Maria von Brabant                                    Herzogin von Bayern
------------------------
1226-18.1.1256 enthauptet
           Donauwörth

Grabstätte: Heiligenkreuzkirche in Donauwörth
 

Jüngere Tochter des Herzogs Heinrich II., Herzog von Brabant und Lothringen aus seiner 1. Ehe mit der Maria, Tochter von König PHILIPP von Schwaben
 

Rall Hans und Margal: Seite 45-49
******************
"Die Wittelsbacher"

Herzog Ludwig II.
------------------------
* 13.4.1229, + 2.2.1294
Heidelberg    Heidelberg

Grabstätte: Kirche des Zisterzienserklosters Fürstenfeld (Fürstenfeldbruck)

   2.8.1254 in Landshut
  1. oo Maria, Herzogin von Brabant und Lothringen
          1226, + 18.1.1256 enthauptet
                    Donauwörth

Grabstätte: Heiligenkreuzkirche in Donauwörth

Eltern: Heinrich II., Herzog von Brabant und Lothringen und Maria, Tochter des Königs PHILIPP von Schwaben

Ludwig weilte im Januar 1256 in landesherrlicher Tätigkeit am Rhein. Da wurde er durch Umstände, die bis heute nicht eindeutig geklärt sind, zu einer furchtbaren Tat hingerissen. Mehrere Versionen sind darüber niedergeschrieben worden, meist in viel späterer Zeit. Eine davon erzählt: Ein Brief seiner Gattin Maria von Brabant geriet in die Hände Ludwigs, als er sich am Rhein aufhielt. Er war - nach einem nicht gleichzeitigen Bericht - an ein Mitglied des Hauses der Rau- oder Wildgrafen von Kyburg auf dem Hunsrück gerichtet. Zwei seiner bayerischen Ministerialen bestärkten Ludwig in dem angeblich aus dem Brief hervorgehenden Verdacht, dass seine Frau in einen Ehebruch verstrickt sei. Nach dem im 13. Jahrhundert niedergeschriebenen Schwabenspiegel war die Strafe für eine Ehebrecherin die Enthauptung. Ludwig ritt in jähem Zorn Tag und Nacht, bis er in Donauwörth seine Frau antraf. Er ließ sie sofort enthaupten. Wenn nicht als Ehemann, so hatte er doch als Herzog das Recht, einen Urteilsspruch über eine Ehebrecherin zu fällen. Ludwig gewann aber offenbar keine Beweise für die Schuld der hingerichteten Gattin und begann die jähe Tat als schwere Untat zu erkennen und schwer zu bereuen. In Erfüllung der ihm von der Kirche auferlegten Buße stiftete er das Zisterzienserkloster Fürstenfeld (Fürstenfeldbruck). Sein Beiname "der Strenge" wurde ihm erst in einem späteren Jahrhundert gegeben.

GESCHICHTE MIT PFIFF Heft 10 2001 Seite 26-27

Der Mörder Ein WITELSBACHER sieht rot
----------------------------------------------------------------
Eine schreckliche Moritat wussten Bänkelsänger über den Jahresanfang 1256 aus Bayern zu berichten - wieder war einem WITTELSBACHER sein cholerisches Temperament zum Schicksal geworden ,,,

Doch war es nicht die hohe Politik, die den Bayern-Herzog Ludwig II. in einer kalten Januarnacht zum Amoklauf reizte, sondern - zur Freude aller Moritatendichter - die Liebe und die Eifersucht! Da der Stoff das Ausmaß einer Shakespearschen Tragödie erreichte, ist es nicht verwunderlich, dass sich aus den verschiedenen, zum Teil viel später entstandenen Aufzeichnungen nicht nmehr eindeutig rekonstruieren lässt, was in der Nacht vom 17. auf den 18. Januar 1256 auf der Burg Mangoldstein in Donauwörth genau geschah. Sicher ist nur, dass Ludwig II., dem späteren Chronisten seiner Untat wegen den Beinamen "der Strenge" verpassten, nach seinem Wutanfall Witwer war - er hatte seine junge Frau Maria von Brabant ins Jenseits befördert!
Dabei hatte alles so schön begonnen: Prächtig war am 2. August 1254 in Landshut die Hochzeit zwischen dem Bayern-Herzog Ludwig II., und Maria, der Tochter Heinrichs II., des Herzogs von Brabant und Lothringen, geschlossen worden. Die spätere Überlieferung hat ein liebevolles Bild von der jungen Frau gezeichnet, die nur für anderthalb Jahre Herzogin von Bayern war. Fromm sei sie gewesen, großzügig den Armen gegenüber und ihrem Mann treu ergeben. Offenbar aber fühlte sie sich bei den häufigen Abwesenheiten ihres Gatten, der als Pfalzgraf des öfteren in Heidelberg weilte, einsam und vernachlässigt. So wird es auch gewesen sein, als Ludwig am Jahreswechsel 1255/56 in die Pfalzgrafschaft reiste und seine Frau samt Gefolge in Donauwörth zurückließ. Die sehnsüchtig wartende Maria hoffte den Aufenthalt ihres Mannes mittels zweier Briefe zu verkürzen. Der eine war an ihren Ehemann gerichtet, der andere an den befreundeten Wildgrafen Heinrich von Kyburg, den Maria bat, Ludwig zur Heimkehr zu bewegen. Dafür, so hieß es vage an den Minnediener, werde sie ihm ewähren, was er lange erbeten habe ...
Unseligerweise  verwechselte der Bote die beiden Schreiben und händigte Ludwig den Brief an den Kyburger aus. Der Herzog witterte hinter dem Brief ein Angebot zur Liebesnacht und lechzte nach Rache. Zwei seiner Hofleute bestärkten ihn in dem Verdacht auf Ehebruch. Zornerfüllt stach der 27-jährige Fürst zunächst den Boten nieder und ritt in fünf Tagen und Nächten vom Rhein nach Donauwörth. Entnervt stürzte er in die Burg, rammte dem Burgvogt das Messer in den Bauch, stach eine Hofdame, die er der Mitwisserschaft bezichtigte, nieder und ließ die Zofe seiner Frau in hohem Bogen von den Burgzinnen fliegen. Danach machte er kurzen Prozeß mit seiner Gemahlin: Sie wurde noch in der gleichen Nacht im Burghof enthauptet, nach anderen Quellen soll er sie eigenhändig erstochen haben.
 
 
 
 

2.8.1254 in Landshut
  oo 1. Ludwig II. Herzog von Bayern
  x       13.4.1229-2.2.1294
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 44 -