Jahrbücher von Fulda. Seite
80,136-140,154,156
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"Quellen zur
karolingischen
Reichsgeschichte"
Das Jahr 871.
Hludowich
und Karl,
des Königs Hludowich Söhne,
darüber unwillig, daß ein Theil des Franken-Reiches, welchen
der König ihnen testamentlich nach seinem Tode zum Besitz vermacht
hatte, ihnen solle, wie sie durch ein umherflatterndes Gerücht
hörten, entzogen und ihrem
Bruder Karlmann übergeben
werden: sammelten eine nicht geringe Menge, und besetzten den
Speiergau, entschlossen, sich gegen den König zu empören. Auf
diese Nachricht brach der König aus Baiern auf, kam am 1. Februar
nach Frankonofurt, und suchte durch abgesandte Boten die Gemüther
der Söhne mit sich auszusöhnen. Aber als die wechselseitigen
Boten trotz langer Mühe die Sache nicht zu Ende führen
konnten, endlich ein Tag angesagt und bis zum Monat Mai verschoben war
und beiderseits eidlich Friede gelobt war, ging der König
nach Baiern zurück, die Söhne zogen in die ihnen vermachten
Orte ab. Zuentibald,
Rastiz
Neffe, angeklagt bei Karlmann des
Verbrechens der Treulosigkeit, wurde in Gewahrsam genommen. Die
marahensischen Sclaven aber, in der Meinung, ihr Herzog sei umgekommen,
setzten sich einen Presbyter, Verwandten
des Herzogs, Namens Sclagamar, zum
Fürsten, unter Androhung des Todes, wenn er nicht das Herzogthum
über sie übernähme. Gezwungen einzuwilligen beginnt
dieser den Kampf gegen Engilscalc und
Willihelm, Karlmanns
Feldherren, und sucht sie aus den von ihnen besetzten
Städten zu treiben. Sie aber bekriegten den Feind mit gleicher
Anstrengung, warfen einige aus seinem Heere nieder und trieben ihn in
die Flucht.
König Hludowich kam im Monat
Mai gemäß der Bestimmung über den Landtag nach dem
Flecken Tribur. Daselbst erzürnte er die Gemüther seiner
Söhne durch die Blendung eines Sachsen dergestalt, daß sie
nicht zur Unterredung mit ihm kommen wollten. Es war nämlich der
Geblendete ein Vasall des Grafen
Heinrich. Aber der König folgte den abreisenden Söhnen
nach dem Flecken Gerinesheim, bewog sie mit Mühe zu einer
Unterredung, und durch schmeichelnde Worte und Versprechungen von Lehen
besänftigte er sie einigermaßen. Von dort brach er im Monat
Juni nach Westen auf und bereiste die ihm gehörigen Orte.
Inzwischen war Zuentibald,
weil niemand die ihm vorgeworfenen Verbrechen hatte beweisen
können, von Karlmann
entlassen und mit königlichen Geschenken geehrt in sein Reich
zurückgekehrt, führte auch ein Heer Karlmanns
mit sich, gleich als wollte er Selagamar
bekämpfen; denn so hatte er betrügerischer Weise Karlmann
versprochen, wenn ihm die Rückkehr in das Vaterland gestattet
würde. Aber wie die Unvorsichtigen und Anmaßenden Schimpf zu
treffen pflegt, so erging es jenem Heer. Denn während die Anderen
das Lager abmaßen, zog Zuentibald
in die alte Burg des Rastiz ein,
und sogleich nach sclavischer Sitte brach er die
Treue und vergaß seinen Eidschwur, und wendete alle Kraft und
allen Eifer an, nicht um Sclagamar zu
bekämpfen, sondern die von Karlmann ihm
zugefügte Schmach zu rächen. Endlich griff er die nichts
Böses vermuthenden und deshalb weniger wachsamen Baiern in ihrem
Lager mit Heeresmacht an, und fing viele von ihnen lebendig; die
übrigen wurden fast alle getödtet, die ausgenommen, welche
vorsichtig sich früher
aus dem Lager entfernt hatten; und die ganze Freude der Noriker
über viele frühere Siege wurde in Trauer und Wehklagen
verwandelt. Bei dieser Nachricht von dem Untergang seines Heeres wurde Karlmann gar
sehr bestürzt, und durch die Nothwendigkeit gezwungen ließ
er alle Geiseln, welche in seinem Reiche waren, zusammenbringen und an Zuentibald
zurückgeben; kaum Einen Mann, mit Namen
Ratbodo, erhielt er von dort halbtodt zurück.
