Herkunft und frühere Laufbahn unbekannt
Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1518
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Glycerius, weströmischer Kaiser 473/474
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†
Unter Olybrius zum
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domesticorum aufgestiegen, wurde er auf Veranlassung Gundobads,
des mächtigen Nachfolgers Ricimers, in Ravenna vom Heer zum
Kaiser ausgerufen. Während der Regierung des als frommer
Christ bekannten
Glycerius
gelang
es, in Italien eingefallene ostgotische Scharen durch Geschenke zum Abzug
nach Gallien zu bewegen. Der oströmische
Kaiser Leo erkannte den neuen Herrscher
nicht an und entsandte
Iulius Nepos
mit einer Flotte in den Westen. Als dieser bei Rom gelandet war und zum
Kaiser ausgerufen wurde, ergab sich Glycerius
kampflos, erreichte es jedoch, zum Bischof von Salonae in Dalmatien
geweiht zu werden. Dort soll er an der Ermordung des
Iulius Nepos
(480) beteiligt gewesen sein.
Weströmischer Kaiser (473/74)
Glycerius war zunächst
Kommandant
der kaiserlichen Leibgarde unter Kaiser Olybrius,
nach dessen Tod er sich, auf Veranlassung des Patricius Gundobad,
im März 473 in Ravenna zum Kaiser erhob. Der oströmische
Kaiser Leon I. verweigerte
ihm aber die Anerkennung und sandte seinen Prätendenten Iulius
Nepos, nach Italien, dem Glycerius
sich kampflos unterwarf. Er war danach Bischof von Salona und soll
480 an der Ermordung des Nepos beteiligt
gewesen sein.
Glycerius.
Weströmischer Kaiser 473/74
War unter Olybrius comes
domesticorum und nahm auf Veranlassung Gundobads,
des Neffen Ricimers, am 3. März 473 zu Ravenna den Purpur.
Von Ostrom nicht anerkannt, ergab er sich kampflos einer von
Leo I. mit dem neuen Thronprätendenten Nepos
entsandten Streitmacht und ließ sich zum Bischof von Salona weihen.
Als solcher soll er an der Ermordung des Nepos
480 beteiligt gewesen sein.
RE VII 1467, KP II 821.
GLYCERIUS
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† nach 480
Herkunft und frühere Laufbahn sind unbekannt.
Glycerius wurde Präfekt
unter
Kaiser Olybrius und 473 durch
Prinz
Gundobad von Burgund (Neffe und Nachfolger
des Ricimer als Reichsmarschall) Kaiser. Er besaß keine wirkliche
Autorität, die sowieso nicht über Italien hinausreichte und selbst
da stark eingeschränkt war. Er residierte in Ravenna, da Rom schon
lange nicht mehr als sicher genug galt. Die einfallenden Ostgoten veranlaßte
er, nach Gallien weiterzuziehen gegen die Westgoten. Er soll sehr fromm
gewesen sein und veranlaßte ein Antisimoniegesetz. Er wurde mit
Gundobad 474 durch Julius Nepos
gestürzt, war danach Bischof von Savona und ließ aus
Rache Julius Nepos 480 ermorden.
Danach nicht mehr greifbar.