FRIESACH
Lexikon des Mittelalters:
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Friesach
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Stadt in Kärnten (Österreich).
Den 860 von König Ludwig der Deutsche geschenkten
Hof Friesach baute das Erzbistum Salzburg zum Verwaltungsmittelpunkt
seiner Besitzungen in Kärnten aus: Vor 927 entstand die Kirche auf
dem Petersberg, 1077 im Kampf gegen HEINRICH IV. unter Erzbischof Gebhard die erste
Burganlage, die nach 1122 von Erzbischof
Konrad I. zu einer bischöflichen Pfalz erweitert wurde
(Bergfried mit Fresken). Graf Wilhelm
von Friesach hatte nördlich davon aufgrund eines Diploms Kaiser HEINRICHS
II. von 1016 einen Markt errichtet, der über seine Witwe Hemma an das Bistum Gurk kam. Erzbischof Konrad erzwang im Kampf
gegen Herzog Engelbert von
Kärnten 1124 die Herausgabe und Verlegung des Gurker
Marktes auf Salzburger Grund am Fuße des Petersberges. In
Verbindung damit hat sich Friesach noch um die Mitte des 12. Jh. zur
Stadt entwickelt. Nach einer Zeit der getrennten Verwaltung ging
Friesach im späten 13. Jh. ganz in Salzburger Besitz über.
Die von Erzbischof Konrad errichtete
Münzstätte (Friesacher Pfennig) geht auf ein Privileg Kaiser OTTOS
II. für Lieding im Gurktal 975 zurück. Bis zum
Ende des 13. Jh. war Friesach, seit 1215 als civitas bezeichnet, die
größte Stadt Kärntens. Neben den Salzburger
Behörden mit dem Vizedom an der Spitze gab es eine Vielzahl von
Spitälern und Klöstern (ältestes deutsches
Dominikanerkloster 1217). Die Historizität des Friesacher Turniers
(1224, Ulrich von Lichtenstein;
Frauendienst, ed. K. Lachmann, 62-96, 1841) ist umstritten.
Wirtschaftlich profitierte Friesach vom Silber- und Eisenbergbau der
Umgebung und vom Italienhandel (Maut und Niederlagsrecht). Wiederholte
Zerstörungen durch König Premysl Otakar II.
1275 und Herzog Albrecht I. von Habsburg
1289 und 1292 führten zum Niedergang. Erzbischof Heinrich von Salzburg
verlieh Friesach 1339 ein Stadtrecht, 1458 erhielt der Stadtrichter den
Blutbann. Die Einwohnerzahllag um 1400 unter 2000; das ummauerte Areal
betrug im MA ca. 26ha.
H. Dopsch