Oda von Werl                                 Gräfin von Stade
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1045/50-13.1.1110
 

Einzige Tochter des Grafen Hermann III. von Werl und der Richenza von Schwaben, Tochter von Herzog Otto II.
 

Brandenburg Erich: Tafel 38 Seite 76
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 324. ODA
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* ..., + 1110/11

Gemahl:
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ca. 1065
Udo III. Markgraf der Nordmark (siehe X. 45.)
      + 1082 4. V.



Thiele Andreas: Tafel 411
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II

ODA
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    + 1111

  oo LOTHAR UDO II. VON STADE, Markgraf der Nordmark
             + 1082



Fenske Lutz: Seite 348
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Enger war der Verwandtschaftsgrad Markgraf Rudolfs aus dem Geschlecht der Grafen von Stade zu den weitverbreiteten Kreis der Nachkommen Ottos von Northeim, da zu diesen über seine Mutter Oda eine Blutsverwandtschaft bestand. Oda war eine Tochter Graf Hermanns III. von Werl aus dessen Ehe mit der EZZONIN Richenza, die sich in einer zweiten Ehe mit Otto von Northeim verbunden hatte. Als Stieftochter Ottos war Oda also eine Halbschwester jener drei Söhne und vier Töchter, die aus der Ehe Ottos mit Richenza hervorgingen. Durch ihre Heirat mit Markgraf Udo II. aus dem Geschlecht der Grafen von Stade wurde Oda die Mutter der drei Brüder Heinrich, Udo III. und Rudolf, die nacheinander Inhaber der sächsischen Nordmark waren. Über Adelheid, eine Tochter Odas, die als Witwe des ermordeten Friedrich III. von Goseck den thüringischen Grafen Ludwig geheiratet hatte, waren die Nachkommen aus dieser Ehe gleichfalls mit dem NORTHEIMER Verwandtenkreis blutsmäßig verbunden.

Leidinger, Paul: Seite 117,118
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"Untersuchungen zur Geschichte der Grafen von Werl. Ein Beitrag zur Geschichte des Hochmittelalters."

Seine Tochter Oda war Erbin von Alloden in Basthusen bei Werl und Oedingen im Sauerland.

13. Oda, Tochter Hermanns (III.) von Werl, Markgräfin von Stade

Über Oda berichten mehrere Quellen, am ausführlichsten der Annalista Saxo [Annalista Saxo a. a. 1026 und 1082 (SS VI 676 und 720); vgl. ebd. 748 a. a. 110; ferner Ann. Magdeburgenses SS XVI 181, Ann. Rosenveldenses SS XVI 103. Vgl. dazu Bollnow 13 ff.; Hucke 30 und 32]. Danach war sie die Tochter Hermanns (III.) von Werl aus seiner Ehe mit Richenza, deren zweiter Gemahl bald nach 1050 Otto von Northeim wurde. Der Lebensansatz Odas weist auf die Jahre 1045/50 hin. Um 1065 hat sie sich mit Udo von Stade, dem Markgrafen der Sächsischen Nordmark, vermählt, dem sie vier Söhne und zwei Töchter gebar. Als Markgräfin von Stade war sie eine nicht unbedeutende Persönlichkeit, wenngleich ihr politischer Einfluß auch nicht näher nachzuweisen ist [Vgl. Hucke 32 n 204, wo sie als Hauptstifterin von Harsefeld angesprochen wird.]. Odas Todestag ist der 13. Januar 1110 [Hucke 30 n 194]. Zuvor hatte sie ihr Allodialgut in Westfalen an das Erzstift Köln geschenkt [Korth, Liber privilegiorum 197 f. Vgl. dazu Bauermann, Scheda 227; Hucke 194 f.]. Eine besondere Beziehung zu ihrer WERL-ARNSBERGER Verwandtschaft wird in den Quellen nicht erkennbar.

