Älteste Tochter des Fürsten Raimund I. von
Antiochia und der Konstanze von Antiochia, Tochter von Fürst
Bohemund II.
Thiele, Andreas: Tafel 173
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
MARIA DE POITOU
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* um 1145, † 1182
ermordet
1180 Regentin von Byzanz und ermordet
1161
oo MANUEL
I. KOMNENOS, Kaiser von Byzanz
† 1180
Mayer, Hans Eberhard: Seite 107,116
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"Geschichte der Kreuzzüge"
Auf Manuel Komnenos' Tod (1180) war in Byzanz eine Regentschaft seiner Witwe Maria von Antiochia gefolgt. Diese steuerte Manuels latinophilen Kurs noch schärfer, und die in der Hauptstadt wachsenden Gegensätze zwischen Lateinern und Griechen entluden sich 1182 in einem blutigen Massaker über die westlichen Kaufleute.
Runciman, Steven: Seite 664-665,727-728
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"Geschichte der Kreuzzüge"
Im Jahr 1160 traf eine Gesandtschaft, geführt von
Johannes Kontostephanos und begleitete vom Hauptdolmetscher des Hofes,
dem Italiener Theophylaktos, in Jerusalem ein, um den König
zu bitten, dem Kaiser eine der heiratsfähigen Prinzessinnen von Outremer
als neue Gemahlin namhaft zu machen. Es kamen ihrer zwei in Betracht: Maria,
die Tochter der Konstanze von Antiochia, und Melisende,
die Tochter Raimunds II. von Tripolis, beide Balduins
Kusinen
und beide wegen ihrer Schönheit berühmt. Balduin
mißtraute
einem engen Familienbündnis zwischen dem Kaiser und Antiochia und
schlug daher Melisende vor. Die Botschafter reisten nach Tripolis
weiter, um über die Prinzessin, die der gesamte fränkische Osten
als künftige Kaiserin grüßte, Bericht zu erstatten. Der
Kaiser lehnte die Verlobung mit Melisende ab und schickte eine Gesandtschaft
nach Antiochia, die einen Ehevertrag zwischen ihrem Gebieter und der Prinzessin
Maria aushandelte.
Maria,
die noch liebreizender war als ihre Base Melisende,
ging im September in St. Symeon in See, voller Stolz, eine Kaiserin
zu sein, und glücklich in der Unkenntnis ihres endlichen Geschicks.
Sie wurde dem Kaiser im Dezember in der Heiligen Sophienkirche zu Konstantinopel
von drei Patriarchen angetraut.
Der neue Kaiser war 11 Jahre alt. Nach althergebrachter
Gepflogenheit übernahm die Kaiserin-Mutter die Regentschaft.
Aber die Kaiserin
Maria war eine Lateinerin aus Antiochia; sie war die
erste lateinische Herrscherin des Kaiserreichs und als Lateinerin beim
Volk von Konstantinopel unbeliebt. Die Kaiserin wählte sich zu ihrem
Ratgeber und, wie man glaubte, ihrem Geliebten, einen Neffen ihres Gatten,
den Protosebastos Alexios
Komnenos, den Onkel der Königin
Maria von Jerusalem. Er war unbeliebt
und uneinsichtig. Gemeinsam stützten sie sich auf die lateinischen
Kreise und im besonderen auf die italienische Kaufmannschaft. Die Opposition
zur Kaiserin stand unter Führung ihrer Stief-Tochter, der Porphyrogennete
Maria, und ihres Gatten Rainer von Montferrat. Ihre Verschwörung
zur Ermordung des Günstlings schlug fehl; aber als sie in der St.
