Dobronega von Polen                     Markgräfin der Nieder-Lausitz
---------------------------
1128-nach 26.10.1147
 

Tochter des Herzogs Boleslaw III. Schiefmund von Polen aus dem Hause der PIASTEN aus seiner 2. Ehe mit der Salome von Berg-Schelklingen, Tochter des Grafen Heinrich I.
 

Brandenburg Erich: Tafel 37 Seite 75
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 547b. DOBRONEGA (LIUTGARD)
------------------------------------------------------
* 1128, + nach 1147 26. X.

Gemahl:
----------
ca. 1142
DIETRICH VON WETTIN, Markgraf der Lausitz
       + 1185 9. II.



Thiele Andreas: Tafel 334
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa

DOBRONEGA
--------------------
    + nach 1181

  oo DIETRICH II. Markgraf der Lausitz
               + 1185



CHRONIK VOM PETERSBERG: Seite 60-62
*****************************
1184
In diesem Jahr beging der Kaiser zu Pfingsten in Mainz ein großes Hoffest. Dort befiel Dietrich, den Markgrafen der Ostmark, einen Sohn des Markgrafen Konrad, eine Krankheit, durch die er lange gefesselt wurde. Am Vorabend des <20. Dezembers>, des Thomastages, wurde er auf den Lauterberg gebracht und ins Krankenzimmer des Klosters gelegt; die Krankheit verschlimmerte sich jedoch, und er starb am 9. Februar <1185>. Er lebte lange Zeit getrennt von seiner Frau, einer Schwester des Herzogs Mieszkos [Mesoco] <III., des Alten> von Polen namens Dobergana, auch Lucardis genannt, die ihm seine Kinder Graf Konrad sowie Gertrud, Nonne in Gerbstedt, gebar, und hatte eine andere Frau namens Kunigunde, eine Gräfin, Witwe des Grafen Bernhard von Plötzkau, gewissermaßen dazugenommen; sie gebar ihm Bischof Dietrich von Merseburg. Markgraf Dietrich übertrug dem Stift auf dem Lauterberg auch die Pfarrei in Eilenburg [Hildeburch] sowie die Kapelle dieser Burg, die dem heiligen Petrus geweiht ist. Er schenkte dem genannten Stift außerdem eine Mühle im Dorf Groitzsch. Er errichtete auf dem Grundbesitz des Stifts die Stadt Schildau [Schildoe] und nahm diesem in den benachbarten Dörfern, wie es heißt, 60 Hufen aus seinem Besitz weg, die er aber durch 130 Hufen Waldes an der Schwarzen Elster ersetzte. Bestattet wurde Markgraf Dietrich hinter seinem Vater zur Rechten des Grafen Friedrich, seines Bruders. Er hatte <1165> das Zisterzienserstift in Doberlug gegründet. Außerdem hatte er im Jahre 11.. <zwischen 1156 und 1175> die Burg Landsberg errichtet.

GENEALOGIE DER WETTINER: Seite 235,238
*****************************
<Der zweite Sohn Konrads des Großen> Dietrich, Markgraf der Ostmark, nahm zur Frau eine Schwester des Polen-Herzogs Mieszko [Meseco]<III., des Alten, + 1202; Vater: Boleslaw III. Schiefmund, + 1138> namens Dobergana, die auch Lucardis genannt wird, und zeugte mit ihr Graf Konrad, der, beim Turnier von einer Lanze durchbohrt, im Jahre 1175 starb, sowie eine Tochter Gertrud, Nonne zu Gerbstadt. <Die Genealogie erwähnt nicht Dietrichs Nebenfrau Kunigunde und ihren gemeinsamen Sohn Dietrich, 1204-1215 Bischof von Merseburg>. Im Jahre 1184 <am 9. Februar, nach unserer Rechnung also 1185> ist Markgraf Dietrich gestorben.