Im Monat August hatte König Hludowich eine
Unterredung mit seinem Bruder Karl an dem Fluß Maas; aber
auch da konnte er seine Söhne nicht zum Frieden bringen; denn sie
wollten zu der Unterredung nicht kommen wegen Vorenthaltung der ihnen
versprochenen Lehen. Als aber ein falsches Gerücht ausgekommen
war, daß Hludowich,
der Kaiser von Italien, durch Adalgis, Herzog von Benevent, hinterlistig
umgebracht sei, und der König traurig von der Pfalz zu Aachen in
die östlichen Theile seines Reiches heimkehrte, kamen ihm sogleich
seine Söhne entgegen, und nach Empfang einiger Lehen
versöhnen sich dieselben mit dem Könige ohne alle
Schwierigkeit. Der König aber hielt im Monat Oktober mit den
Seinen eine Unterredung in Frankonofurt; von dort zog er nach Baiern
und schickte gegen die Behemen, welche einen Einfall in sein Reich
beabsichtigten, zum Schutze seiner Länder den Bischof Arn, den Grafen Ruodolt und Andere mit
ihnen. Die Feinde umgaben einen Ort mit einem sehr festen Wall, an
dessen Zugang sie einen engen Weg machten, als Hinterhalt nämlich
gegen die, welche die Grenzen beobachteten, damit, wenn etwa Einer von
ihnen dahin käme, er, unvermögend in dem engen Wege irgendwo
auszuweichen, umkäme. Inzwischen feiern die marahensischen Sclaven
eine Hochzeit, wobei sie die Tochter eines Herzogs von den Behemen
heimführen; dies hatten die obengenannten Männer, d. i. Arn und die Anderen die mit ihm
waren, kaum erfahren, als sie sogleich bewaffnet die Fremden
verfolgten. Diese kamen auf der Flucht an den erwähnten Wall, ohne
ihn zu kennen, wo sie wegen der Enge des Ortes mit Zurücklassung
der Pferde und Waffen kaum nackt entwischen. Die Unsrigen aber
kamen darüber her, fanden 644 Pferde mit Zäumen und
Sätteln und eine gleiche Anzahl Schilde, welche die Fliehenden
weggeworfen hatten; sie hoben ohne irgend einen Widerstand diese auf
und kehrten froh in ihr Lager zurück.
Das Jahr 884.
Als der König nach Alamannien zurückgekehrt war, wurde in
Kolmar eine Reichsversammlung abgehalten. Dort wurde den Baiern
befohlen, mit Heeresmacht nach Italien gegen Wito zu
ziehen.