Sophienkirche Zuflucht suchten, stieß er die Öffentlich neuerlich
vor den Kopf, indem er versuchte, den Hochaltar zu entweihen. Die Kaiserin
war genötigt, die Verschwörer zu begnadigen; aber in ihrer ungesicherten
Lage bat sie ihren Schwager Bela III. von Ungarn,
ihr zu Hilfe zu kommen. Der Vetter ihres Gatten, Andronikos
Komnenos, der nach seiner Verführerlaufbahn im Osten Verzeihung
erlangt hatte, lebte jetzt zurückgezogen im Pontos-Gebirge. Seine
Landsleute erinnerten sich seiner kühnen und glanzvollen Persönlichkeit
und als seine Freunde ihn als Führer der Nation herausstellten, fanden
sie sofort willigen Widerhall. Im August 1182 marschierte Andronikos
durch Antolien. Die wenigen Truppen, die sich ihm nicht unterwegs anschlossen,
wurden mit Leichtigkeit geschlagen. Der Kaiserin in Konstantinopel blieben
bald nur noch die Lateiner als Stütze. Indes Andronikos
sich dem Bosporus näherte, fiel das Volk von Konstantinopel plötzlich
über sämtliche Lateiner in der Stadt her. Lateinische Anmaßung
hatte das Massaker herausgefordert; aber sein grauenvoller Verlauf empörte
und entsetzte viele der patriotischsten Byzantiner. Nur einige wenige italienische
Kaufleute kamen mit dem Leben davon. Sie eilten zu ihren Schiffen und segelten
westwärts davon, nicht ohne im Vorbeifahren die Küste zu überfallen
und zu plündern. Die Straße nach Konstantinopel stand Andronikos
offen.
Seine ersten Maßnahmen galten der Beseitigung seiner Nebenbuhler.
Der Protosebastos wurde ins Gefängnis geworfen und auf grausame
Weise geblendet. Die Porphyrogennete
Maria und ihr Gemahl erlitten auf geheimnisvolle Weise den Tod.
Sodann wurde die Kaiserin zum Tod durch Erdrosseln verurteilt und
ihr junger Sohn gezwungen selbst den Vollstreckungsbefehl zu unterzeichnen.
Pernoud Regine: Seite 109-111
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"Frauen zur Zeit der Kreuzzüge"
Da Kaiser
Manuel Komnenos im Laufe des Sommers 1160 seine Frau
Bertha von Sulzbach, eine deutsche
Prinzessin, verloren hatte, schickte er seinen Neffen zum König von
Jerusalem, um ihn um die Hand einer fränkischen Prinzessin bitten
zu lassen. Balduin
antwortete prompt
auf dieses ehrenvolle Ansuchen, indem er seine Kusine, die junge Melisende,
Tochter der Gräfin
Hodierna von Tripolis, vorschlug. Es wurde schleunigst eine
prächtige Aussteuer für sie zusammengestellt. "Die junge Frau
wurde mit kostbarem Geschmeide und erlesenen Kleidern ausstaffiert. Der
König höchstpersönlich und alle Mitglieder seiner Familie
trugen bereitwillig das Ihre dazu bei. Sie erhielt Mengen an Kleidern,
wertvolle seidene Stoffe und vieles mehr; sie suchten viele scharlachrote
und blau-grüne Kleider für sie aus, grüne und braune; sie
ließen goldene Diademe mit Edelsteinen anfertigen, Gürtel, Halsketten,
Spangen und Ringe und auch eine Art von Schmuck, den die Damen um den Hals
und an den Ohren tragen, alles sehr üppig und teuer. Sie schafften
viele goldene und silberne Gefäße heran, Geschirr, Kessel, Pfannen
und Küchengerät in allen Größen, und aus feinstem
Silber, ganz zu schweigen von den Sätteln aus Leder, der Bettwäsche
und den prächtigen Decken; es war viel zuviel und viel zu teuer."
Ihr Bruder, Graf Raimund III. von Tripolis, ließ 12 Galeeren
bauen und "prächtig schmücken, denn er beabsichtigte, seine Schwester
mit einer dieser Galeeren nach Konstantinopel zu begleiten".
Allgemeine Bestürzung machte sich breit, als
Manuel Komnenos, nachdem er zunächst den Hochzeitstermin
verschoben hatte, mitteilen ließ, er habe eine andere Wahl getroffen:
Er hatte sich für Maria von Antiochia
entschieden, die Tochter Konstanzes und Raimunds von Poitiers
und Schwester Bohemunds III. Sie war damals ungefähr
14 oder 15 Jahre alt. "Sie war schön", schreibt ein byzantinischer
Chronist, "mehr als schön; in dem Maße schön und von so
außerordentlicher Anmut, dass im Vergleich zu ihr alles pure Legende
ist, was man sich von Aphrodite mit dem lieblichen Lächeln erzählt,
von Juno mit den weißen Armen, von Helena mit dem zarten Hals und
den reizenden Füßen und von allen schönen Frauen, die in
der Antike wegen ihrer Schönheit als Göttinnen verehrt wurden."
