Begraben: Kloster Pantokrator
Einzige Tochter des Königs
Ladislaus I. von Ungarn aus dem Hause der ARPADEN
und der Adelheid von Rheinfelden, Tochter
von Gegen-König
RUDOLF
Thiele, Andreas: Tafel 354
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und
Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"
PRISCA (= PIROSCHKA)-IRENE
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† 1134
1104
oo JOHANNES
II. KOMNENOS, Kaiser von Byzanz
† 1143
Johannes stand im
dreißigsten Lebensjahr, ein kleiner, schmaler Mann, dunkelhaarig,
dunkeläugig und von bemerkenswert dunkler Gesichtsfarbe. Er war vor
allem Soldat und glücklicher im Feld als in seinem Palast. Seiner
Familie war er herzlich zugetan und behandelte sie mit Geduld und Nachsicht,
und seiner Gemahlin, der in Irene
umgetauften
ungarischen Prinzessin
Piriska, war er ein getreuer Gatte; aber obgleich sie seinen
Hang zu nüchterner Lebensweise und zu mildtätigen Werken teilte,
hatte sie nur wenig Einfluß auf ihn.
Im Jahre 1134 rief ihn der plötzliche Tod
der Kaiserin aus dem Krieg zurück.
Lazar Istvan: Seite 67
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"Kleine Geschichte Ungarns"
Aber nicht nur der Heiligenmacher Ladislaus erwarb den Glorienschein, den er für andere erwirkt hatte. Seine Tochter, die Kaiserin von Byzanz, ungarisch Piroschka, griechisch Irene geheißen, wurde zur Heiligen der orthodoxen Kirche.
Balazs György/Szelenyi Karoly: Seite
37
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"Die Magyaren. Geburt einer Nation."
Die letzten Jahre König Ladislaus' wurden von der Sorge um die Thronfolge getrübt. Er hatte keinen Sohn; seine einzige Tochter Piroska wurde später die Gemahlin des byzantinischen Kaisers.
Heilig, Konrad Josef: Seite 119,152,165,238,239
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"Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts.
Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen
Byzanz und dem Westreich."
Ja sogar auf Kriegszügen begleiteten die hohen Frauen
ihre Männer. Irene, die Gemahlin
Alexios
I., zog, wenn gelegentlich auch nur auf ausdrücklichen
Befehl des Kaisers und widerwillig, auf kriegerische Unternehmungen mit;
und die Frau seines Sohnes Johannes,
die ungarische Königs-Tochter
Irene, gebar ihre zwei ersten Kinder auf einem Feldzug und starb
wiederum auf einem Feldzug in Bithynien.
Alexios I. konnte
kaum daran denken, seine Einflußsphäre über Ungarn mit
dem Schwerte auszudehnen; doch band er durch eine Ehe zwischen seinem
Sohn und Nachfolger Johannes und
einer ungarischen Königs-Tochter, in Byzanz Irene
genannt, das Stephans-Reich an
Byzanz.
Kaiser Johannes
hätte wohl nicht zum Schwert gegen die Ungarn gegriffen, wäre
nicht unter dem ungarischen König
Stefan II. um 1128 ein Angriff gegen Byzanz bis in die Gegend
von Philippopol vorgetragen worden. Daß
Johannes ungarische Prätendenten, die ihm über seine
Frau verschwägert waren, bei sich aufnahm, darf nicht als Eroberungspolitik
angesehen werden.
Wahrscheinlich wurde damals auch eine neue Heirat abgemacht
zwischen dem jungen HEINRICH, dem Sohne
KONRDAS,
und einer weiteren Nichte
Manuels,
die die Kaiserin
Irene bestimmen sollte [Bernhardi Seite 682f.]
Zur Frau hatte Kaiser
Johannes eine ungarische Königs-Tochter, die in
Byzanz den Namen Irene
führte; sie
ist nicht, wie man gewöhnlich liest, die Tochter
des heiligen Ladislaus, sondern
die seines Neffen Kalman (1095-1114)
[4 Über sie und ihre Beziehungen zu Byzanz zusammenfassend
Gy. Moravcsik, Szent Laszlo leanya es a bizanci Pantokrator-monostor (Tochter
Ladislaus des Heiligen und das Pantokratorkloster in Konstantinopel) in
A Konstantinapolyi Magyar Tudomanyos Intezet kozlemenyei, Mitt. d.. Ung.
