Johannes                                        Römischer Kaiser (423-425)
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um 390 Frühjahr 425
              Aquileia
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 532
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Johannes, römischer Kaiser 423-425
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   †

Nach dem Tod des Honorius vom Senat erhoben und vom Heer in Ravenna bestätigt, trotz seines milden und verständigen Charakters von Theodosius II. in Konstantinopel nicht anerkannt. Um die Getreideversorgung Roms zu sichern, entsandte er einen Großteil des Heeres nach Afrika zum Kampf gegen den comes Bonifatius, so daß ihm in Italien nur noch wenig Truppen zur Verfügung standen. Deshalb mußte er sich, als ein oströmisches Heer unter Ardabur und Aspar anrückte, in das befestigte Ravenna zurückziehen. Da der erhoffte Entsatz hunnischer Hilfsvölker aus Gallien unter Führung des Aetius ausblieb, wurde er gefangengenommen und hingerichtet.

R. Klein



Lexikon Alte Kulturen: Band II Seite 386
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Johannes
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    Aquileia im Mai oder Juni 425

Römischer Kaiser

Als Vorsteher der Geheimsekretäre (lateinisch primicerius notariorum) nach dem Tod des Honorius von hohen Hofbeamten mit Duldung des Militärs in Rom erhoben. Vergeblich versuchte Johannes, die Anerkennung des Ost-Kaisers Theodosius II. zu erlangen. Er erlag dem Angriff einer oströmischen Armee, wurde gefangen und getötet. Seine Herrschaft galt als milde.



Veh Otto: Seite 64
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"Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr."

Iohannes.

Weströmischer Usurpator 423-425
Wurde als hoher Beamter nach dem Tod des Honorius im Dezember 423 von Senat und Heer zum Augustus des Westens ausgerufen, jedoch vom Osten nicht anerkannt. Truppen Theodosius' II., die Galla Placidia und ihren Sohn Valentinian III. nach Ravenna zurückführten, besiegten ihn nach kurzer, verdienstvoller Regieruiing, worauf er in Aquileia schmachvoll hingerichtet wurde.

RE IX 1745, KP II 1429.



Thiele, Andreas: Tafel 486
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

JOHANNES
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    †

Wohl verwandt mit einem gleichnamigen Primicerius notariorum, der schon unter Kaiser Theodosius diente. Johannes wurde wie dieser Primicerius notariorum (kaiserliche Notar) und riß nach dem Tod des Kaisers Honoriusdie Gewalt an sich und wurde vom Senat und Heer als Kaiser akzeptiert. Er wurde als mild und hochherzig geschildert und grenzte die Rechte der Kirche ein, obwohl er Christ war. Er geriet gegen Bonifatius und gegen Byzanz, wurde 425 Konsul, was Byzanz auch nicht anerkannte. Er schickte den jungen Aetius um Hilfe zu den Hunnen, wurde lange Zeit in Ravenna belagert, letztlich gefangengenommen und hingerichtet, da die hunnische Hilfe zu spät kam. Ihm folgte Valentinian III.



Literatur:
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Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 373-376 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 76,78 - Lexikon Alte Kulturen, Meyers Lexikonverlag Mannheim/Wien/Zürich 1990 Band II Seite 386 - Schreiber Hermann: Die Hunnen. Attila probt den Weltuntergang. Econ Verlag Wien-Düsseldorf 1990 Seite 142 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 486 - Veh Otto: Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr. Artemis & Winkler Verlag Düsseldorf/Zürich 1998 Seite 64 -