Pannonien litt großen Schaden; womit dies angefangen haben soll,
will ich in meiner Darstellung entwickeln. Zwei Brüder Willihalm und Engilschalk hatten vom Könige,
d. i. dem älteren Ludwig, die Ostmark des
Reiches der Baiern gegen die Mähren anvertraut erhalten und sich,
wie man sagt, zum Schutze des Vaterlands viel im Kampf gemüht. Als
sie schließlich dieses Leben, in derselben Würde stets
verbleibend, endeten, sei ihre Würde nicht ihren Söhnen
zugeteilt worden, sondern Arbo
folgte in der Grafschaft, mit Zustimmung des Königs. Das aber
nahmen die Söhne der genannten
Männer und ihre Verwandten übel auf und
erklärten, eins von beidem müsse geschehen, entweder werde Graf Arbo, wenn er nicht
zurücktrete von der Grafschaft ihrer Väter, oder sie selber
von der Schärfe des Schwertes sterben. Durch die Kunde hiervon
erschreckt, schloß Arbo
Freundschaft mit
Zwentibald, dem Herzog des
Stammes der Mährer, und bei der Befestigung des Bundes
zwischen ihnen zögerte er nicht, seinen Sohn als Geisel zu
stellen. Ebenso gewannen die vorgenannten
Söhne selber mehrere bairische Edle, sammelten ihre
Verwandten und von allen Seiten her Streitmacht, so daß ihnen
danach eine stärkere Mannschaft zur Seite stand. Damit verjagten
sie unrühmlicher Weise den vom König eingesetzten Grafen und
nahmen seine Grafschaft für sich in Besitz. Das war nun nach dem
Tode des Königs Ludwig und seiner Söhne Karlmann und Ludwig geschehen,
deren Nachfolger in der Herrschaft ihr jüngster Bruder war. Dieser
gab alsbald dem Arbo die
Grafschaft, wie er sie vorher hatte, zurück, daß aber
infolge dieser Verwicklung, wie gesagt, Pannonien Schaden litt, werden
wir zum Vergnügen des Lesers in vier in die Prosa eingewebten
Versen enthüllen:
Jegliche, sagt
Jesus, Herrschaft ist ohne Bestehen,
Wenn sie
gespalten in sich; nichts Unverträgliches feste;
Daher stammen Dir Trug und
Angst, 'Du herrliche Erde,
Daher kommt Dir
die Not, Pannonien, früher so glücklich.
In dem Jahre, als jene Söhne den
vorhergenannten Grafen, d. i. Arbo,
der ihm vom Könige übertragenen Würde beraubten, brach Zwentibald,
der Herzog der Mähren,
ein Kopf voll Trug und List, und eingedenk nicht bloß, wieviel
Übel er von den Vorgängern jener Knaben samt seinem Volke
erlitten, so lange ihnen die bairische Mark zustand, sondern auch des
Eides und der Freundschaft, die er mit Arbo
eingegangen war und geschlossen hatte, auf, um dies zu rächen, und
vollführte das. Denn auf der Nordseite der Donau geriet Werinhar, von den drei Söhnen Engilschalks, die er hatte, so der mittlere, auch Graf Wezzilo, der ihr Verwandter war, in
Gefangenschaft; man schnitt ihnen die
rechte Hand nebst der Zunge ab und - gleich schändlich - die Scham- oder Geschlechtsteile,
daß auch keine Spur davon blieb. Auch einige von ihren Leuten
kamen ohne Rechte und Linke zurück. Das Heer verwüstete auf
Befehl seines Führers alles mit Feuer; außerdem wurden
über die Donau hinüber Pfeilschützen geschickt, und wo
ein Eigentum oder Besitz der genannten Söhne war,
unverzüglich dem Feuer übergeben.
Dieses Ärgernis ob des eben genannten Vorgehens der Söhne
machte sich ein Jahr hindurch fühlbar. Da nun aber die Söhne
nichts Gutes vom
Könige zu erwarten hatten wegen des an Arbo begangenen Verbrechens, zogen
sie sich zurück und beschlossen, Leute Arnulfs zu
werden, des Sohnes von König Karlmann, der damals
Pannonien besaß. Auf die Nachricht hievon schickte Herzog
Zwentibald Boten zu ihm und ließ ihm sagen: "Du
stützest meine Feinde; wenn Du sie nicht fortschickst, wirst Du
auch an mir keinen haben, der mit Dir im Frieden bleibt." Und bei einer
anderen Gelegenheit brachte er vor: „Deine Leute haben sich gegen mein
Leben und nicht weniger gegen mein Reich hinterlistig mit den Bulgaren
verschworen (sie hatten im vorigen Jahr sein Reich verwüstet); ich
will, daß Du mir eidlich versicherst, daß dies nicht wahr
ist". Arnulf
erwiderte,
er werde keines von beiden jemals tun. Daher dringt der Herzog, der in
kurzem von allen Seiten Truppen der Slawen gesammelt hatte, mit
großer Heeresmacht in Pannonien ein, und unmenschlich und
blutgierig wie ein Wolf schlachtet er, verwüstet, zerstört
und vernichtet mit Feuer und Schwert den größten Teil, so
daß man nicht mit Unrecht auf dieses Elends folgenden Vers machen
kann:
Dies ist die Klage des
Landes, zugleich sein erbärmliches Sterben. Und als dies Leiden ob
des genannten Vorhabens der Söhne binnen
Jahresfrist vollbracht
war, ging der Herzog mit seinem Heere unverletzt in die Heimat
zurück.
