Maria Argyra                                Dogaressa von Venedig
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    1006
 

Tochter des N.N.; Schwester des späteren Kaisers Romanos III. Argyros und Urenkelin des Kaisers Romanos I. Lakapenos
 

Norwich John Julius: Band II Seite 322
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Zoes Stimmung hat sich wohl kaum gehoben, als im Frühjahr des Jahres 1004 in Konstantinopel eine andere dynastische Hochzeit mit all dem Pomp und Prunk gefeiert wurde, wie es für ihre eigene vorgesehen war. Diesmal war die Braut eine entfernte Verwandte der beiden Kaiser namens Maria Argyra. Bräutigam war Giovanni, der Sohn Pietros Orseolos, des Dogen von Venedig, den sein Vater vor kurzem erhoben hatte, damit er die Herrschaft mit ihm teile. Die Trauung fand in der kaiserlichen Kapelle statt und wurde vom Patriarchen persönlich vorgenommen. Beide Kaiser, Basileios II. und Konstantin, waren zugegen, um nach östlicher Tradition das Brautpaar zu krönen. Nach den Feierlichkeiten stellten sie den beiden einen prächtigen Palast zur Verfügung, in dem sie mehrere Monate residierten. Als Maria und Giovanni schließlich nach Venedig zurückkehrten, waren sowohl der Herbst als auch Marias Schwangerschaft bereits weit fortgeschritten.
Falls Zoe die beiden um ihr Glück beneidete, hielt dies gewiß nicht lange an. Im Jahre 1006 wurden Nord-Italien und Dalmatien nach mehreren Mißernten von einer Hungersnot heimgesucht. Und wie so oft im Mittelalter wütete im Gefolge der Hungersnot die Pest. Neben vielen Tausenden von gewöhnlicher Geburt fielen ihr auch Giovanni Orseolo, Maria Argyra und ihr kleiner Sohn zum Opfer. Der Tod der jungen - und offenbar sehr kultivierten - Dogaressa beschrieb Petrus Damiani mit kaum verhohlener Genugtuung. Boshaft und wie immer und offebar in Verkennung der Tatsachen,schrieb er ihn jedoch einer anderen Ursache zu:
Sie hatte derart luxuriöse Gewohnheiten, daß sie es sogar ablehnte, sich in gewöhnlichem Wasser zu waschen, und ihren Bediensteten auftrug, statt dessen den Tau zu sammeln, der vom Himmel fiel, damit sie baden konnte. Auch ließ sie sich nicht dazu herab, die Speisen mit den Fingern zu berühren, sondern befahl ihren Eunuchen, es in kleine Stücke zu schneiden, die sie auf ein goldenes Gerät mit zwei Zinken spießte und so dem Mund zuführte. Auch waren ihre Gemächer also schwer von Weihrauch und verschiedenen Duftstoffen erfüllt, daß mir schon übel wird, wenn ich davon spreche, geschweige denn würden die es lesen mir glauben. Die Eitelkeit dieser Frau mißfiel jedoch dem Allmächtigen; deshalb rächte Er sich unmißverständlich an ihr. Er hielt nämlich das Schwert Seiner göttlichen Gerechtigkeit über sie, so daß ihr ganzer Körper verfaulte und all ihre Glieder zu zerfallen begannen; dadurch erfüllte sich ihr Schlafzimmer mit einem unerträglichen Geruch, so daß niemand - keine Dienerin, nicht einmal eine Sklavin - diesen schrecklichen Angriff auf die Nase widerstehen konnte; nur ein einziges Dienstmädchen harrte unter Zuhilfenahme von aromatischen Aufgüssen gewissenhaft dort aus, um ihre Befehle auszuführen. Doch selbst dieses Mädchen konnte sich ihrer Gebieterin nur ganz schnell nähern und mußte sich dann sofort wieder zurückziehen. So tat sie nach einem langsamen Niedergang und schrecklichen Todesqualen zur freudigen Erleichterung ihrer Umgebung den letzten Atemzug.
 
 
 
 

  1004
  oo Giovanni Orseolo Doge von Venedig
             1006
 
 
 
 

Literatur:
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Ferdinandy Michael de: Der heilige Kaiser. Otto III. und seine Ahnen. Rainer Wunderlich Verlag Tübingen 1969 Seite 106 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band II Seite 322,336 -