Begraben: Stephansdom zu Wien
Jüngere Tochter des Kaisers KARL IV. von Luxemburg-Böhmen aus seiner 1. Ehe mit der Blanka von Valois, Tochter von Graf Karl
Veltrup Dieter: Seite 275-285,291,385/86
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„Zwischen Eherecht und Familienpolitik“
KARL war im Jahre
1342 zum zweiten Mal Vater einer Tochter geworden, die den Namen Catharina
erhalten hatte. Ihr genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt; wahrscheinlich
kam sie in der 2. Jahreshälfte (eventuell am 19. August) in Prag zur
Welt. Nachdem Catharina
bereits 1343 als potentielle Ehefrau für den Kaiser-Sohn
Wilhelm im Gespräch gewesen war, trat nun Albrecht
als
Brautwerber für seinen ältesten Sohn Rudolf
auf.
Es wurde nämlich eine Morgengabe für Catharinavereinbart.
Ihre Familie hatte ein so großes Interesse daran, die Verbindung
mit Friedrich II. von Meißen abzuschließen, dass Vater
und Großvater des jungen Mädchens nicht einmal darauf bestanden,
dass die Morgengabe, die sie erhalten sollte, wertmäßig genannt
wurde: Friedrich sicherte lediglich zu, er werde ihr die Festen
bzw. Städte Dresden, Tharandt und Radeberg zum Leibgedinge anweisen.
Catharina
hingegen sollte von ihrem Vater eine Heimsteuer in Höhe von 10.000
Mark erhalten. Das symbolische Beilager wollte man bis zum 24. September
1352 abhalten, bis zu einer Zeit also, zu der Catharina
10 Jahre alt war.
Bei dieser Gelegenheit muss auch das Eheversprechen zwischenCatharina
und Rudolfendgültig beschlossen
worden sein; am 5. Juni 1348 wurde seine Einhaltung offiziell auf dem den
Herren von Kenring gehörigen Schloß Seefeld von Mitgliedern
des österreichischen Adels beschworen. Man vereinbarte, dass das symbolische
Beilager in genau fünf Jahren stattfinden sollte, wenn Catharina
11 Jahre alt war.
Albrecht erklärte
sich bereit, sein Bündnis mit den Ungarn aufzugeben und anstelle der
ungarischen Erbnichte die kaiserliche Tochter gleichen Namens zu heiraten.
Diese war jedoch mit Otto
von Brandenburg verlobt – der nun mit Catharina,
der verwitweten Kaiser-Tochter entschädigt werden sollte, die
Albrecht nicht heiraten konnte, weil sie vorher mit seinem Bruder
verheiratet gewesen war. Wohl um ihr Einverständnis einzuholen, hatte
KARL
sie auf der Rückreise von Ungarn aufgesucht; aber sie muss erst nach
längerem Zögern eingewilligt haben. Sie beugte sich schließlich
den Wünschen ihres Vaters – jedoch scheint die Ehe nicht glücklich
geworden zu sein. Catharina folgte
ihrem Mann nicht in die Mark und lebte bis 1373 am Prager Hof; und dass
sie nach Ottos
Tod ihren Witwensitz in Österreich nahm und an der Seite ihres ersten
Mannes begraben wurde, sagt viel über ihr Verhältnis zu ihrem
zweiten Mann aus, der nach Lindners hartem, aber im Kern zutreffenden Urteil
ein „unreifer Einfaltspinsel“ war und seiner ihm geistig überlegenen
Frau nicht das Wasser reichen konnte.
Mit diesen Arrangement schien allen Beteiligten gedient.
Otto
konnte eine Frau heiraten, die ihm fast gleichaltrig war und bei der er
nicht noch Jahre bis zur Vollziehung der Ehe warten musste. Den größten
Vorteil jedoch zog KARL selbst: Was
die Ehe von Otto
und Catharina betrifft, so wird ihm
immer wieder vorgeworfen, er habe seine ältere Tochter, die aus der
Ehe mit Rudolf von Habsburg keine Kinder
hinterlassen hatte und deswegen „als unfruchtbar bereits erprobt“ gewesen
sei, aus Berechnung mit Otto
verheiratet, um den im Erbverbrüderungsvertrag von 1363 geregelten
Erbanfall der Mark an Böhmen um so sicherer zu machen. So konnte am
19. März in Prag die festliche Doppelhochzeit von
KARLS beiden Töchtern stattfinden: Catharina
heiratete
Otto
von Brandenburg, und Elisabeth
hielt das symbolische Beilager mit Albrecht
ab.
Catharina von Luxemburg
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* 19.8.1342, + 26.4.1395
Prag
Perchtoldsdorf
Begraben: Stephansdom zu Wien
Tochter von König KARL IV. und seiner 1. Frau Blanka von Valois
1.) – Prag 10.9.1343
Wilhelm I. Herzog von Bayern-Holland
* 12.5.1330, + 15.4.1388
Frankfurt/Main Quesnoy
Begraben: Minoritenkirche zu Valenciennes
2.) – Charmes 14.7.1344
Rudolf IV. Herzog von Österreich
* 1.11.1339 + 27.7.1365
Mailand
Begraben: zunächst S. Giovanni in Concha, später Stephansdom zu Wien
3.) Siegen 20.9.1344
Balthasar Markgraf von
Meißen
* 21.12.1336, + 18.5.1406
Weißenfels
Wartburg
4.) – Seefeld 5.6.1348 nach Generaldispens Avignon 9.5.1346, ~ symbolisches Beilager Prag 4.1353, 1. oo
Rudolf IV. Herzog von Österreich
* 1.11.1339, + 27.7.1365
5.) ~ Prag 6.2.1366 Dispens wegen Verwandtschaft im 3./4.
Grad Avignon 23.2.1366
2. oo Prag 19.3.1366
Otto der Faule Markgraf
von Brandenburg
* 1341, + 15.11.1379
München Schloß
Wolfstein an der Isar
Begraben: Zisterzienserinnenkloster Seligenthal bei Landshut
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3.7.1357
1. oo Rudolf IV. Herzog von Österreich
x 1.11.1339-27.7.1365
Wien Mailand
19.3.1366
2. oo Otto V. Markgraf von Brandenburg
x 1340/42-15.11.1379
Literatur:
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Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer
2000 Seite 97,114,116,150,158 - Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger
im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart/Berlin/Köln
1994 Seite 131 - Reifenscheid, Richard: Die Habsburger. Von Rudolf
I. bis Karl I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1982 Seite 43,46,50,52
- Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag
Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 317,319 - Seibt Ferdinand:
Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 bis 1378 Deutscher Taschenbuch Verlag
GmbH & Co. KG, München 1994 Seite 229,230,283 - Veldtrup,
Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen
Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit.
Verlag Fahlbusch/ Hölscher/Rieger Warendorf 1988 Seite 275-285,291,385/86
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