Johanna von Nieder-Bayern                      Deutsche Königin
----------------------------------                     Königin von Böhmen
1356-31.12.1386
         Prag

Begraben: Zisterzienserkloster Königsaal bei Prag
 

Älteste Tochter des Herzogs Albrecht I. von Nieder-Bayern-Holland aus seiner 1. Ehe mit der Margarete von Brieg, Tochter von Herzog Ludwig I.
 

Die Ehe mit Johanna von Nieder-Bayern erleichterte den LUXEMBURGERN den Erwerb der Mark Brandenburg.

Veldtrup Dieter: Seite 408,418
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„Zwischen Eherecht und Familienpolitik“

KARL ging noch weiter und benutzte abermals das friedliche Mittel einer Familienbeziehung, um die Front seiner Gegner aufzuweichen: Es gelang ihm, Herzog Albrecht I. von Bayern-Holland durch das Angebot, dessen Tochter Johanna mit WENZEL zu verheiraten, auf seine Seite zu ziehen. Durch die Absprache dieser Ehe betätigte sich KARL im wittelsbachischen Hause bereits in der zweiten Generation als Ehestifter, denn auch Albrechts eigene Ehe hatte er arrangiert.
So diente die verabredete Heirat zwischen WENZEL und der 5 Jahre älteren Johanna von Bayern-Holland nicht nur dem Zweck, die WITTELSBACHER zu spalten; sie bewirkte gleichzeitig eine Festigung der Position von KARLS Halbbruder, da Holland und Hennegau als Territorien Albrechts von Bayern gemeinsame Grenzen mit Brabant hatten. Am 13. Juni 1370 verbündeten sich KARL und Albrecht wider allermäniclich nyemanders ausgenomen, und KARL sagte noch ausdrücklich Hilfe für den Fall zu, dass Albrecht von den HASBBURGERN angegriffen würde – der WITTELSBACHER fürchtete wohl Vergeltungsmaßnahmen von Seiten der HABSBURGER, weil er den erst vor wenigen Monaten mit ihnen geschlossenen Vertrag von Schärding gebrochen hatte. Der am gleichen Tag aufgesetzte Ehevertrag sah vor, dass das symbolische Beilager bis zum 11. November 1370 in Nürnberg, Cham oder Straubing abgehalten werden sollte; gleichzeitig setzte er für Johanna eine zentrale Frauengabe von 10.000 Mark fest, die bis Pfingsten nächsten Jahres bezahlt sein sollte; falls das nicht möglich sei, wollte Albrecht versuchen, die Stadt Cham, die jetzt noch sein pfälzischer Vetter Ruprecht der Ältere pfandweise innehatte, auszulösen und mit 1.000 Mark jährlicher Rente zum Pfand zu setzen; sollte das nicht gelingen, wollte er statt dessen Deggendorf (da die Stadt bereits seiner Frau zur Sicherung ihres Leibgedinges verpfändet worden war, muß Margaretha wohl zuvor auf ihre Ansprüche zugunsten ihrer Tochter verzichtet haben), Viechtach, Poncstin, Kötzing, Fürth und Neukirchen mit Einkünften in gleicher Höhe verpfänden. Sobald die Summe bar entrichtet sei, wollte KARL die zentrale Gabe seiner Schwiegertochter mit seinen Städten und Festen Schüttenhofen, Bodnon und Karelshusen sicherstellen und verpflichtete sich seinerseits, dass WENZEL seiner Frau eine Mannesgabe von 15.000 Mark mitbringen werde, die er dadurch sicherzustellen versprach, dass Johanna jährliche Einkünfte von 1.500 Mark aus den Städten Frauenberg, Taus und Mies erhielt. Am 20. August wurde noch eine Modifizierung beschlossen. Herzog Albrecht hatte pfandweise die böhmische Stadt Klattau inne, die ihm als Sicherstellung der Heimsteuer seiner Frau zugefallen sein muß; nun wurde verabredet, dass diese Pfandschaft auf Johannas Heimsteuer dergestalt angerechnet werden sollte, dass sie nur 6.000 Mark betragen und es KARL gestattet sein solle, den Ort für die Differenzsumme einzulösen.
Nachdem die ehegüterlichen Fragen geklärt waren, ging man daran, durch Erbitten der Dispens auch die kirchenrechtlichen Schwierigkeiten zu beheben; denn WENZEL und Johanna waren im 3. berührend den 4. Grad miteinander verwandt. Urban V. gewährte die Genehmigung am 21. September, und am 29. September fand die Vollziehung des symbolischen Beilagers in Nürnberg statt. Johanna wurde bereits am 17. November in Prag zur böhmischen Königin gekrönt, also lange, bevor die Ehe vollzogen wurde, was vermutlich erst im Jahre 1376 geschah.
 
 
 
 

29.9.1370
  oo 1. WENZEL von Luxemburg-Böhmen Deutscher König
  x       26.2.1361-16.8.1419
 
 
 
 
 
 
 

Literatur:
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Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 164,206 - Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996 Seite 35,38 - Seibt Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 bis 1378 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1994 Seite 327,354 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit. Verlag Fahlbusch/ Hölscher/Rieger Warendorf 1988 Seite 408,418 -