Lexikon des Mittelalters:
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Döben,
ehemalige Burggrafschaft, Dorf in NW-Sachsen (Bez. Leipzig,
Krs. Grimma). Die 1117 als urbs genannte Burg wurde wohl schon im späteren
10. Jh. hoch über dem östlichen Ufer der Mulde errichtet. Im
Ringen mehrerer herrschaftlicher Gewalten um die Beherrschung der Muldenlinie
wurde hier 1181/85 ein Reichsburggraf eingesetzt, als welcher seit 1198
ein Angehöriger des fränkischen edelfreien Geschlechts der Erkenbertinger,
auch von Tegkwitz genannt, auftritt. Die Döbener Linie des Geschlechts
starb nach wenigen Generationen aus, die Burggrafschaft fiel wohl schon
1286 an die Markgrafen von Meißen und ging in deren Territorium auf.
Zu Anfang des 14. Jh. befand sich das wenig umfangreiche Herrschaftsgebiet
als markgräfliches Lehen in den Händen der Burggrafen
von Leisnig, seit der Mitte des 14. Jh. war es nur noch Ritterlehen
im Bereich der markmeißnischen Vogtei Grimma. Das vor der Burg gelegene
Dorf erhielt gegen Ende des MA Marktrechte, blieb aber im Range eines Fleckens
stehen.
K. Blaschke