Megingoz
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884 gefallen


Ältester Sohn des Grafen Wilhelm II. im Traungau aus dem Hause der WILHELMINER und einer namentlich unbekannten RUPERTINERIN

Mitterauer Michael: Seite 105,182,187,207
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"Karolingische Markgrafen im Südosten."

Als Familienangehörige Graf Wilhelms I. kennen wir seine Gattin Engilrat [6 Widemann 27.] sowie die Grenzgrafen Wilhelm II. und Engilschalk mit ihren Söhnen Megingoz, Wilhelm, Ruodperht, Patio, Werinheri und Engilschalk [7 MGSS I, 408.]. Von ihren Namen sind Wilhelm und Ruodperht in allen Stammesgebieten ziemlich häufig. Patio und Engilschalk kommen fast ausschließlich in Bayern vor, wo sie aber im neunten Jahrhundert durchaus nicht häufig begegnen. Megingoz und Werinheri sind rein fränkisch. Von diesen Namen hilft bei der Suche nach der Herkunft der WILHELMINER vor allem Patio weiter. Graf Engilschalk benannte so den ältesten seiner drei Söhne, dem man meistens einen alten Leitnamen der Familie zu geben pflegte. Träger des Namens Patio haben wir in Bayern bereits im ausgehenden achten Jahrhundert angetroffen. So hieß der Bruder Graf Gramans sowie der Sohn eines Erchanperht [8 Vgl. oben 27 ff. und 46.], der ebenfalls in den Verwandtenkreis Gramans gehört. Graman aber war Graf im Traungau und damit ein Amtsvorgänger Graf Wilhelms. Auch dessen Name begegnet in der Sippe Gramans bei Priester Willihelm, dem mutmaßlichen Bruder Cotahelms [9 Vgl. oben 44.]. Bei diesem geht der Name wohl auf einen älteren Willihelm zurück, der vor 735 die Zelle Kuhbach-Rottalmünster gegründet hatte [10 Heuwiener 33.]. Unter den Zeugen der Übergabe dieses Klosters an Passau durch Willihelms Tochter Irminswint finden sich Vertreter fast aller Gruppen, die als Angehörige der Graman-Sippe erschlossen werden konnten. Schon Mitis vermutete, daß in diesem Kreis um Irminswint die Ahnen Graf Wilhelms zu suchen seien [11 O. Mitis, Zur Herkunft des Ostmarkgrafen Wilhelm, MIÖG 58 (1950), 546.]. Durch die Beziehungen der WILHELMINER zur Sippe Graf Gramans lassen sich nun neue Argumente zur Stützung dieser Annahme erbringen.
Wilhelms II. und Engilschalks Söhne waren beim Tode der Väter noch unmündig. Die Leitung der Donau-Grafschaften wurde daher Markgraf Arbo übertragen. Gegen diesen empörten sich 882 die inzwischen großjährig gewordenen Söhne seiner Vorgänger und vertrieben ihn teilweise aus seinen Grafschaften. Arbo hatte hier keinen so starken Rückhalt wie das angestammte Grafenhaus. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als sich mit Swjatopulk, dem alten Gegner der WILHELMINER, zu verbünden. Dieser fiel in die Marken ein, nahm den mittleren der Söhne Engilschalks, Werinheri, und seinen Verwandten Wezilo gefangen und ließ sie grausam verstümmeln. Megingoz und Pabo, die ältesten Söhne der beiden Grenzgrafen, stellten sich ihm mit ihren Leuten entgegen, wurden jedoch geschlagen und kamen auf der Flucht um. Die übrigen Söhne Wilhelms und Engilschalks retteten sich zu ARNULF nach Karantanien, wo die Familie aus dem Erbe Graf Pabos Besitzungen gehabt haben dürfte. Arbo wurde von König KARL in seiner Stellung bestätigt.
Auffallend ist es, daß unter den Söhnen Wilhelms II. und Engilschalks Namen auftreten, die der Familie bisher fremd waren und die auch sonst in bayerischen Adelsgeschlechtern fehlen oder nur sehr selten anzutreffen sind. Besonders der Name von Wilhelms II. ältestem Sohn Megingoz verdient Beachtung. Dieser Name wird im neunten Jahrhundert in Bayern nur ein einziges Mal genannt, und zwar bei einem Sohn eines Grafen Guntram, von dem noch die Rede sein wird [12 Widemann 102.]. Häufig begegnen Megingoze in Rheinfranken, vor allem im Verwandtenkreis der RUTPERTINER [13 Über die RUTPERTINER vgl. K. Glöckner, Lorsch und Lothringen, Robertiner und Kapetinger, Ztschr. f. d. Gesch. d. Oberrheins 50 (1937), 301 ff. ] deren Leitname beim karantanischen Grafen Ruodpert, einem weiteren Sohn Wilhelms, wiederkehrt [14 Der Name Ruodpert könnte auch von der Familie Graf Graman übernommen worden sein, von dessen Neffen, dem Priester Hruodperht, bereits die Rede war (vgl. oben 31). Die Kombination mit Megingoz macht jedoch eine Erklärung durch Verwandtschaft mit den RUTPERTINERN wahrscheinlicher.]. Beide Namen dürften durch eine Heirat Graf Wilhelms II. mit einer Verwandten der RUTPERTINER in die Familie gekommen sein. Die Rolle, die Graf Guntram dabei spielte, wird später Behandlung finden.




Literatur:
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Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen im Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123. Hermann Böhlaus Nachf./Graz-Wien-Köln 1963 Seite 105,182,187,207 -