Bernauer, Agnes
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1411-12.10.1435 ertränkt
Augsburg bei Straubing

Begraben: Straubing, Karmeliterkirche
 

Tochter eines Baders
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1980
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Bernauer, Agnes
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* angeblich 19. Januar 1411, + 12. Oktober 1435
Augsburg                             Straubing

1. (unebenbürtige) Gemahlin Herzog Albrechts III. von Bayern-München

Begraben: Straubing, Karmeliterkirche; auf dem dortigen St.-Peters-Friedhof, sogenannte „Bernauer-Kapelle“ (Sühnestiftung Herzog Ernsts mit zeitgenössischem Grabmal der Agnes Bernauer)

Tochter eines Baders (?), diente als Bademagd in Augsburg. Der junge Herzog Albrecht III. lernte sie dort kennen und vermählte sich 1432/33 mit ihr. Albrechts Vater, der regierende Herzog Ernst, sah in dieser Verbindung eine Gefahr für die Erbfolge seiner Linie und ließ Agnes Bernauer bei Straubing in der Donau ertränken. - Die Erinnerung an ihre Schönheit und ihren unglücklichen Tod lebt im Volkslied weiter, ihr Schicksal wurde auch dramatisch (Hebbel 1855, Orff 1947) gestaltet.
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Klauser Heinrich:
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"Ullstein-Lexikon"

Sie war mit Herzog Albrecht III. von Bayern seit 1432 heimlich verheiratet. Da durch die unstandesgemäße Heirat der Verlust des Landes an eine andere WITTELSBACHER Linie drohte, ließ Herzog Ernst nach Verbannung seines Sohnes die "schöne Bernauerin" als Hexe beschuldigen und nach einem "Schauprozeß" in der Donau ertränken.
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DAS NEUE vom 11.12.1999
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Agnes Bernauer

Sie bezahlte ihre Liebe mit dem Tod

Plötzlich dringen das Geklirr der Waffen, das Scheppern der Rüstungen, die Fanfarenstöße und der Jubel der Menge nur noch wie durch einen Nebel zu ihm: Er hat sie gesehen. Sie, das ist Agnes Bernauer, Tochter eines Barbiers, eine außergewöhnliche Schönheit, engelhaft geradezu. Er: Herzog Albrecht III. von Bayern-München.
Sie begegnen sich zum ersten Mal auf einem Ritterturnier in Augsburg, in dieser Zeit ein sportlicher Höhepunkt für Edelleute und gemeines Volk. Geheime Treffen folgen dieser ersten Begegnung. Denn ein wahrhaftiger Herzog und eine Bürgerliche, Tochter eines Badestubenbesitzers noch dazu - das ist unmöglich und alles andere als standesgemäß. Wir leben schließlich im Jahre 1432.
Aber Liebe ist eben doch stärker als jedes Standesrecht. Albrecht will nicht von Agnes lassen und heiratet sie. Glücklich und in aller Stille lebt das Paar ein Jahr auf Schloß Vohburg, die Geburt einer Tochter krönt ihre Liebe.
So harmonisch hätte es bleiben können, wenn sich nicht Albrechts Vater, Herzog Ernst, partout in den Kopf gesetzt hätte, seinen Sohn mit einer Braunschweiger Prinzessin zu verheiraten. Da kann Albrecht nicht mehr anders. Er muß dem Vater gestehen: Ich bin schon verheiratet. Herzog Ernst tobt. Diese unstandesgemäße Ehe schließt seinen Sohn von der Thronfolge aus. Aber Albrecht bleibt bockig: Agnes ist ihm wichtiger.
Nächtelang grübelt Herzog Ernst: Wie werde ich bloß diese Schwiegertochter los? Und schmiedet einen teuflischen Plan. Unter einem Vorwand lockt er Albrecht aus seiner Residenzstadt Straubing – und läßt Agnes wegen Hexerei anklagen, denn nur mit Zauberei habe sie seinen Sohn derart liebestoll machen können. Die Richter sprechen das vom Herzog gewünschte Urteil: Hexentod durch Ertränken. Entsetzt sieht das Volk von Straubing am 12. Oktober 1435, wie Agnes Bernauer gefesselt auf eine Brücke geschleppt und vom Henker in die Fluten der Donau gestoßen wird. Es gelingt ihr, die Beinfesseln zu lösen und ans Ufer zu schwimmen. Aber dort wartet der Henker. Mit einer Stange drückt er ihren Kopf so lange unter Wasser, bis sie ertrunken ist.
Und Herzog Albrecht? Er fügt sich den Wünschen des Vaters. 1436 heiratet er die Prinzessin Anna von Braunschweig-Grubenhagen.
 
 
 
 

 1432
  oo Albrecht III. der Fromme Herzog von Bayern-Straubing
      27.3.1401-29.2.1460