Aber im laufenden Jahr, da wir dies eintragen, brachte abermals der
Herzog in feindlicher Absicht eine Menge zusammen und führte sein
feindliches Heer nach Pannonien, um, wenn vorher etwas übrig
geblieben war, es jetzt wie im Wolfsrachen vollends zu verschlingen.
Denn er verfügte bei diesem Zug über eine solche
Übermacht, daß man an einer Stelle vom Aufgang bis zum
Abendlicht sein Heer vorüberziehen sah. Mit solcher Menge nun
blieb er plündernd in Arnulfs Reich
12 Tage hindurch, endlich zog er, wie er wollte, glücklich heim,
ließ aber auch nachher noch einen Teil seines Heeres an der
Donau. Auf die Kunde hievon zogen Willihelms
und Engilschalks ältere
Söhne, Megingoz
und Papo, einige Pannonier an
sich, rückten unvorsichtig gegen jene an und begannen ein
unvorteilhaftes Treffen, denn der Sieg blieb jenen. Megingoz und Papo, die ihr Heil in der Flucht
suchten, ertranken in der Raab.
Der Bruder des Grafen Berhtold aber
wurde mit sehr vielen andern von den Slawen gefangen. Nun mögen
aufmerken, urteilen und vergleichen die Verkümmerer der Wahrheit,
und wer als Anstifter dieser Sache oder dieses Planes an dem Anfang
Gefallen gefunden hat, dem mögen auch die nachfolgenden Übel
gefallen. Sie tadelten den Frieden, dessen Erhaltung Pannonien erhielt,
dessen Verletzung aber durch einen Zeitraum jetzt ununterbrochen von
zwei und einem halben Jahr Pannonien von der Raab an nach Osten ganzso
zu Grunde gerichtet hat. Knechte und Mägde mit ihren Kindern sind
umgebracht, die Edlen sind teils gefangen teils getötet, und, was
schlimmer war, verstümmelt an Händen, Zunge und
Geschlechtsteilen zurückgeschickt. Dies alles geschieht ohne
Zweifel durch das Erbarmen oder den Zorn Gottes. Aber der Zorn Gottes,
sagen wir, ist gerechte Strafe, die unzweifelhaft, wie wir
überzeugt sind, nur eintritt, wenn sie gerecht ist.
Der Kaiser zieht durch Baiern nach dem Osten, und als er an den
Tullnbach kam, hatte er am Wiener Wald eine Unterredung. Dorthin kam
unter anderm Herzog Zwentibald mit seinen
Edlen und wurde, wie es Sitte ist, durch die Hand des Kaisers zu seinem
Mann gemacht, und
so gelobte ihm eidlich Treue und daß er bei Karls Lebzeiten
niemals mit feindlichem Heer in sein Reich kommen werde. Hernach kam Herzog Brazlavo,
welcher damals die Herrschaft zwischen Drau und Save besaß, und
wurde als Vasall angenommen; dann zog der König durch Kärnten
nach Italien und feierte in Pavia glücklich den Geburtstag Christi.
Das Jahr 892.
Aus Franken zog der König sieggekrönt nach Alamannien und
feierte auf dem Königshof Ulm in würdiger Weise den
Geburtstag des Herrn. Von da zog er nach Osten, in der Hoffnung, dort
mit Herzog Zwentibald
zusammenzutreffen: doch jener weigerte sich in gewohnter Weise, zum
König zu kommen, und brach sein Wort und alle früheren
Versprechungen.