Wissenschaftl. Inst. in Konstantinopel 7/8, Budapest 1923). Moravcsik nennt
Irene Tochter des heiligen
Ladislaus. Doch ist die Sache keineswegs klar. Für
Ladislaus
als Vater entscheiden sich Du Cange in Anmerkung zur Alexias in MPG. 131
Sp. 1025 Nr. 403; derselbe Familiae Byzantinae (Paris 1680) Seite 179 (Venetiae
1729 Seite 149), die ungarischen Geschichtsschreiber, ebenso der Russe
Grot, Iz istorij Ougrij i Slavianstva v XII viekec (Aus der Geschichte
der Ungarn und er Slawen im 12. Jahrhundert, Warschau 1889) 26, auch die
Genealogischen Tafeln von Isenburg 2 (1936) Seite 104 und 142; für
Kalman
entscheidet sich Chalandon, Alexis Seite 238 Anmerkung 5 und Jean et Manuel
Seite 55 und neuerdings Marquis de la Force, Les conseillers latins de
BasileusAlexis Comnen (Byzantion II, 1936) Seite 153-165, namentlich Seite
154f. Als Tochter Gezas I. bezeichnet
sie Caratheodory in Revue 'histoire diplomatique 3 (1899) Seite 410. Ich
selbst halte Kalman für den Vater
und hoffe diese Behauptung demnächst in einer ungarischen Zeitung
beweisen zu können. Sicher scheint mir die Abstammung der Mutter
der
Irene von den deutschen Königen
zu sein - siehe oben Seite 38 Anmerkung 1 - Adelheid,
die Tochter RUDOLFS VON RHEINFELDEN
und Enkelin HEINRICHS III., war aber
nicht an Ladislaus, sondern an Kalman
verheiratet - siehe den liber constructionis s. Blasii bei M. Gerbert,
Historia Nigrae Silvae I (1783) Seite 233; trotz Gerberts grundgelehrter
Polemik wird man schwerlich in St. Blasien den Namen eines Kalman
eingesetzt haben, wenn er nicht in der Vorlage, die aus dem 12. Jahrhundert
stammt, gestanden hat. Wohl entscheidend ist der Umstand, daß die
Verlobung zwischen der Tochter Manuels
Maria und
Bela-Alexios getrennt
wird wegen zu naher Blutsverwandtschaft - Kinnamos 6, II Seite 287 Zeile
4.
Die Verwandtschaft sah so aus:
Kaiser HEINRICH III. - Adelheid oo König RUDOLF VON
SCHWABEN - Adelheid oo Kalman König von Ungarn, Sohn Gezas I. - Irene
oo Johannes II. Kaiser von Byzanz - Manuel Kaiser von Byzanz - Maria
Geza I. König von Ungarn - Prinz Almos - Bela II.
König von Ungarn - Geza II. König von Ungarn - König Bela
III.-Alexios
Dann waren die Brautleute im siebten Grade blutsverwandt;
und gerade dieser Verwandtschaftgrad war damals in der Schwebe und wurde
von Manuel für unfähig zur
Eheschließung erklärt - Dölger Nr. 1468. Alle anderen Kombinationnen
ergeben eine zu weite oder zu nahe Verwandtschaft.]. Gestorben ist sie
vor ihrem Manne im Frühling des Jahres 1134 in Bithynien und
wurde im Kloster Pantokrator, das sie und ihre Gemahl gestiftet hatte,
in einem noch erhaltenen Grab beigesetzt. Ihr Geburtsjahr ist nicht genau
bekannt; aber um 1105 muß sie bereits im gebährfähigen
Alter gewesen sein; denn im Zusammenhang mit einem zum 5. April 1106/07
zu datierenden Ereignis wird sie als Mutter eines Zwillingspaares genannt,
Alexios
und
Maria
[2
Alexias 12, 4 Seite 155. Die Geburt erfolgte in Balabista
in Mazedonien; der Ort wird auch von Georgios Akropolites genannt - Kap.
44 Seite 77 Zeile 20 und Seite 78 Zeile 9.]. In ihrer Grabinschrift ebenso
wie in der ihres Gemahls wird erwähnt, daß sie vier Söhnen
und vier Töchtern das Leben schenkte [3 Die Namen der
Töchter sind nach A. Dmitrievskij, Opisanie liturgiceskich rukopisey
chranjaschichsiy v bibliotekach pravoslavnago vostoka (Beschreibendes Verzeichnis
der liturgischen Handschrigten in den Bibliotheken des rechtgläubigen
Ostens) I (Kiew 1895) Seite 663 Maria,
Anna,
Theodora
und Eudokia.]. Die vier Söhne
sind in der Reihenfolge ihrer Geburt mehrfach voneinander unabhängigen
Quellen genannt als Alexios,
Andronikos,
Isaak
und Manuel. Geboren ist der letzte,
der spätere Kaiser 1122, und zwar am 2. August. In diese Spanne zwischen
1106 und 1121 sind die beiden Söhne des Kaisers
Andronikos
und Isaak
und wohl noch die eine
oder andere Tochter, Anna,
Eudokia und Theodora
einzureihen, wobei offenbar
Andronikos
um 1110 oder 1112 sicher nicht später, anzusetzen sein wird.
1104
oo Johannes II. Komnenos Kaiser von Byzanz
13.9.1087 †
8.4.1143
Kinder:
Alexios (ältester)
1106 †1142
Andronikos
um 1107/08 † 1142
Maria
†
um 1151
oo Johannes Dalassenos Rogerios
† als Mönch
Isaak
um 1115 † 1154
(?1174)
Manuel I.
1118/22 † 24.9.1180
Theodora
†
als Nonne
oo Manuel Anemas
†
Anna
†
oo Stephan Kontostephanos
† 1149 gefallen
Eudokia
†
oo Theodoros Batatzes Herzog von Kilikien
† 1176
Literatur:
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Balazs György/Szelenyi Karoly: Die
Magyaren. Geburt einer Nation. Corvina Kiado Budapest Seite 37 - Heilig,
Konrad Josef: Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts.
Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen
Byzanz und dem Westreich, in Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs
I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters,
Anton Hiersemann Stuttgart 1944 Seite 38,119,152,165, 238,239 - Lazar
Istvan: Kleine Geschichte Ungarns. Österreichischer Bundesverlag Wien
1990 Seite 67 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen
Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 - Runciman,
Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C.
Beck München 1978, Seite 513,515 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband
2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II
Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 354 -