Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 1375
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Konstantin III., römischer Usurpator
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†
411
Wurde 407 als angeblicher Nachkomme Konstantins des Großen in Britannien zum Kaiser erhoben, während der Reichsverweser Stilicho im Auftrag des West-Kaisers Honorius Krieg gegen das oströmische Reich führte. Konstantin III. setzte rasch nach Gallien über, wo er aufgrund von Verträgen mit Franken, Alemannen und Burgundern eine Beruhigung des Landes erreichte. Nach einem Sieg über den von Stilicho entsandten Feldherrn Sarus und der erfolgreichen Sicherung der Rheingrenze gegen die Germanen wurde er vorübergehend von Honorius als Mitregent anerkannt. Konstantins Sohn Constans gelang es, Spanien zu gewinnen. Als nach dem Tode Stilichos (408) Constantius, der neue Heermeister des Westens, sich anschickte, die nördlichen Provinzen zurückzuerobern, ging zunächst Spanien verloren (409/410). Der in Arles belagerte Konstantin ließ sich zum Priester weihen, um dem Strafgericht des Siegers zu entgehen, wurde aber nach der Einnahme der Stadt nach Italien gebracht und ermordet.
R. Klein
Römischer Gegen-Kaiser
Legionär, 407 angesichts der Bedrohung Galliens
durch germanische Völker seit dem Herbst 406 vom Heer in Britannien
erhoben. Konstantin III. brachte auch
Gallien und Spanien auf seine Seite und nahm Arelate als Residenz. Er wurde
zunächst von Kaiser Honorius notgedrungen
anerkannt, dann aber von Flavius Constantius (Constantius
III.) angegriffen, besiegt und getötet.
Konstantin III. (Flavius Claudius Constantinus)
Weströmischer Usurpator 407-411
Wurde - nach dem großen Germaneneinbruch 406 inn
Gallien - als gewöhnlicher Soldat 407 von den britischen Trupen
zum Augustus erhoben und beherrschte zeitweise Britannien, Gallien
und Spanien, bemühte sich aber vergeblich um eine eindeutige Anerkennung
durch den Hof in Ravenna. Bei Arles 411 durch Honorius'
Feldherrn, den späteren Kaiser Constantius
III., besiegt und gefangengenommen, endet er durch das Schwert
(411).
RE IV 1028, KP I 1289.
KONSTANTIN (III.)
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†
411 ermordet
Konstantin III. war
nur ein einfacher Soldat und versuchte mit seinen angenommenen Namen die
Herkunft von Konstantin dem Großen und
Kaiser
Claudius II. zu suggerieren. Er wurde 407 tatsächlich auch
deshalb mit zum Kaiser in Britannien gewählt. Britannien war
wegen der Völkerwanderung völlig von Rom abgeschnitten. Er setzte
noch 407 aufs Festland über, gewann die Truppen in Gallien dazu und
schlug seine Residenz in Arles auf. Er konnte sogar durch einige Siege
die Rheingrenze wieder stabilisieren und erzwang Bündnisse mit den
Germanen. Er eroberte 408/09 Spanien dazu, wo sein entlassener Magister
militum Gerontius einen eigenen Gegen-Kaiser Maximus
(+
409) aufstellte und auch zwei Verwandte von Kaiser Honorius(Didymus
und Verenianus, beide 409 ermordet) versuchten in Spanien, eigene Herrschaften
zu errichten. Konstantin wurde 409
Konsul
und von Honorius nach dem Scheitern
der Verwandten als Mit-Kaiser anerkannt. Britannien ging weitgehend
für Rom verloren, Gallien und Spanien wurden durch Germanenzüge
stark in Mitleidenschaft gezogen. Er unterlag dem späteren
Kaiser
Constantius III. in der Schlacht bei Arles, floh in eine Kirche
und wurde Mönch. Er wurde inhaftiert, nach Ravenna geschickt und unterwegs
ermordet.
oo N.N.
†
Kinder:
Constans
†
410 ermordet
Julianus
†
411 ermordet
Literatur:
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Gottschalk Gisela: Die großen Cäsaren.
Ihr Leben, ihre Taten, ihre Zeit. Scherz Verlag Bern und München 1980
Seite 248 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus
bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg
1977 Seite 356,360-362,368 - Günther Rigobert: Römische
Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig
2003 Seite 55,62,63 - Lexikon Alte Kulturen, Meyers Lexikonverlag
Mannheim/Wien/Zürich 1990 Band II Seite 478-479 - Schreiber
Hermann: Die Vandalen. Siegeszug und Untergang eines germanischen Volkes.
Gondrom Verlag Bindlach 1993 Seite 94,110,114 - Thiele, Andreas:
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte
Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 486 -
Veh
Otto: Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I.
27 v. Chr. bis 565 n. Chr. Artemis & Winkler Verlag Düsseldorf/Zürich
1998 Seite 76-77 -