Pätzold Stefan: Seite 51,290,317
*************
"Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221"

Problematisch war das Verhältnis zu Polen, obgleich er mit einer Tochter des polnischen Königs Boleslaws III., Dobrogena, verheiratet war. Denn von Dietrichs Herrschaftsbereich aus wurden 1157 und 1172 Kriegszüge gegen den östlichern Nachbarn unternommen.
Über Markgraf Dietrich von der Ostmark und seine Verwandten berichtet der Genealoge verhältnismäßig wenig: Dietrich nahm Dobronega, die Schwester des polnischen Herzogs Mieszko III., deren Taufname Liutgard war, zur Frau und zeugte mit ihr Konrad, der 1175 bei einem Turnier ums Leben kam, sowie Gertrud, die in das Kloster Gerbstedt eintrat.

Hoppe Willy: Seite 179
***********
"Die Mark Brandenburg Wettin und Magdeburg. Ausgewählte Aufsätze"

Den beiden sächsischen Fürsten Konrad und Albrecht hatte König KONRAD es zu danken, daß der erbärmlich gescheiterte Feldzug überhaupt noch mit Unterhandlungen endete [68 Ann. Magd. 1146 (MG. SS. XVI, 188, Zeile 8f. Ähnlich Chron. Mont. Ser. 1146 (MG. SS. XXIII, 147 Zeile 4ff.). Beachte auch Vinc. Prag. Ann. (MG. SS. XVII, 664 Zeile 11).], und daß  die polnischen Brüder Boleslaw und Mieczyslaw nicht mit ihren ansehnlichen Streitkräften zum Angriff vorgingen. So ruhmlos der Feldzug für den König ausging, für Konrad lagen die Dinge anders. Wenn nicht früher, so hat er in jenen Jahren durch eine Heirat seines Sohnes Dietrich mit einer Schwester der polnischen Herzöge die Beziehungen gefestigt. Es war die gleiche Politik, wie sie Albrecht der Bär trieb [69 Posse, Wettiner, Tafel 2 Nr. 6, Bernhardi, Konrad III, 713, Krabbo, Regesten, Nr. 156.].

Partenheimer Lutz: Seite 279
****************
"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Die bald darauf vereinbarte Eheverbindung zwischen Albrechts Sohn Otto und der Schwester der PIASTEN scheint dieses Überlegungen zu bestätigen, auch wenn wir nicht wissen, ob schon 1146 in dem Sinne Gespräche zwischen den jüngeren Herzögen von Polen und den ASKANIERN statfanden [846 Siehe unten Seite 107. - Auch Konrad von Wettin verheiratete seinen Sohn Dietrich spätestens in diesen Jahren mit Dobronega, einer weiteren Schwester der polnischen Herzöge, siehe W. Hoppe: Konrad von Meißen (wie EN 180), Seite 179; S. Pätzold: Wettiner (wie EN 40), Seite 51,290. - Siehe auch H..-D. Kahl: Slawen (wie EN 2), Seite 373.].
 
 
 
 

um 1147
  oo  Dietrich II. Markgraf der Nieder-Lausittz
        um 1125/30-9.2.1185
 
 
 
 

Kinder:

  Konrad Mitregent
  vor 30.4.1161-17.2.1175
                im Turnier gefallen

  Gertrud Nonne zu Gerbstedt
        -
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 37 Seite 75 - CHRONIK VOM PETERSBERG nebst der GENEALOGIE DER WETTINER, fliegenkopf verlag Halle 1996 - Hoppe Willy: Die Mark Brandenburg Wettin und Magdeburg. Ausgewählte Aufsätze, Böhlau Verlag Köln Graz 1965 Seite 179 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 279 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997 Seite 51,290,317 - Posse, Otto: Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke& Devrint Verlag Leipzig 1881 - Posse, Otto: DIE WETTINER. Genealogie des Gesamthauses Wettin. Zentralantiquariat Leipzig GmbH 1994 Tafel 2 Seite 144 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 151 -