Es hatte sich in der Tat herausgestellt, dass Manuel
zur
gleichen Zeit, als er Unterhändler an den Hof in Jerusalem schickte,
einen weiteren Boten nach Antiochia entsandt hatte, um die Fürstin
Konstanze um die Hand ihrer Tochter Maria
zu bitten; diese Art von Verhandlungsstrategie scheint in der byzantinischen
Diplomatie üblich gewesen zu sein.
Was tun? Raimund III. von Tripolis war sehr erbost
über die Absage des Kaisers, besonders aber über die Demütigung
seiner jüngeren Schwester, doch der vernünftigere Balduin
gab wohl oder übel seine Zustimmung. "Er war nicht glücklich
über das Verhalten des Kaisers in dieser Angelegenheit, aber weil
die Prinzessin [Maria von Antiochia]
auch seine Kusine war und keinen Vater mehr hatte, wollte er dieser
glänzenden Vermählung mit dem Kaiser nicht im Wege stehen."
In aller Eile wurde für Maria
eine Mitgift bereitgestellt und eine Aussteuer beschafft, so dass sie in
St. Simeon, dem Hafen von Antiochia, ein Schiff besteigen und kurz danach,
am 25. Dezember 1161, Manuel Komnenos
heiraten konnte.
Noch im selben Jahr, am 24. September 1180, starb der
Kaiser. Das byzantinische Kaiser-Reich geriet nach Manuels
Tod in immer größere Gefahr. Seine Gemahlin Maria
von Antiochia übernahm die Regentschaft, da ihr
Sohn Alexios II. erst 11 Jahre
alt war. Manuel hatte seinen Sohn zum
Nachfolger bestimmt, seiner Frau jedoch ausdrücklich die Regentschaft
anvertraut, unter der Bedingung, dass sie den Schleier nahm
- um sie daran zu hindern, einen fränkischen oder byzantinischen Fürsten
zu heiraten.
Maria von Antiochia legte
zwar die Ordenstracht an, blieb jedoch im Palast von Konstantinopel, gestützt
von einem Neffen ihres Mannes, der auch
Alexios hieß. Doch Maria
war eine Fremde, der die übrigen Mitglieder der Familie KOMNENOS
ihre Machtposition verübelten. Es kam zu einer Kette von Verschwörungen
und Aufständen, bei denen vor allem eine weitere Maria,
Tochter aus Manuel Komnenos'
1. Ehe, und ihr Mann Rainer von Montferrat die Anstifter
waren, im Einvernehmen mit dem Patriarchen Theodosius.
Norwich John Julius: Band III Seite 164-185
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."
Alexios Komnenos II.
war ein unscheinbares Kind. Der Chronist Niketas Choniates berichtet.
"Der junge Herrscher, unreif und unfähig, für das Staatswohl
zu sorgen, kümmerte sich um keine einzige seiner Pflichten. Ohne ernsthafte
Erziehung aufwachsend, ohne schon wahre Freude und wahren Schmerz kennengelernt
zu haben, hatte er nur für Jagd und Pferderennen Sinn. Sein ganzer
Umgang waren seine gleichaltrigen Spielgefährten, und das prägte
seinem Wesen die übelsten Züge ein." In der Zwischenzeit herrschte
seine Mutter, Kaiserin
Maria von Antiochia, an seiner Statt als Regentin. Nie
zuvor hatte jemand lateinischer Abstammung in Konstantinopel regiert, und
so trat sie ihr Amt mit einem schwerwiegenden Nachteil belastet an. Dem
byzantinischen Volk war, wie wir gesehen haben, schon die Vorliebe Manuels
für alles Westliche ein Dorn im Auge gewesen; nun befürchtete
man - und mit gutem Grund - eine weitere Ausdehnung der Handelsrechte und
Privilegien für die italienischen und fränkischen Kaufleute.
Die Besorgnis wuchs zusehends, als Maria eine weitere äußerst
prowestlich eingestellte Persönlichkeit zu ihrem obersten Ratgeber
ernannte, nämlich den Protosebastos
Alexios,
Manuels
Neffen
und Onkel Königin Theodoras von Jerusalem.