Erzürnt darüber hielt der König in Hengstfelds eine
Unterredung mit Herzog Brazlavo, erkundigte
sich unter anderm daselbst nach Zeit und Ort, wie er in das Land der
Mähren eindringen könne; so wurde denn ein Einfall in das
Land mit 3 bewaffneten Heereszügen beraten. Der König zog die
Franken, Baiern und Alemannen an sich und kam im Juli nach Mähren.
Vier Wochen hindurch verweilte er daselbst mit einer solchen
Übermacht - auch Ungarn hatten sich daselbst seinem Zuge
angeschlossen - das ganze Land niederbrennend.
Auch schickte er seine Boten mit Geschenken von da zu den Bulgaren und
ihrem König Laodomir im September, um
den alten Frieden zu erneuem, und forderte, daß der Einkauf von
Salz von dort den Mähren nicht gestattet werde. Doch die Boten,
die wegen Herzog Zwentibalds
Nachstellungen den Landweg nicht nehmen konnten, fuhren aus dem Reiche Brazlavos auf
der Odra zur Kulpa, dann auf der Save zu Schiff nach Bulgarien. Dort
wurden sie ehrenvoll von dem Könige aufgenommen und kehrten mit
Geschenken auf demselben Wege, wo sie gekommen waren, im Mai
zurück.
Herzog Poppo von Thüringen
verlor seine Lehen.
Das Jahr 893.
Vor Fastenas besuchte der König im ganzen Land der Westfranken
Klöster und Bischofssitze, um zu beten.
Engilschalk, ein Mann von
jugendlicher Kühnheit, der eine Tochter
des Königs von einem Kebsweib geraubt und sich
zunächst ins Ausland zu den Mähren begeben hatte, war nicht
lange nachher bei dem König zu Gnaden gekommen und Markgraf im
Osten geworden. Weil er dort übermütig handelte gegen die
Edlen Baierns in Angelegenheiten, die in seine Hand gelegt waren, wurde
er in Regensburg, als er unvorsichtig die Pfalz des Königs
betreten wollte, ohne vor den König gestellt zu sein, nach ihrem
Urteil geblendet. Daher wurde
auch sein Vetter von Vatersseite
Willihelm, der seine Boten an Herzog Zwentibald schickte, des
Hochverrats schuldig gehalten und
ihm der Kopf abgeschlagen. Auch
ein Bruder von ihm, der sich als Verbannter unter den Mähren
versteckt hielt, wurde nach einem hinterlistigen Entschluß des
Herzogs mit sehr vielen Anderen getötet.
Der König nun trat den Marsch an und drang abermals mit
Heeresmacht in Herzog Zwentibalds Reich,
plünderte den größten Teil jenes Landes und zog wegen
eines ihm gelegten Hinterhalts mit großer Schwierigkeit
zurück nach Baiern zur Königin auf den Hof Ötting. Von
ihr wurde ihm nicht lange darauf ein Sohn geboren, welchen Bischof Hatto von Mainz und Bischof Adalbero von Augsburg mit
der heiligen Quelle der Taufe wuschen und ihm den Namen seines Großvaters Ludwig gaben.
Von Papst Formosus kamen
Gesandte mit Briefen und Edlen des italischen Reiches zum König
nach Baiern und baten flehentlich um sein Kommen, damit er das
italische Reich und die Sache des hl. Petrus in die Hand nehme und den
bösen Christen entreiße; es war damals vor allem
der Tyrann Wido, der sich dieses
anmaßte. Der König empfing sie in Regensburg ehrenvoll,
erklärte sich ihren Forderungen geneigt und ließ sie mit
Geschenken abreisen.
Der Winter war rauh und zog sich mehr als gewöhnlich in die
Länge, so daß man noch im März an einigen Orten 5 Tage
hindurch Schnee in der
Tiefe von einem Fuß sah. Daher entstand in Baiern ein sehr
großer Mangel an Wein; Schafe und Bienen gingen zu Grunde.