Maza                                                 Gräfin im Traungau
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um 790

Tochter des N.N. (ENGELBERTINERIN?)


Mitterauer Michael: Seite 26,48,51,108,115
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"Karolingische Markgrafen im Südosten."

Zunächst begegnet Graf Graman in den Breves Notitiae des Salzburger Erzbischofs Arn. Seine zahlreichen Schenkungen betreffen Gut in Tacherting (n. Trostberg), Kirchheim (sö. Tittmoning), Pietling (sw. Fridolfing), Ansfelden (b. Linz) [4 Hauthaler 1, 44 ff. ] und vor allem in Mehring (sw. Burghausen). Hier tritt er zusammen mit seiner Gattin Maza und einer ungenannten Schwester auf [5 Hauthaler 1, 48.], ein anderes Mal mit seinem proximus Rihho [6 Hauthaler 1, 49, Die Bezeichnung proximus könnte auch auf Erzbischof Arn bezogen werden, der, wie noch zu zeigen ist, tatsächlich mit Graman verwandt war. In dieser Weise wird die Stelle von O. Mitis, Sippen im Traungau, Neues Jahrbuch der Her.-gen. Ges. Adler 1 (1945/46), 22, interpretiert. Grammatikalisch richtig müßte es darin aber proximus suus, nicht eius, lauten.]. Gemeinsam mit seinem Bruder Walpercht gibt er in Tacherting [7 Hauthaler 1, 46.]. Die Familie hatte also reichen Besitz zwischen Salzach, Alz und Waginger See. Ein anderer Schwerpunkt der Sippe dürfte an der oberen Isen zu suchen sein. Jener Craman, der zwischen 772 und 777 in Freisinger Urkunden begegnet, ist nämlich niemand anderer als der spätere Graf des Traungaus. Wie noch zu zeigen ist, gehört er in einen Verwandtenkreis, für den der Name Waldperht charakteristisch ist. So hieß aber auch der in den Salzburger Quellen erwähnte Bruder des Graman comes. Dadurch scheint dessen Identität mit dem Craman der Freisinger Urkunden sichergestellt.
Viel deutlicher als durch die Namengebung zeigt sich die Verbundenheit der einzelnen Gruppen in der Lage ihrer Besitzungen. Zunächst ist es das Gebiet an der oberen Isen, wo sämtliche Familien der Graman-Sippe begütert erscheinen. Nur einige besonders deutliche Beispiele der Ortsverbundenheit seien hier herausgegriffen. In Grüntegernbach finden wir begütert: Pabo, Friduperht, Tuto, Ato und Engilperht, Priester Ascrih und seine Brüder Toto und Rihheri sowie Heimuni und Graf Waldperht. In Großschwindau treffen wir Scrot, Chadolho, Onhart, Waldperht, Priester Ascrih und den jüngeren Toto. Ähnliches wäre für Orte wie Obergeislbach, Kirchötting, Buch am Buchrain und andere zu sagen. Häufig treffen wir Angehörige der Graman-Sippe im südöstlich angrenzenden Gebiet rund um den Ebersberger Forst. Hier ist besonders auf den gemeinsamen Besitz in Unterlaus hinzuweisen. Große Güter, vor allem der Familie Totos, finden sich zwischen Amper und Pfettrach. Ein weiteres Zentrum der Sippe ist im Salzburggau anzutreffen. In Mehring finden wir Graf Graman selbst, seine Gattin Maza, seinen Bruder Waldperht, seinen proximus Rihho, den Edlen Cotahelm und den Priester Willihelm. Der Besitz Gramans im Traungau war wohl nicht altes Familiengut, sondern spätere Erwerbung.
Zum Salzburggau hatte aber auch Graf Graman Beziehungen. Er selbst erscheint wiederholt als Wohltäter des Erzstifts. Da seine Verwandten in diesen Gebieten weniger in Erscheinung treten, wäre es denkbar, daß er erst durch Heirat mit einer Angehörigen eines hier mächtigen Geschlechts engere Verbindungen zu Salzburg gewann. War aber seine Frau Maza eine Angehörige der mächtigen ENGELBERTINER-Sippe, so ist es naheliegend, in Pabos Verwandten Engilperht und Ato Söhne vor. Graman und Maza zu sehen [32 Sollte wirklich schon ein Bruder Graf Gramans den Namen Engilperht getragen haben (vgl. oben 32), dann müßte allerdings die Verbindung mit den ENGELBERTINERN eine Generation früher angesetzt werden.]. Auf diese Weise würde sich der Besitz von Graf Gramans gleichnamigen Nachkommen in dem nach Engilperht benannten Anglbrechting erklären. Der jüngere Graman war vielleicht sogar ein Sohn oder Enkel des Namengebers selbst.





  oo
Graman Graf in Traungau
            
um 791 





Kinder:

  Rihhelm 791-821
     


  Engilperht 791-821
     
 

  Ato
     
  nach 791





Literatur:
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Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen im Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123. Hermann Böhlaus Nachf./
Graz-Wien-Köln 1963 Seite
26,48,51,108,115 -