Julius Nepos                                Römischer Kaiser (19.6.474-28.8.475)
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    9.5.480 ermordet
      Salona
 

Sohn des Comes und Magister militum Nepotianus
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1092
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Nepos (Julius Nepos), römischer Kaiser 474-480
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   †

  oo Nichte der Kaiserin Verina
 

Neffe des Marcellinus, übernahm 468 als Magister militum Dalmatiae dessen Herrschaft und landete, nachdem er in Byzanz 473 zum Patricius ernannt worden war, in Italien, wo er nach Vernichtung des Glycerius im Sommer 474 zum Kaiser ausgerufen wurde. Nepos gewann in Gallien weitgehend die römische Position zurück, hatte indes 475 in einem Friedensvertrag mit Eurich das Avernergebiet an die Westgoten abzutreten, die damit Gallien (außer Narbonensis II) zwischen Atlantik, Rhône und Loire besaßen. Bald danach vertrieb der Aufstand des Orestes Nepos nach Dalmatien, doch galt er für Zenon auch gegen Odoaker als der rechtmäßige weströmische Kaiser. Eine Rückeroberung Italiens gelang nicht mehr. Nepos wurde 480 in Salona ermordet.

G. Wirth



Veh Otto: Seite 91
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"Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr."

Nepos (Iulius N.)

Weströmischer Kaiser 474/75 bzw. 480
468 Heermeister in Dalmatien, wurde er im Frühjahr 474 von Leo nach Italien entsandt, wo er seinen Vorgänger Glycerius gefangennahm und am 20. Juni 474 zum Augustus proklamiert wurde. In Ravenna residierend, dehnte er seinen Einfluß bis nach Gallien aus und schloß unter Aufgabe des Avernerlandes, des letzten römischen Besitzes südlich der Loire, mit dem Westgoten-König Eurich(Frühjahr 475) Frieden. August 475 floh er vor dem Patricius Orestes in das ihm verbliebene Teilreich Dalmatien und wurde dort, weiterhinn um eine Rückkehr nach Italien bemüht, 480 unter Mitwirkung (?) des Glycerius ermordet.

RE XIV 2505, KP IV 63.



Lexikon Alte Kulturen: Band II Seite 349
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Iulius Nepos
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    480

Weströmischer Kaiser (ab 474)

Wurde 468 Magister militum in Dalmatien und 473, von Leon I. zum Patricius ernannt, als dessen Prätendent nach Italien entsandt. Nachdem er Glycerius gefangengenommen hatte, wurde er im Juni 474 zum Kaiser proklamiert. 475 schloß er Frieden mit den Westgoten unter Eurich, bald darauf mußte er vor dem von ihm ernannten Patricius Orestes fliehen. Gegen dessen Sohn Romulus Augustulus vertrat er von Dalmatien aus weiter seinen Thronanspruch. 480 wurde er ermordet.



Thiele, Andreas: Tafel 488
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

JULIUS NEPOS
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    † 480 ermordet

Julius Nepos war Sohn des Comes und Magister militum Nepotianus und der Neffe und Erbe des Patricius und Gegen-Kaisers Marcellinusvon Dalmatien († 468), folgte diesem, bewahrte eine von Byzanz gestützte weitgehend unabhängige Position, wurde Magister militum, Patricius (im Sinne eines obersten Feldherrn) und byzantinischer Flottenchef. Er verjagte so 474 Kaiser Glycerius aus Ravenna und wurde Kaiser. Er geriet damit gegen Burgund, dessen Protege Glycerius war. Er mußte die Eroberung Süd-Frankreichs durch die Westgoten anerkennen. Er wurde 475 nach Bürgerkriegen vom Heermeister Orestes verjagt, hielt seine unabhängige Stellung in Dalmatien, auch wenn byzantinische Hilfe ausblieb, und wurde ein Opfer der Rache des Ex-Kaisers Glycerius.

  oo N.N.
          †

Nichte der oströmischen Kaiserin Verina (Frau Kaiser Leos I.)



Grant, Michael: Seite 406-411
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"Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik."

NEPOS (474-475/477(?)-480)

Nepos (Iulius Nepos; Kaiser des Westreiches von Juni 474 bis August 475 sowie von 477 [?] bis 480 in Dalmatien) war der Sohn des Nepotianus, der Heermeister ["magister militum"] unter Avitus war, und der Schwester des Marcellinus, der die Truppen in Sizilienn und Dalmatien befehligte. Nepos löste 468 Marcellinus in Dalmatien ab, das damals formal zum Oströmischen Reich gehörte, praktisch aber selbständig war. Er heiratete die Nichte der Kaiserin Aelia Verina, der Frau des oströmischen Kaisers Leo I.; und dieser war es auch, der, da er sich weigerte, Glycerius als Kaiser des Westens anzuerkennen, Nepos den militärischen Auftrag erteilte, Glycerius abzusetzen. Daraufhin landete Nepos mit einer Flotte in Portus Augusti (Ostia) und ließ sich dort im Juni 474 zum Kaiser ausrufen. Glycerius ergab sich ihm kampflos und wurde später zum Bischof von Salonae (bei Split in Dalmatien). geweiht.
In Hinblick auf Nepos gemahnte Zenon den römischen Senat, daß er es am rechten Umgang mit den beiden Kaisern, die Konstantinopel auf den Thron gebracht hatte, habe fehlen lassen, Anthemius habe er umbringen lassen und Nepos ins Exil geschickt. Also bat er die Senatoren und gleichfalls Odoaker, Nepos nach Italien zurückkehren zu lassen. Wie zu erwarten war, unternahm Odoaker nichts, um Nepos auf italienischem Boden wieder zu seinen Rechten zu verhelfen. Allerdings weisen die Goldmünzen, die nach diesem Ereignissen in Nepos' Namen in Italien geprägt wurden, darauf hin, daß Odoaker, der die italienischen Münzprägestätten kontrollierte, wenigstens dem Schein nach Nepos die gewünschte Anerkennung.
Von daher bedarf die Auffassung, daß das Westreich mit Romulus Augustulus endete, zumindest formal einer Korrektur, denn der letzte von Konstantinopel (und nach außen hin auch von Odoaker) anerkannte "Kaiser des Westens" war Nepos, obwohl er nicht mehr in Italien residierte. Der Verbannte lebte in Dalmatien, bis er am 9. Mai 480 von zweien seiner Gefolgsleute, Viator und Ovida, in seinem Landhaus bei Salonae umgebracht wurde, vielleicht, obwohl das nicht sehr wahrscheinlich ist, auf Betreiben seines Vorgängers Glycerius.
 
 
 
 

  oo N.N., Nichte der byzantinischen Kaiserin Verena
           †
 
 
 
 

Literatur:
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Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 111,170,171,355 - Grant, Michael: Der Untergang des Römischen Reiches. Manfred Pawlik Verlagsgesellschaft mbH Herrsching 1988 Seite 51,148,169 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 383,406-411,415 - Heuss Alfred: Römische Geschichte. Georg Westermann Verlag Braunschweig 1960 Seite 489 - Lexikon Alte Kulturen, Meyers Lexikonverlag Mannheim/Wien/Zürich 1990 Band II Seite 349 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Seite 196,200 - Riehl Hans: Die Völkerwanderung. Der längste Marsch der Weltgeschichte. W. Ludwig Verlag 1988 Seite 243,253 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 488 - Veh Otto: Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr. Artemis & Winkler Verlag Düsseldorf/Zürich 1998 Seite 91 -