Es dauerte nicht lange, bis allgemein gemunkelt wurde, sie habe ihren Berater
auch zu ihrem Geliebten gemacht, obwohl aus der Beschreibung von Niketas
nicht recht zu ersehen ist, was sie, die Kaiserin - deren Schönheit
in der ganzen christlichen Welt gerühmt wurde -, an ihm hätte
finden können, denn er schreibt:
Er war sehr verweichlicht und vergeudete nicht bloß
den Morgen mit tiefem Schlaf, sondern opferte sogar einen großen
Teil des Tages seinem Schlummer. Damit ihm nun nicht die Sonne, wenn sie,
von allen freudig begrüßt, ihre Augen aufschlägt, seine
eigenen Augen öffne, verdunkelte er sein Schlafgemach mit dichteren
Vorhängen [...] Oder wahrer gesagt: Die Nacht durchschwelgte er und
brach das nächtliche Dunkel durch künstliches Licht; wenn aber
die Sonne am östlichen Horizont heraufstieg, verkroch er sich wie
ein wildes Tier in seinem Schlafgemach und sperrte das Licht durch Decken
und Vorhänge aus. Er putzte sich aber auch seine faulenden Zähne
und ersetzte jene, die ihm mit der Zeit ausfielen, durch künstliche.
Nun, die Unzufriedenheit wuchs also, und es begannen
sich verschiedene Verschwörungsnester zu bilden, insbesondere jenes,
in dem die gleichnamige Stief-Tochter Kaiserin
Marias als Drahtzieherin wirkte. Das Komplott wurde indes aufgedeckt,
und diese Maria, ihr Ehemann Rainier
von Montferrat und die übrigen Verbündeten schafften gerade
noch die Flucht in die Hagia Sophia und verbarrikadierten sich dort. Aber
Kaiserin Maria von
Antiochia scherte sich nicht um die Anerkennung kirchlichen
Asylrechts. Sie sandte umgehend die kaiserliche Wache mit der Order aus,
sich der Verschwörerin und ihres Gefolges zu bemächtigen, und
einzig die persönliche Vermittlung des Patriarchen bewahrte die Hagia
Sophia vor der Entweihung. Dieser Vorfall erschütterte die byzantinische
Bevölkerung zutieftst, und die ihm folgende Exilierung und Verfügung
seiner Heiligkeit in ein Kloster zur Strafe für seine Einmischung
machte die Regierung so unbeliebt wie nie zuvor. Das Ausmaß öffentlichen
Unwillens, der Kaiserin
Maria entgegenschlug, war derart groß, dass sie nie wagte,
ihre Stief-Tochter Maria zu bestrafen.
Auch rührte sie sich nicht, als das Volk später geschlossen zum
Kloster des Patriarchen marschierte und ihn zurück nach Konstantinopel
trug. Die ganze Angelegenheit hätte nicht undiplomatischer gehandhabt
werden können.
Der erste Staatsstreich war also fehlgeschlagen. Doch
drohte bald darauf von einem anderen Mitglied der kaiserlichen Verwandtschaft
Gefahr, diesmal von einem Mann, und zwar einem solchen ganz anderer Größenordnung.
Andronikos
Komnenos, der leibliche Vetter Kaiser
Manuels, Sohn des Sebastocrator
Isaak, muß ein wahres
Wunderwesen gewesen sein. Er hatte immer schon nach der kaiserlichen Krone
geschielt, und als ihm nach Manuels
Tod Berichte über den wachsenden Aufruhr gegen die Regentschaft Kaiserin
Marias zu Ohren kamen, bedurfte es nur wenig, um ihn davon zu
überzeugen, dass seine Chance endlich gekommen war. Anders als Maria
von Antiochia, "die Fremde", wie ihre Untertanen sie
verächtlich nannten, war er ein echter KOMNENOS.
Auch verfügte er über Tatkraft, Geschick und Entschlußkraft.
Und was sich in solchen Situationen oft als noch entscheidender erweist.
Seine romantische Vergangenheit verlieh ihm eine allgemeine Anziehungskraft,
die im ganzen Reich ihresgleichen suchte. Im August 1182 zog er gegen die
Hauptstadt Konstantinopel. Sein altes Zaubermittel wirkte so stark wie
eh und je. Die gegen ihn ausgesandten Truppen verweigerten den Kampf; deren
Befehlshaber Andronikos Angelos ergab sich und schloß sich
ihm an, ein Beispiel, dem bald darauf der befehlshabende Admiral der kaiserlichen
Flotte auf dem Bosporus folgte. Andronikos Komnenos
zog weiter, und das Volk strömte aus den Häusern, um ihm zuzujubeln;
bald war die Straße von seinen Gefolgsleuten gesäumt. Noch bevor
er die Meerenge überquert hatte, brach in Konstantinopel der Aufstand
los, und mit ihm explodierte die aufgestaute Fremdenfeindlichkeit, die
die Ereignisse der vorangegangenen zwei Jahre so sehr begünstigt hatten.
