Ältester Sohn des KaisersAlexios
I. Komnenos von Byzanz und der Irene
Dukaina, Tochter von Prinz Andronikos
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 532
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Johannes II. Komnenos, byzantinischer Kaiser 15. August
1118 (Ausrufung) bzw. 28. November 1118
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(Krönung)-1143
* 13. September 1087, †
8. April 1143
Eltern: Kaiser Alexios I. und Eirene Dakaina
oo 1104/05 Piroska (Eirene), Tochter von Ladislaus I. von Ungarn und Adelheid von Rheinfelden
Stifterin des Pantokratorklosters
Der Ehe entsprangen acht Kinder, darunter der spätere
Kaiser
Manuel I. Johannes II., sicher zu recht als bedeutendster
KOMNENEN-Herrscher
betrachtet, verfolgte in der Außenpolitik, außer in der
Haltung zu Venedig, die Ziele seines Vaters kontinuierlich weiter. Im Norden
ermöglichte Johannes II. der definitive
Sieg über die Pecenegen (1122) die Unterwerfung der Serben. Die verwandtschaftliche
Bindung gab häufig Gelegenheit zum Eingreifen in Ungarn, aber auch
zu ungarischen Einfällen in Byzanz (bis 1128). Im Westen wurde der
Vertrag mit Venedig nach häufigen Überfällen auf ägäische
Inseln erst 1126 erneuert. Seit 1130 (Krönung Rogers
II.) in Unteritalien aktiv, schloß Johannes
II.
mit LOTHAR III., Pisa,
Genua und Papst Innozenz II. eine antinormannische Koalition, an
der sich Byzanz allein mit Geldmitteln beteiligte. Dabei wurden starke
Verbinden zu den
STAUFERN geknüpft,
auch Unionsverhandlungen mit dem Papst sind unter diesem Aspekt zu sehen.
Im Osten und den Kreuzfahrerstaaten kam es zu Auseinandersetzungen mit
den Danismandiden von Melitene (1135), den kleinarmenischen Fürsten
in Kilikien (1137) und zur Einnahme von Anticheia. Nach antibyzantinischer
Bewegung erfolgte 1142 ein erneuter Feldzug nach Antiocheia, der vielleicht
auch ein Vordringen nach Palästina zum Ziel hatte, aber wegen des
Todes des Kaisers im Feldlager zwischen Anarzarbos und Mopsuestia (Kilikien)
durch einen vergifteten Pfeil abgebrochen wurde.
JOHANNES II. "DER SCHÖNE" KOMNENOS
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* 1087, † 1143
Sohn des Kaisers Alexios I.
Johannes II. der Schöne wurde 1092 von seinem Vater zum Mit-Kaiser ernannt und setzte sich nach dessen Tode gegen seine Schwester Anna durch. Venedig erzwang nach siebenjährigem Krieg die Erneuerung aller Privilegien und das Zurückdrängen von Pisa, dass er gegen Venedig aufzubauen versuchte und war in der Folgezeit ganz von Venedigs Seemacht abhängig. Johannes II. besiegte 1122 die Petschenegen entscheidend und beseitigte so diese Gefahr für immer. Er griff in die ungarischen Thronwirren zugunsten der Prinzen Almos und Boris ein, unterwarf Serbien und Bulgarien wieder der byzantinischen Hoheit, führte ab 1130 Krieg im Osten und eroberte Klein-Armenien und unterwarf Antiochia. Er verbündete sich mit Kaiser LOTHAR III. und faßte dadurch vorübergehend in Italien gegen die Normannen Fuß. Seine Regierungszeit war eine Zeit hoher Kulturblüte. Johannes II. gilt als tatkräftigster KOMNENE und starb durch einen Jagdunfall in Kilikien.
1104
oo PRISCA
VON UNGARN, Tochter und Eventualerbin des Königs Ladislaus I.
† 1134 als Nonne
Mayer Hans Eberhard: Seite 83,84,86
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"Geschichte der Kreuzzüge"
Kaiser
Johannes II. hatte zu Beginn seiner Regierung Syrien vernachlässigen
müssen, da er Venedig, die Petschenegen und im östlichen Anatolien
die Danischmendiden zu bekriegen hatte. Erst 1137 fand er Zeit zum Eingreifen,
wofür es mancherlei Gründe gab. Hauptsächlich wollte er
wohl die byzantinische Herrschaft über Antiochia und Nord-Syrien wiederherstellen,
aber andererseits galt es auch, den Franken gegen die andrängende
Macht Zengis beizustehen. Diese gegensätzlichen Motive finden
ihre Erklärung darin, dass Byzanz zur Sicherung seiner theoretischen
Ansprüche über Nord-Syrien seine schützende Hand über
die Kreuzfahrerstaaten halten mußte, wenn es sie auch zu Vasallen
herabzudrücken gedachte. Auslöschen durfte er sie nicht. Außerdem
war der Kaiser als Oberhaupt der orthodoxen Kirche verpflichtet, seine
Glaubensgenossen vor einer islamischen Herrschaft zu schützen, wenngleich
es diesen unter dem Islam mitunter besser gegangen war als unter lateinischer
Herrschaft, sofern sie sich als sogenannte "dhimmis" mit dem Status einer
geschützten Minderheit zufriedengaben. In den Augen der orthodoxen
Kirche war aber eine lateinische Herrschaft allemal noch einer islamischen
vorzuziehen.
