,
um Theodosios und Konstantinos Lardys
zurückzurufen, und hielt das Kindermädchen vom Versuch ab, einen
seiner Söhne durch ein anderes Kind zu ersetzen, ja, er soll ungerührt
zugesehen haben, wie seine vier jüngeren Söhne vor seinen Augen
niedergemetzelt wurden und nur immer wieder gemurmelt haben: "Gerecht bist
du Herr, und gerecht ist dein Urteil." Dann trat er ohne ein weiteres Wort
vor den Henker, und dieser tötete ihn mit einem Hieb. Alle Leichen
warf man ins Meer. Theophylaktos erzählt, wie eine große
Menge Schaulustiger zusammenströmte, um zu sehen, wie sie auf dem
ruhigen Wasser in der Bucht leise auf und ab schaukelten. Lilios,
der Führer des Trupps, kehrte mit fünf abgeschlagenen
Köpfen nach Konstantinopel zurück, wo sie später auf dem
Hebedomon zur Schau gestellt wurden.
Als Herrscher hatte Maurikios
zweifellos seine Fehler gehabt. Er hatte zur Vetternwirtschaft geneigt,
was dazu führte, dass er unfähige Leute wie seinen Bruder
Peter in Positionen beförderte, die ihre Fähigkeiten weit
überstiegen, und Familienmitgliedern und anderen Günstlingen
große Güter vermachte. In Anbetracht seiner berüchtigten
Knauserigkeit waren seine Untertanen auch überrascht zu sehen,
welch große Summen er dafür ausgab, den unbedeutenden kleinen
kappadokischen Ort Arabissus, in dem er geboren war, wiederholt in eine
reiche, prächtige Stadt zu verwandeln. Wir haben schließlich
seinen eigenartigen Mangel an Feingefühl
seinen Untertanen
gegenüber gesehen und seine Unfähigkeit, zu beurteilen, wie weit
man mit unliebsamen Maßnahmen gehen durfte. In anderen Belangen hatte
er sich wieder als kluger und weitsichtiger Staatsmann erwiesen. Ganz abgesehen
von seinen neu errichteten Exarchaten Karthago und Ravenna hatte er die
Verwaltung des Reichs neu organisiert und die verstreuten kaiserlichen
Herrschaftsgebiete im Osten wie im Westen in ein neues Provinzsystem eingeteilt,
das viel einfacher und logischer war als das alte. Er war darauf bedacht,
die letzte Verantwortung für alle Provinzen statt in zivile in militärische
Hände zu legen. So erhielt der ehemalige Magister militum neu den
Titel eines Exarchen; damit war er faktisch ein souveräner Vizekönig
und direkt dem Kaiser unterstellt. Hätte zu Justinians
Zeiten ein so straffe Organisation bestanden, hätte Byzanz die italienische
Halbinsel möglicherweise um einiges rascher erobert, und vielleicht
wäre es gar gelungen, die lombardische Einwanderung aufzuhalten.
Somit hat Maurikios seinen
tragischen Untergang im Grunde nicht verdient, obwohl er die Schuld daran
größtenteils sich selbst zuzuschreiben hat. Durch eine Kombination
von Entschlossenheit, Klarsicht und Knochenarbeit ließ er das Reich
viel stärker zurück, als er es vorgefunden hatte. Und dies ist
mehr, als man von seinen drei Vorgängern sagen kann. Hätte er
seinen Soldaten nur etwas mehr Brot zugestanden oder seinem Volk ein paar
zusätzliche Spiele, wäre er seinem Schicksal womöglich mit
Leichtigkeit entgangen. Aber auch so, wie die Dinge lagen, sollte es nur
wenige Wochen dauern, bis seine Untertanen seinen Tod bitter beklagten
und sich fragten, wie sie ihn je dem verworfenen sadistischen Ungeheuer
hatten opfern können, das nun seine Stelle einnahm.