In der Folge wurde praktisch die gesamte lateinischstämmige Bevölkerung
der Stadt niedergemetzelt - Frauen und Kinder, Alte und Gebrechliche, selbst
die Kranken - und das ganze von ihr bewohnte Viertel bis auf die Grundmauern
niedergebrannt. Im Palast fand man den vor Furcht sich windenden Protosebastos
Alexios, zu verängstigt, um die Flucht auch nur zu erwägen;
er wurde in ein Verlies geworfen und später, auf Andronikos'
Geheiß
hin, geblendet. Der junge Kaiser
Alexios II. Komnenos und seine Mutter, Kaiserin
Maria, wurden in die kaiserliche Villa des Philopation überführt,
wo sie ausharren mußten, bis Andronikos
nach
Belieben über sie verfügen würde. Ihr Schicksal muß
ihre sämtlichen Befürchtungen übertroffen haben. Der Triumph
förderte die andere Seite von Andronikos'
Charakter
zutage: eine Grausamkeit und Brutalität, die wenige in ihm vermutet
hätten und die weder durch einen Funken Mitleid noch durch Skrupel
oder Moral gemildert wurden. Obwohl inzwischen allmächtig, war er
noch nicht Kaiser; und so begann er methodisch und kaltblütig alle
zu eliminieren, die zwischen ihm und dem Thron standen. Prinzessin
Maria und ihr Ehemann mußten als erste über die Klinge
springen; sie starben rasch und unter mysteriösen Umständen,
doch niemand zweifelte daran, dass sie vergiftet worden waren. Dann war
die Reihe an Kaiserin
Maria von Antiochia. Ihr 13-jähriger Sohn
Alexios wurde gezwungen, das Todesurteil eigenhändig zu
unterschreiben, und sie wurde in ihrer Zelle erdrosselt. Im September
des Jahres 1183 ließ sich Andronikos
zum Mit-Kaiser krönen, und zwei Monate später fand auch der junge
Kaiser Alexios II.
Komnenos durch eine Bogensehne den Tod; seinen Leichnam warf
man in den Bosporus. Damit waren, wie Niketas sich ausdrückte,
alle Bäume im kaiserlichen Garten gefällt.
25.9.1161
oo 2. Manuel I. Kaiser von Byzanz
1122 † 24.9.1180
Kinder:
Alexios II. Komnenos
10.9.1167 † 24.9.1183
ermordet
Literatur:
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Browning Robert: Byzanz. Roms goldene Töchter.
Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches. Gustav Lübbe Verlag
GmbH Bergisch Gladbach 1982 Seite 130,132 - DIE KRONE DER KOMNENEN. Die
Regierungszeit der Kaiser Joannes und Manuel Komnenos (1118-1180) aus dem
Geschichtswerk des Niketas Choniates. Verlag Styria Graz Wien Köln
1958 - Heilig, Konrad Josef: Ostrom und das Deutsche Reich um die
Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum
1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich, in Kaisertum
und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs I. Studien zur politischen und
Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters, Anton Hiersemann Stuttgart
1944 Seite 119,231,267 - Lehmann Johannes: Die Kreuzfahrer. Abenteurer
Gottes. Gondrom Verlag Bindlach 1991 Seite 242,267,379 - Mayer,
Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH
1995 Seite 107,116 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des
oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München
1993 Band III Seite 160,164-185 - Pernoud Regine: Frauen zur Zeit
der Kreuzzüge Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 109-111
- Prutz Hans: Die Ritterorden. Mönche als Kämpfer, Helden,
Abenteurer Bechtermünz Verlag Berlin 1908 Seite 430 - Runciman,
Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C.
Beck München 1978, Seite 664-665,674,727-728 - Thiele, Andreas:
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte
Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 173 - Zöllner
Walter: Geschichte der Kreuzzüge. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften
Berlin 1977 Seite 112 -