Kimpen Dr. Emil: Seite 26-31
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"Ezzonen und Hezeliniden in der rheinischen Pfalzgrafschaft"

Bisher galt der Glaube, Richenza habe ihrem Gatten Otto westfälische Güter zugebracht, die sie von ihrem ersten Gatten Hermann von Werl ererbt hätte. Die reichen ARNSBERGER Schenkungen ihrer Tochter erster Ehe, Oda von Werl, ihres Sohnes Kuno aus 2. Ehe und der Gertrud von Braunschweig, der Gattin ihres anderen Sohnes 2. Ehe, Heinrichs des Fetten von Northeim, an das Erzstift Köln mußten zum Beweis dafür herhalten. Dass Richenza reiche westfälische Güter besaß, steht außer Frage. Dass sie diese aber von ihrem ersten Gatten hätte ererben und dann zum Teil an ihre NORTHEIMER Kinder hätte bringen können, wo sie doch eine Tochter erster Ehe besaß und auch genügend werlische Agnaten vorhanden waren, hat nicht die geringste Wahrscheinlichkeit für sich. Die an die NORTHEIMER gekommenen Güter in Westfalen stammten somit überhaupt nicht von Hermann von Werl, sondern von Richenza selber und waren deren elterliches Erbgut.

Lange Karl-Heinz: Seite 35
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"Die Grafen von Northeim 950-1144"

Graf Bennos Sohn Otto war nach dem Bericht des Annalista Saxo der einzige Nachkomme aus seiner Ehe mit Eilica. Um das Jahr 1050 heiratete er die Witwe Richenza, die durch ihre 1. Ehe mit einem Grafen Hermann von Werl die Mutter der Oda, der späteren Gemahlin des Markgrafen Luder-Udo II. von Stade, geworden war. Die Herkunft der Richenza, über die die zeitgenössischen Quellen schweigen, bildet den Gegenstand einer These Kimpens. Er kommt zu dem Ergebnis, dass sie eine Tochter des Herzogs Otto von Schwaben aus dem Geschlecht der EZZONEN, eines Enkels Kaiser OTTOS II., und eine Schwester der Gräfin Ida von Elsdorf gewesen sei, die um die Mitte des 11. Jahrhunderts im Gebiet der Grafen von Stade eine Rolle gespielt hat. Diese Ansicht Kimpens, die bis heute noch nicht stichhaltig widerlegt ist, hat vor kurzem durch die Arbeiten Hömbergs und Huckes in vieler Hinsicht eine Stützung und Erweiterung erfahren.
 
 
 
 

  oo Lothar Udo II. Graf von Stade
            -4.3./4.5.1082
 
 
 
 

Kinder:

  Heinrich I. der Lange
  um 1065-27.6.1087

  Lothar-Udo III.
        -2.6.1106

  Rudolf I.
         -7.12.1124

  Siegfried Geistlicher zu Magdeburg
        -7.6. um 1111

  Adelheid
        -   1110

    1081
  1. oo Friedrich III. Graf von Goseck
                 -5.2.1085

    1081
  2. oo Ludwig der Springer von Thüringen
          1042-   1123
 
 
 
 

Literatur:
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Annalen von Magdeburg ad a. 1111 - Annalista Saxo: Reichschronik. Seite 48,88,89,97,120 - Bollnow, Hermann: Die Grafen von Werl. Genealogische Untersuchungen zur Geschichte des 10. bis 12. Jahrhunderts. Dissertation Stettin 1930 Seite 13 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 38 Seite 76 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977 Seite 348 - Hucke, Richard: Die Grafen von Stade 990-1144, Stade 1956 Seite 30,32 - Kimpen, Emil: Ezzonen und Hezeliniden in der rheinischen Pfalzgrafschaft, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, XII. Ergänzungsband, Innsbruck 1933 Seite 26 - Lange, Karl-Heinz: Die Grafen von Northeim (950-1144). Politische Stellung, Genealogie und Herrschaftsbereich. Beiträge zur Geschichte des sächsischen Adels im Hochmittelalter Dissertation Kiel 1958 Seite 35 - Leidinger, Paul: Untersuchungen zur Geschichte der Grafen von Werl. Ein Beitrag zur Geschichte des Hochmittelalters. Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens Abteilung Paderborn 1965 Seite 117,118 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 411 -