Attalus Priscus                                Römischer Kaiser (409-410)(414-415)
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    nach 415
 

Sohn des Magister officiorum und Statthalter von Achaia Publius Ampelius
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1178
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Attalus Priscus, weströmischer Kaiser 409/10 und 414/15
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* um 350, nach 416

Heidnischer Senator und Freund des Symmachus (epist. 7, 15-25), 408 Comes sacrarum largitonum, 409 Praefectus urbi, wurde Attalus im Kampf gegen Honorius von Alarich I. im Dezember 409 zum Gegen-Kaiser gemacht. Obwohl jetzt arianisch getauft, verhalf Attalus doch der schon 408 während der ersten Belagerung durch Alarich angebahnten heidnischen Reaktion in Rom nochmals zur Geltung (Sozom. 9, 8f.; Oros. 7,42,8). Da Attalus Alarichs Plänen (Eroberung Afrikas) nicht gefügig war, wurde er im Juli 410 abgesetzt. Von Athaulf erneut zum Kaiser ausgerufen (Epithalamium auf die Hochzeit des Athaulf mit Galla Placidia im Januar 414), geriet Attalus in die Hände von HonoriusFeldherrn Constantius, wurde 416 in Rom im Triumph mitgeführt und dann nach Lipari verbannt.



Veh Otto: Seite 14
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"Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr."

Attalus (Priscus A.)

Weströmischer Gegen-Kaiser 409/10 und 414/15
Vornehmer Herkunft und praefectus urbi, wurde er auf Veranlassung des Westgoten-Königs Alarich 409 durch den Senat gegen Honorius zum Kaiser aufgestellt, wegen römer-freundlicher Politik aber 410 von Alarich seines Amtes entkleidet. 414 erhoben ihn die Westgoten in Gallien erneut zum Kaiser; im Jahr darauf fiel er Honorius in die Hände und endete als Verbannter auf der Insel Lipara.

RE II 2177.



Thiele, Andreas: Tafel 485
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

ATTALUS PRISCUS
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    † nach 415

Wohl Sohn des Magister officiorum und Stathalters von Achaia Publius Ampelius

Attalus Priscus war hoher stadtrömischer Beamter, 398 römischer Gesandter beim Kaiser, stieg 409 zum Stadtpräfekten von Rom auf, während König Alarich mit den Westgoten die Stadt belagerte. Auf Alarichs Druck hin wurde er vom Senat zum Kaiser gekürt. Er sollte ein gefügiges Werkzeug Alarichs gegen Kaiser Honorius sein. Er wurde formal Arianer, obwohl er eifriger Verfechter altrömischer Traditionen  war. Er ernannte Alarich zum Magister militum, marschierte mit ihm gegen Honorius, der sich bereit erklärte, ihn als Mitregenten anzuerkennen. Er geriet gegen Alarich, weil er sich weigerte, den Westgoten Nord-Afrika preiszugeben, da Rom von dessen Getreidelieferungen abhängig war. Er wollte sich nicht in westgotische Abhängigkeit begeben. Er geriet auch gegen den Usurpator-Kaiser Heraclianus, der die Getreidelieferungen stoppte und weigerte sich trotzdem, Alarich nach Afrika zu lassen, worauf dieser 410 Rom eroberte, ein Ereignis, das große Erschütterung bei den Zeitgenossen hervorrief. Er wurde abgesetzt und blieb bei den Westgoten, wo er weiterhin großen Einfluß hatte. Er ernannte Alarichs Nachfolger Athaulf zum Comes domesticorum equitum, wurde von diesen 414 erneut zum Kaiser in Gallien gemacht, 415 abgesetzt und ins Exil geschickt.



Literatur:
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Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 97 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 357,369 - Gregorovius Ferdinand: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter. dtv-Bibliothek 1978 Band I, 1 Seite 62 -
Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 59, 64,67,68 - Riehl Hans: Die Völkerwanderung. Der längste Marsch der Weltgeschichte. W. Ludwig Verlag 1988 Seite 38-41,47,172-174 - Schreiber Hermann: Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 177 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 485 - Veh Otto: Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr. Artemis & Winkler Verlag Düsseldorf/Zürich 1998 Seite 14 -