Begraben: Zisterzienserkloster Königsaal bei Prag
Älteste Tochter des Herzogs
Albrecht I. von Nieder-Bayern-Holland aus seiner 1. Ehe mit der
Margarete
von Brieg, Tochter von Herzog Ludwig I.
Die Ehe mit Johanna von Nieder-Bayern erleichterte den LUXEMBURGERN den Erwerb der Mark Brandenburg.
Veldtrup Dieter: Seite 408,418
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„Zwischen Eherecht und Familienpolitik“
KARL ging noch weiter
und benutzte abermals das friedliche Mittel einer Familienbeziehung, um
die Front seiner Gegner aufzuweichen: Es gelang ihm, Herzog
Albrecht I. von Bayern-Holland durch das Angebot, dessen Tochter
Johanna
mit WENZEL zu verheiraten,
auf seine Seite zu ziehen. Durch die Absprache dieser Ehe betätigte
sich KARL im wittelsbachischen
Hause bereits in der zweiten Generation als Ehestifter, denn auch Albrechts
eigene Ehe hatte er arrangiert.
So diente die verabredete Heirat zwischen WENZEL
und der 5 Jahre älteren Johanna von Bayern-Holland
nicht nur dem Zweck, die WITTELSBACHER
zu spalten; sie bewirkte gleichzeitig eine Festigung der Position von KARLS
Halbbruder,
da Holland und Hennegau
als Territorien Albrechts
von Bayern gemeinsame Grenzen mit Brabant hatten. Am 13. Juni 1370
verbündeten sich KARL und Albrecht
wider allermäniclich nyemanders ausgenomen, und KARL
sagte
noch ausdrücklich Hilfe für den Fall zu, dass
Albrecht
von den HASBBURGERN angegriffen
würde – der WITTELSBACHER fürchtete
wohl Vergeltungsmaßnahmen von Seiten der HABSBURGER,
weil er den erst vor wenigen Monaten mit ihnen geschlossenen Vertrag von
Schärding gebrochen hatte. Der am gleichen Tag aufgesetzte Ehevertrag
sah vor, dass das symbolische Beilager bis zum 11. November 1370 in Nürnberg,
Cham oder Straubing abgehalten werden sollte; gleichzeitig setzte er für
Johanna
eine zentrale Frauengabe von 10.000 Mark fest, die bis Pfingsten nächsten
Jahres bezahlt sein sollte; falls das nicht möglich sei, wollte
Albrecht versuchen, die Stadt Cham, die jetzt noch sein pfälzischer
Vetter Ruprecht der Ältere pfandweise innehatte, auszulösen und
mit 1.000 Mark jährlicher Rente zum Pfand zu setzen; sollte das nicht
gelingen, wollte er statt dessen Deggendorf (da die Stadt bereits seiner
Frau zur Sicherung ihres Leibgedinges verpfändet worden war, muß
Margaretha
wohl zuvor auf ihre Ansprüche zugunsten ihrer Tochter verzichtet haben),
Viechtach, Poncstin, Kötzing, Fürth und Neukirchen mit Einkünften
in gleicher Höhe verpfänden. Sobald die Summe bar entrichtet
sei, wollte KARL die zentrale Gabe
seiner Schwiegertochter mit seinen Städten und Festen Schüttenhofen,
Bodnon und Karelshusen sicherstellen und verpflichtete sich seinerseits,
dass WENZEL seiner Frau eine Mannesgabe
von 15.000 Mark mitbringen werde, die er dadurch sicherzustellen versprach,
dass Johanna jährliche Einkünfte
von 1.500 Mark aus den Städten Frauenberg, Taus und Mies erhielt.
Am 20. August wurde noch eine Modifizierung beschlossen. Herzog
Albrecht hatte pfandweise die böhmische Stadt Klattau inne,
die ihm als Sicherstellung der Heimsteuer seiner Frau zugefallen sein muß;
nun wurde verabredet, dass diese Pfandschaft auf Johannas
Heimsteuer dergestalt angerechnet werden sollte, dass sie nur 6.000 Mark
betragen und es KARL
gestattet sein solle, den Ort für die Differenzsumme einzulösen.
Nachdem die ehegüterlichen Fragen geklärt waren,
ging man daran, durch Erbitten der Dispens auch die kirchenrechtlichen
Schwierigkeiten zu beheben; denn WENZEL
und Johanna waren im 3. berührend
den 4. Grad miteinander verwandt. Urban V. gewährte die Genehmigung
am 21. September, und am 29. September fand die Vollziehung des symbolischen
Beilagers in Nürnberg statt. Johanna
wurde bereits am 17. November in Prag zur böhmischen Königin
gekrönt, also lange, bevor die Ehe vollzogen wurde, was vermutlich
erst im Jahre 1376 geschah.
29.9.1370
oo 1. WENZEL von Luxemburg-Böhmen Deutscher
König
x 26.2.1361-16.8.1419
Literatur:
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Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer
2000 Seite 164,206 - Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher
an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996
Seite 35,38 - Seibt Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346
bis 1378 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1994
Seite 327,354 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte
Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12.
Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München - Veldtrup,
Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen
Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit.
Verlag Fahlbusch/ Hölscher/Rieger Warendorf 1988 Seite 408,418 -