HARDEGG
Lexikon des Mittelalters:
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Hardegg
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Burg und Stadt an der Thaya, Nieder-Österreich.
Die Herrschaft Hardegg ist kein »reichsunmittelbarer
Überrest« der 1055 erwähnten »Böhmischen
Mark« (Lechner), sondern eine im Laufe des 12. Jh. »aus
wilder Wurzel« erfolgte Gründung der salzburgischen Grafen
von Plain. 1140/50 nennen sich Gefolgsleute der PLAINER nach Hardegg, seit 1187 die
Grafen selbst. Die Bezeichnung Grafschaft ist für Hardegg erst ab
1294 nachweisbar, die Reichsunmittelbarkeit wurde erst gegen Ende des
15. Jh. erlangt. Die Macht der Grafen stützte sich auf eine
zahlreiche ritterliche Gefolgschaft in Orten der Umgebung; Hauptorte
waren neben Hardegg noch Pulkau und das zwischen 1280/1305
gegründete Retz. Der Witwe des
letzten Grafen von Plain-Hardegg († 1260) folgten nach 1314 die
verwandten MAIDBURGER, die,
stark verschuldet, 1392 die Option des österreichischen Herzogs
auf die freieigene Herrschaft zulassen mußten, in dessen Besitz
sie 1481 endgültig überging. 1495 kam Hardegg ohne Retz an
die Prüschenk, die gleichzeitig zu Reichsgrafen von Hardegg
erhoben wurden.
M. Weltin