PLAIN GRAFEN VON
Lexikon des Mittelalters:
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Plain (bei Großgmain, Salzburg), Grafen von, Grafschaft
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Das Erbe der
»WILHELME und LIUTOLDE«, der Grafen im
südlichen (oberen)
Salzburggau, erwarb durch Heirat Graf
Werigand, wohl identisch mit dem
gleichnamigen Verwandten der hl. Hemma
(Gurk). Er errichtete um 1100
die Burg Plain nahe dem
Salzzentrum Reichenhall, nach der er sich seit
1108 nannte. Die Grafen von Plain nahmen durch ihre Ministerialen
umfangreiche Gerichtsrechte nördlich von Reichenhall im
Salzburggau (Gerichte
Staufenegg, Plain und Raschenberg) und im östlichen Chiemgau wahr
und
verwalteten südlich von Salzburg die Grafschaft im Kuchltal mit
dem Gerichtsort
Grafengaden (St. Leonhard) und dem um 1185 begonnenen Salzbergbau
am Dürrnberg bei Hallein. Sie waren seit dem 12. Jh. vom
Baiern-Herzog, ab 1228 vom Erzbischof von Salzburg mit der Grafschaft
im Unterpinzgau
belehnt, fungierten als Vögte der Klöster Frauenchiemsee
(Chiemsee),
Michaelbeuern, zeitweise auch von St. Peter in Salzburg und
gründeten 1123/29 mit Erzbischof
Konrad I. das Augustinerchorherrenstift
Höglwörth. Seit 1188 nannten sie sich nach den großen
Besitzungen im nördlichen Nieder-Österreich, vielleicht einem
Erbe nach den
Grafen von Peilstein, Grafen von Plain und Hardegg. Nach dem Tod Graf Liutolds
IV. 1249 zog der erwählte
Erzbischof Philipp von Salzburg die Grafschaft im
Unterpinzgau und alle Lehen »inner Gebirg« ein; die
übrigen Besitzungen, mit denen er die Grafen Otto und Konrad
belehnte, erhielt er von diesen sofort wieder als Pfand. Nach
dem Tod
der Brüder († 1260 bei
Staatz) fiel der Großteil der
Gerichtsrechte mit der »Grafschaft Plain« an das Erzbistum
Salzburg, die
Vogtei über Michaelbeuern und ein Teil der Eigengüter an die
Edlen von Schaunberg.
H. Dopsch