Maiorianus Flavius Julius              Römischer Kaiser (457-461)
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    7.8.461 hingerichtet
     Dertona/Ligurien
 

Sohn des kaiserlichen Domesticus Dominius; Enkel des Heermeisters Maiorian
 

Lexikon des Mittelalters:
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Maiorianus, Marcus Iulius, römischer Kaiser 457-461
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Aus Illyrien stammend, diente Maiorianus als comes domesticorum im Heer des Aëtius und wurde nach dem Tode des Avitus von Kaiser Leon I. zum magister militum ernannt. Nach einem Sieg über eine Alamannenschar wurde er von seinen Truppen am 1. April 457 in Ravenna zum Kaiser ausgerufen. Obwohl von Leon nicht anerkannt, entfaltete der fromme Christ und überzeugte Römer eine energische Reformpolitik, besonders auf dem Gebiet des Steuer- und Militärwesens. Er verständigte sich mit Burgundern und Westgoten und brachte Arles wieder in römische Gewalt (459). Er setzte sich auch gegen suebische und westgotische Scharen in Spanien durch, scheiterte aber mit dem Plan einer Überfahrt nach Nord-Afrika, wo er gegen die Vandalen vorgehen wollte. Als er nach dem Verlust eines großen Teils seiner Flotte in Cartagena in einen unrühmlichen Frieden mit den Vandalen einwilligte, entzog ihm Ricimer das Vertrauen, brachte ihn durch List in seine Gewalt und ließ ihn am 7. August 461 zu Dertona (in Ligurien) hinrichten.

R. Klein



Lexikon Alte Kulturen: Band II Seite 589
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Majorian (Flavius Iulius Maiorianus)
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      Dertona 7. August 461 n. Chr.

Weströmischer Kaiser

Offizier aus Illyricum, zusammen mit Ricimer von Avitus zum Magister militum ernannt. Nach Avitus' Sturz (456) von Ricimer am 1. April 457 in Ravenna zum Kaiser ausgerufen, blieb Majorian die Anerkennung Ostroms versagt. Er scheiterte mit einem Zug gegen die Vandalen und wurde auf Befehl Ricimers hingerichtet.



Veh Otto: Seite 81-82
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"Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr."

Maiorianus (Iulius M.)

Weströmischer Kaiser 457-461
Entstammte einflußreicher Familie unnd wurde durch Leo I. zum Heermeister ernannt, jedoch nach seiner Erhebung zum Augustus (1. August 457) nicht anerkannt. Als letzter Herrscher des Westreiches bemühte sich der fromme, traditionsbewußte Mann tatkräftig um innere Reformen (Steuerwesen) und Stärkung der Wehrkraft. Er wurde nach einem ungünstigen Friedensschluß mit den Vandalen (460) von seinem bisherigen "Gönner" Ricimer abgesetzt und zu Dertona hingerichtet (2. August 457).

RE XIV 584, KP III 903.



Thiele, Andreas: Tafel 487
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

MAIORIAN
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   461 ermordet

Sohn des kaiserlichen Domesticus Dominus, Enkel des Heermeisters Maioran

Maiorianus wurde 456 durch den oströmischen Kaiser Marcian Heermeister und half Ricimer den Kaiser Avitus zu stürzen. Er hatte vorher dem Avitus gegen Westgoten und Franken gedient und war 454 schon Comes domesticus (Präfekt) geworden. Er wurde am 1.4.457 durch den Einfluß Ricimers in Ravenna zum Kaiser erhoben und blieb von diesem abhängig. Er besiegte 457 die Alamannen bei Bellinzona und wurde 458 Konsul. Er bemühte sich ernsthaft um Reformen und die Wiederherstellung der kaiserlichen Autorität. Er führte einen erfolgreichen Rachefeldzug gegen die Vandalen und wurde durch den eifersüchtig und mißtrauisch werdenden Ricimer ermordet. In Gallien etablierte Syagrius, Sohn des Aegidius, eine weitgehend unabhängige Herrschaft und in Dalmatien der Gegen-Kaiser Marcellinus († 468).



Literatur:
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Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 27,108,354 - Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 30,153,182,243,248 - Gottschalk Gisela: Die großen Cäsaren. Ihr Leben, ihre Taten, ihre Zeit. Scherz Verlag Bern und München 1980 Seite 259 - Grant, Michael: Der Untergang des Römischen Reiches. Manfred Pawlik Verlagsgesellschaft mbH Herrsching 1988 Seite 50,56,81,84, 116,122,126,168,226,228 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 387,392,394-399,401,404 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 93 - Illustriertes LEXIKON DES ALTERTUMS. MECO Verlag GmbH Dreieich 1993 Seite 250 - Lexikon Alte Kulturen, Meyers Lexikonverlag Mannheim/Wien/Zürich 1990 Band II Seite 598 - Riehl Hans: Die Völkerwanderung. Der längste Marsch der Weltgeschichte. W. Ludwig Verlag 1988 Seite 241,242 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 487 - Veh Otto: Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr. Artemis & Winkler Verlag Düsseldorf/Zürich 1998 Seite 81-82 -