Ältester Sohn des Herzogs Ludwig II. der Strenge
von Bayern aus seiner 3. Ehe mit der Mechthild
von Habsburg, Tochter von König
RUDOLF I.
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1079
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Rudolf I., der Stammler, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog
von Bayern
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* 4. Oktober 1274, + 12. August 1319
Eltern: Pfalzgraf Ludwig II. und Mechthild, Tochter König RUDOLFS I.
Unmittelbar nach dem Tod des Vaters brach Rudolf I. mit dessen habsburgfreundlicher Politik und heiratete am 1. September 1294 (Nürnberg) Mechthild von Nassau, eine Tochter König ADOLFS. Im Ehevertrag überließ er dem Schwiegervater praktisch die Entscheidung in der pfälzischen Politik, öffnete ihm alle seine Burgen und verpflichtete sich, im Falle der Landesteilung mit seinem jüngeren Bruder LUDWIG die Pfalz zu übernehmen. 1298 unterlag Rudolf I. der Stammler mit dem König in der Schlacht bei Göllheim und wechselte kurz darauf ins Lager König ALBRECHTS I., jedoch führte dessen Hausmachtpolitik alsbald zu neuerlicher Entfremdung. Nach ALBRECHTS Ermordung ergriff Rudolf I. Partei für HEINRICH von Luxemburg. Die Zulassung des Bruders LUDWIG zur Mitherrschaft in Ober-Bayern und der Pfalz (1301) zog tiefgreifende Spannungen nach sich; eine 1310 durch LUDWIG erzwungene Teilung der bayerischen Lande wurde 1313 rückgängig gemacht. In der Königswahl von 1314 stimmte Rudolf I. für FRIEDRICH DEN SCHÖNEN. 1315/18 kam es zwischen den Brüdern zu wiederholten Versöhnungen und Entzweiungen; im Ergebnis entsagte Rudolf I. der Stammler faktisch der Herrschaft und blieb bis zu seinem Tod ohne Einfluß.
Quellen und Literatur:
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ADB XXIX, 548-551 - Regesten der Pfalzgrafen bei Rhein,
I, hg. A. Koch-J. Wille, 1894, 77-108 - A. Sprinkart, Kanzlei, Rat und
Urkundenwesen der Pfalzgrafen bei Rhein und Herzöge von Bayern 1294-1314
(1317), 1986 - M. Schaab, Geschichte der Kurpfalz, I, 1988, 78ff. - H.-D.
Heimann, Hausordnung und Staatsbildung, 1993.
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Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 649
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Rudolf I., Herzog von Ober-Bayern und Pfalzgraf bei Rhein
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* 4.10.1274, + 13.8.1319
Basel
wahrscheinlich in England
Vater:
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Herzog Ludwig II. (1229-1294)
Mutter:
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Mechthild von Habsburg (um 1251-1304)
oo Mechthild von Nassau (um 1280-1323)
Feindschaft mit seinem Bruder
LUDWIG DEM BAYERN.
Zog nach dem Sieg LUDWIGS
bei Gammelsdorf (1313) gegen die Österreicher verärgert nach
Heidelberg.
1314 stimmte er bei der Königswahl gegen seinen
Bruder.
1317 Friedensschluß zu München und Verzicht
auf die Regierung in Bayern und am Rhein.
1318 am Hofe in Wien.
Seine Regierungszeit bedeutete für Bayern und die
Pfalz eine kampferfüllte Zeit.
Literatur:
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ADB 29; H.-D. Homann, Kurkolleg u. Kg.tum im Thronstreit
v. 1314-1330, 1974.
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Rall, Hans und Marga: Seite 168
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"Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."