Der Marsch des Kaisers durch Kilikien gestaltete sich
zu einem einzigen Triumphzug, und Ende August 1137 stand er bereits vor
Antiochia, das nach wenigen Tagen kapitulierte, zumal König
Fulko sich nicht bereit fand, Fürst Raimund gegen
den Kaiser zu unterstützen. Auch für Fulko
bedeutete das Auftauchen des Kaisers ein politisches Problem, aber gleichzeitig
verkannte er nicht, dass hier Hilfe gegen Zengi nahte. Er stimmte
darum auch der Einigung bei, zu der sich Raimund bequemen mußte.
Dieser huldigte dem Kaiser für Antiochia und hißte die kaiserliche
Standarde, wofür Johannes vorderhand
vom Einmarsch in die Stadt absah, sich jedoch die Herrschaft über
Antiochia versprechen ließ, falls es ihm gelänge, Aleppo, Schaizar
und Homs zu erobern und daraus in Anlehnung an den Vertrag von 1108 für
Raimund
ein neues Fürstentum zu schaffen. Nachdem der Kaiser den Winter in
Kilikien verbracht hatte, begann er im März 1138 mit Unterstützung
Antiochias und Edessas seine Offensive gegen Zengi. Doch mißglückte
ein Überraschungsangriff auf Aleppo, und als es gegen Schaizar ging,
das den mittleren Orontes kontrollierte, ließ die fränkische
Hilfe plötzlich nach, da eine Eroberung der Festung den Vertrag vom
Vorjahr hätte akut werden können. Verärgert zog der Kaiser
nach Antiochia zurück, in das er jetzt formell einzog. Aber ehe er
noch seine Armee nachrücken lassen konnte, inszenierte
Joscelin
II. von Edessa geschickt einen Volksaufstand in der Stadt, der Johannes
zum
Abzug zwang. In den folgenden Jahren schlug sich der Kaiser in Anatolien
mit den DANISCHMENDIDEN herum.
Im Jahre 1142 griff auch Johannes
II. Komnenos wieder in Syrien ein. Er rückte durch Anatolien
und Kilikien nach Antiochia vor, dessen Fürst jetzt aber von der Huldigung
von 1137 nichts mehr wissen wollte und sich hinter dem tatsächlich
vorhandenen Unwillen seiner Vasallen, ihr Fürstentum an Byzanz abzutreten,
verschanzte. Die Jahrezeit war für einen Krieg zu weit fortgeschritten,
weshalb Johannes sich wieder in das
kilikische Winterquartier zurückzog. Die Pläne, die er dort entwickelte,
deuten darauf hin, dass der Kaiser sogar daran dachte, die byzantinische
Herrschaft über Palästina wiederherzustellen, die dem Reich 638
verlorengegangen war. Doch König
Fulko konnte Johannes durch
geschicktes Lavieren von einer bewaffneten "Pilgerfahrt" nach Jerusalem
abhalten. Antiochia wurde nur gerettet, weil der Kaiser im April 1143
an den Folgen eines Jagdunfalls starb, kurz ehe er wieder nach Syrien
wollte.
1104
oo Irene (Piriska)von Ungarn, Tochter des Königs
Ladislaus I.
1085 †
1124
Sie starb als Nonne.
Kinder:
Alexios (ältester)
1106 † 1142
Andronikos
um 1107/08 † 1142
Maria
†
um 1151
oo Johannes Dalassenos Rogerios
† als Mönch
Isaak
um 1115 † 1154(?1174)
Manuel I.
1118/22 † 24.9.1180
Theodora
†
als Nonne
oo Manuel Anemas
†
Anna
†
oo Stephan Kontostephanos
†
1149 gefallen
Eudokia
†
oo Theodoros Batatzes Herzog von Kilikien
† 1176
Literatur:
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Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen
Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 -
Bernhardi,
Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg,
Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1879 - Browning Robert:
Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches.
Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1982 Seite 122,125,143,147,150,159
- Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes,
Verlag Styria Graz 1990 Seite 47 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag
W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 27,36,37,82 - Heilig,
Konrad Josef: Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts.
Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen
Byzanz und dem Westreich, in Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs
I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters,
Anton Hiersemann Stuttgart 1944 Seite 112,118,122,127,130,138,151,156,164,175,230,233,238-242,255,258,261,265,266,268,375
- Houben, Hubert: Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient
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Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH
1995 Seite 83,84,86 - Norwich John Julius:
Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH,
Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 81-122 - Runciman,
Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C.
Beck München 1978, Seite 362,473,510-524,526-529,539,543,551,613 -
Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 201 -