Friedrich IV.                                   Graf von Putelendorf
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1085-26.V.1125 (oder 26.6.1125 Starke)
        Tigelstedt
 

Einziger Sohn des Grafen Friedrich III. von Goseck und der Adelheid von Stade, Tochter von Markgraf Lothar Udo III.
 

Brandenburg Erich: Tafel 13 Seite 26
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 101 a. FRIEDRICH III., Pfalzgraf von Sachsen
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* nachgeboren 1085, + 1125

Gemahlin:
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1116
AGNES, Tochter des Grafen Heinrich von Limburg (siehe XII. 65.)
         + nach 1129 13. VI.

Anmerkungen: Seite 142
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XII. 101 FRIEDRICH

Ann. Saxo 1125. S. S. 6, 762



Schwennicke Detlev: Tafel 147
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

10. A. FRIEDRICH IV. VON PUTELENDORF (BOTTENDORF an der Unstrut)
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* postumus 1085/86, + Dingelstedt (26.IV.)1125

Begraben: Halberstadt

1112/14 in königlicher Gefangenschaft
1114 PFALZGRAF

  oo AGNES VON LIMBURG (ARLON)
                 + 1136

Tochter von Graf Heinnrich I., 1101/06 Herzog von Nieder-Lothringen
(II. oo Walo der Jüngere von Vockenstedt + erschlagen 1126)



Thiele Andreas: Tafel 165
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

FRIEDRICH IV.
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postum 1085, + 1125

Graf von Putelendorf, Pfalzgraf von Sachsen

Gerät erbittert gegen den Stiefvater, behauptete als erster, daß dieser der Mörder seines Vaters ist; verliert den Großteil seiner Allodien/Thüringen mit Fryburg, Lauchstädt, Bad Sulza bei Erfurt an Ludwig II.; ist 1112-1114 inhaftiert, da in den Erbkrieg WEIMAR-ORLAMÜNDE einbezogen, verteidigt 1117/18 den Kyffhäuser gegen Pfalzgraf Friedrich I. von Sommerschenburg und kapituliert.

  oo um 1110
      AGNES VON LIMBURG-ARLON
                +

Tochter des Herzogs Heinrich I. von Lothringen



Friedrich IV. nannte sich nach Putelendorf (Bottendorf an der Unstrut). Obwohl er von seinem Stiefvater Ludwig dem Springer, den er als erster des Mordes an seinem Vater bezichtigte, unterstützt wurde, gelang es ihm nicht, die Pfalzgrafenwürde von Sachsen zu erlangen. Er verlor den Großteil seiner Allodien in Thüringen mit Fryburg, Lauchstädt, Bad Sulza bei Erfurt an Ludwig II. von Thüringen. Er zählte zu den Gegnern Kaiser HEINRICHS V., dessen Feldherr Hoyer von Mansfeld ihn zusammen mit seinem Stiefbruder Hermann am 6.6.1112 in Teuchern bei Weißenfels zur Aufgabe zwang. Beide kamen auf Burg Hammerstein am Rhein in kaiserliche Haft. Friedrich kam 1114 durch Lösegeld wieder frei, während sein Stiefbruder Hermann in der Haft gestorben war. Er verteidigte 1117/18 den Kyffhäuser gegen Pfalzgraf Friedrich I. von Sommerschenburg und mußte nach längerer Belagerung kapitulieren.

Starke Heinz-Dieter: Seite 47
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"Die Pfalzgrafen von Sachsen bis zum Jahre 1088"

Am 5. Februar 1085 wurde der einzige Sohn des Pfalzgrafen, der ebenfalls Friedrich hieß, während der Jagd aus dem Hinterhalt ermordet. Der erschlagene Friedrich III. hatte etwa 1081 die Tochter des Markgrafen Udo von Stade, Adelehid, geheiratet. Diese Verbindung mit einem der mächtigsten Geschlechter Sachsens, das nicht nur an der Niederelbe, sondern auch um Alsleben an der Saale reich begütert war, zeigt, welch hohes Ansehen die GOSECKER genossen. Nach dem Tode Friedrichs III. gebar Adelheid einen Sohn, der wiederum Friedrichgenannt wurde. Es ist der spätere Friedrich IV. von Putelendorf.
Die Hintergründe des Anschlages sind reichlich dunkel. Als Mörder werden "Theoddericus et Udalricus de Deidenlibe" sowie "Reinhardus de Rynenstide" aufgeführt. Sie kamen wahrscheinlich aus dem nördlichen Harzvorland, wo die GOSECKER ebenfalls Besitz hatten. Die Möglichkeit nachbarlicher Streitigkeiten ist darum nicht von der Hand zu weisen. Doch leugnet die Gosecker Chronik jeden Grund [Chro. Goz. I c. 15, Seite 146. Vielelicht verschweigt der Gosecker Chronist bewußt einige Zusammenhänge, da die Vogtei von Goseck längere Zeit in den Händen der Landgrafen von Thüringen war.]. Andere Quellen haben den Grafen Ludwig den Springer vo Thüringen der Anstiftung zum Mord bezichtigt, weil er die junge und schöne Witwe heiratete. Der nachgeborene Friedrich IV. hat später, als er sich um sein Erbe betrogen sah, seinen Stiefvater des Mordes beschuldigt und ein Verfahren angestrengt, das aber von HEINRICH V. niedergschlagen wurde. Andererseits muß man hervorheben, daß von einem Gerichtsverfahren des alten Pfalzgrafen nichts bekannt ist.
 
 
 
 

 1116
  oo 1. Agnes von Limburg, Tochter des Herzogs Heinrich I.
           um 1100-   1136

     2. oo Walo der Jüngere von Veckenstedt
                     -   1126 erschlagen
 
 
 
 

Kinder:

  Heinrich Pfalzgraf von Sachsen
         -   1126

  Friedrich Bischof von Prag (1169-1179)
  um 1117-31.1.1179

  Bertha
        -   1190

  oo Berthold I. Graf von Henneberg
             -18.X.1159

Nach Isenburg:

  Hermann
  vor 1114-   1123/29
 
 
 

Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 13 Seite 26/Tafel 11 Seite 22 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 147 - Starke, Heinz-Dieter: Die Pfalzgrafen von Sachsen bis zum Jahre 1088, in: Braunschweigisches Jahrbuch Band 36 Seite 47 - Starke, Heinz-Dieter: Die Pfalzgrafen von Sommerschenburg (1088-1179), Jahrbuch für die Geschichte Mittel- u. Ostdeutschlands Band 4, Tübingen 1955 Seite 7,12-17 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 165 -