Annalen von Hildesheim
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Das Jahr 1036.
 
In der 4. Indiction, 1036, feierte der Kaiser mit einer sehr großen Zahl seiner Fürsten Weihnachten prächtig zu Argentina, die Reinigung aber der heiligen Maria brachte er zu Augustburg zu, wo er auch eine öffentliche Zusammenkunft mit allen Großen der umliegenden Gebiete abhielt, auf welcher er seinem Vetter Chuonrad das Herzogthum der Carentiner überließ. Adälbero, welcher des Hochverrats angeklagt war, hatte er im vorigen Jahre entsetzt. In denselben Tagen tödtete derselbe Adälbero den Grafen Willehelm und floh dann, um verborgen zu bleiben, in die Burg Eresburg.
 
Der Kaiser feierte Ostern zu Engilenheim. Darauf zog er nach Tribur und saß dort einer allgemeinen Synode vor, auf welcher die Gesammtheit der Bischofe frühere Beschlüsse erneuerte und auch einiges, was zur Sicherung der heiligen Kirche nothwendig war, damit in Einklang brachte. Daselbst hat auch der oben genannte Otto, von der Synode gezwungen, eidlich sich von seiner Verlobten Mahthilde getrennt. Die Himmelfahrt des Herrn brachte der Kaiser in Paderbrunne zu, Pfingsten aber und den Tag des heiligen Johannes zu Niumagus, und eben dorthin kam für den Sohn des Kaisers, König Heinrich, die Königin Namens Cunihild, welche daselbst am Tage der Apostel die königliche Krone empfing und durch Namensänderung bei der Einsegnung Cunigund genannt wurde. In der Sommerzeit noch betrat der Kaiser mit einem Heere das Gebiet der Liutizen. Aber nachdem durch Gottes Gnade alles nach seinem Wunsche geordnet war und er Geiseln und zahloses Geld empfangen, kehrte er in Frieden zurück.
 
Meinwerk, der Bischof von Paderborn, starb am 5. Juni und ihm folgte Ruodolf, der Abt von Herfeld. Doch die hohe Stelle seiner Würde in Herfeld erhielt Meginher, der dortige Dekan, begabt mit vielem Eifer für das Nützliche, sonst ein Mönch von heiligem Wandel. Der Bischof Bruno von  Mersburg wird am 13. August hinweggenommen und nach ihm wird der Probst Hunold von Halberstadt eingeführt. Hier wird  Thiedrich aus demselben Kloster erhoben. Der Metropolit der heiligen Agrippiner Kirche Biligrin verehrungswürdigen Andenkens, ein zu allem in göttlichen und menschlichen Dingen überaus tüchtiger Mann, ging am 24. August zu Christus. An seine Stelle ist Herimann, ein junger Mann von den edelsten Anlagen, Archidiakon an derselben Kirche, auch königlicher Capellan und Kanzler diesseits der Alpen, zur unaussprechlichen Freude aller Frommen getreten. Branthoh, der Halberstädter Bischof, schied am 27. August; [er hat in Halberstadt zwei Probsteien gestiftet, die eine zu Ehren des heiligen Täufers Johannes und des heiligen Evangelisten Johannes, die andere zu Ehren des heiligen Bischofs und Märtyrers Bonifacius in Bossenleve.] Ihm folgte in Ehren der kaiserliche Kanzler Burghard. Sigeberht, der Mindener Bischof, gab seinen Geist am 10. Oktober auf; nach ihm hat ein Abkömmling aus vornehmem Stamm, Namens Bruno, ein königlicher Capellan, unter allgemeinen Glückwünschen aller Getreuen Christi und unter himmlischem Segen dieses Vorsteheramt erhalten. Der Asneburger Bischof Gozmar starb am 10. Dezember und ihm folgte des Königs stetiger Begleiter Alberich. Herr Godehard, der Hildesheimer Bischof weihte am 18. Dezember, am Sonnabende vor des  Herrn Geburt, in Halberstadt Bruno, den Mindener, und Burghard, den Halberstädter Bischof, zu Priestern.