Pfalzgraf und Herzog Rudolf I. Rudolfinische
Linie von 1294 bis zur Gegenwart
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* 4.10.1274, + 12.8.1319
Basel (oder im Elsaß) vielleicht in England
Grabstätte: ?
oo 1.9.1294 in Nürnberg
MECHTHILD
* um 1280, + 19.6.1323
Heidelberg
Grabstätte: Klarisinnenkloster Klarenthal bei Wiesbaden
Eltern: ADOLF Graf von Nassau, Römischer König, und Imagina, Tochter des Grafen Gerlach I. von Isenburg-Limburg
Rudolf regiert die Pfalz und Bayern seit 1294,
seit 1302 auch tatsächlich zusammen mit seinem Bruder LUDWIG,
teilt Bayern mit ihm von 1310 bis 1313, regiert mit ihm wieder gemneinsam,
verzichtet 1317 auf die Ausübung der Regierungsrechte (solange LUDWIG
gegen den zum König gewählten FRIEDRICH
DEN SCHÖNEN Krieg führt [Forschungen von Pater A.
Sprinkhart]) und stirbt 1319.
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Thiele Andreas:
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“
Rudolf I. der Stammler bestattete seinen Vater
in dem von ihm gestifteten Kloster Fürstenfeld und folgte 1294 in
Ober-Bayern und der Pfalz, wobei er im Widerstreit zur Mutter für
seinen 12-jährigen Bruder LUDWIG die
Vormundschaft ergriff. Er schloß mit seinem Schwiegervater einem
Schirmvertrag und half ihm, zog mit ihm gegen die WETTINER und fiel 1286
gegen HABSBURG in Tirol ein. Er machte
1298 die Schlacht bei Göllheim gegen den königlichen Onkel
ALBRECHT
I. mit, unterwarf sich ihm, rebellierte 1300 mit den rheinischen
Erzbischöfen gegen ihn, mußte sich 1302 erneut unterwerfen und
verlor wichtige Lehen, wie Neumarkt, Donauwörth, Schongau und etliche
Rheinzölle. Er stritt in Bayern mit den Bischöfen und geriet
schroff gegen seine habsburgische Mutter,
die ihm letztlich eine oberbayerische Landesteilung zugunsten LUDWIGS
IV. abtrotzte. Er hatte seine Mutter
1302 zeitweilig sogar inhaftiert und stritt seit 1310 erbittert mit dem
Bruder, verfocht 1308 und 1313 eigene deutsche Thronpläne, unterstützte
die LUXEMBURGER in Böhmen, zog
1311-1313 mit Kaiser HEINRICH VII.
nach Italien und wählte gegen den Bruder 1314 FRIEDRICH
(III.) von Habsburg, seinen Cousin, mit zum deutschen König.
Er regierte seit 1314 wieder gemeinsam mit seinem Bruder und verzichtete
1317 auf die Ausübung der Regierungsrechte, solange LUDWIG
gegen den zum König gewählten FRIEDRICH
DEN SCHÖNEN Krieg führte, und starb im Exil. Er förderte
die Städte und gab bereits 1294 Amberg und München Stadtrecht,
bald auch Nabburg und Schwandorf.
1.9.1294
oo Mechthild von Nassau, Tochter des Königs
ADOLF
um 1280-19.6.1323
Heidelberg
Kinder:
Ludwig
1297- Mai/Juli 1312
oo Maria, Tochter des Kaisers HEINRICH VII.
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Adolf
27.9.1300-29.1.1327
Rudolf II. der Blinde
8.8.1306-4.10.1353
Ruprecht I.
9.6.1309-16.2.1390
Mechthild
1312-25.11.1375
oo Johann III. Graf von Sponheim
-20.12.1399
Literatur:
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Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher
auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 17,19,24,33,
35,39,45,50,53,57,66,79,82,92,99,206 - Hoensch, Jörg K.: Die
Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer
Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 29,56,60 - Hundt,
Barbara: Ludwig der Bayer. Der Kaiser aus dem Hause Wittelsbach Bechtle
Verlag Esslingen München 1989 Seite 44,51,53,56,58,63,65,75,84,89,101,126,202,338
- Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf
I. bis Friedrich III. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart/Berlin/Köln 1994
Seite 11,15,20,29, 31-72,194 - Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher.
Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite
50,167-174 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte
Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12.
Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München -