Godila von Rothenburg                              Gräfin von Walbeck
-----------------------------                             Gräfin von Werl
um 977-18.6.1015
 

Tochter des hessischen Grafen Werner I. von Rothenburg
 

Godila war bei der Geburt Werners erst 13 Jahre alt. Ihr Verwandter war Bischof Wigfried von Verdun (959-983). Nach dem Tode ihres Gemahls verschaffte sie dem Sohne die väterlichen Lehen und die Verwaltung der Nordmark für einen Preis von 200 Mark.

Rupp Gabriele: Seite 134
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"Die Ekkehardiner"

4.6. Godila

Von einigen Forschern wurde die Mutmaßung ausgesprochen, Hermann habe nach dem Tod von Regelindis noch einmal geheiratet. Als Beweis führten sie eine Stelle bei Thietmar an, in welcher der Chronist berichtet, dass Liudgard nach dem Tod ihres Vaters Ekkehard I. zu Werner von Walbeck zurückkehren konnte. Nach der Hochzeit erkrankte dessen Vater Liuthar und starb am 25. Januar 1003. Seine Witwe Godila blieb vier Jahre lang unverheiratet, dann verband sie sich mit ihrem Verwandten Hermann, ohne sich um den Bann, den Bischof Arnulf von Halberstadt gegen sie verhängt hatte, zu kümmern. Zudem täuschte sie auch noch drei andere Bischöfe, bei denen sie im Wort stand und die ihr diese Ehe untersagt hatten. Godila wurde deshalb vom Halberstädter Bischof exkommuniziert und hatte auch keine Hoffnung mehr, Kinder zu bekommen. So weit der Bericht Thietmars.
Zwar wurde in der Forschung der bei Thietmar genannte Hermann meist mit Hermann von Werl identifiziert, doch glaubten Posse und Stöwesand in ihm den ekkehardinischen Hermann sehen zu können, da bei ihm die Verwandtschaft mit Godila offen sichtbar wäre. Sie war die Schwiegermutter seiner Schwester Liudgard, er der Bruder von Godilas Schwiegertochter. Zusätzlich würde auch Thietmar auf den ekekhardinischen Hermann hinweisen, da er unmittelbar davor die Hochzeit von Liudgard und Werner, dem Sohn Godilas, erwähne. Nach den kirchlichen Statuten damaliger Zeit hätten beide als verwandt gegolten, da sich die Auffassung durchgesetzt hatte, dass durch den Vollzug der Ehe nicht nur die Ehepaare, sondern auch derer beider Sippen bis zum 7. Grad miteinander blutsverwandt werden.
Nimmt man nun an, dass Thietmar den ekkehardinischen Hermann gemeint hat, dieser also im Jahr 1007 Godila geheiratet hat, wäre es verständlich, dass sich das Verhältnis zu seinem ehemaligen Schwiegervater, Boleslaw Chrobry, nicht mehr so eng gestaltet hat, erklärte Posse. Darüber hinaus könnten die unkanonische Ehe und der kirchliche Bann Hermann dazu gebracht haben, die Verlegung des Bistumssitzes von Zeitz nach Naumburg so intensiv zu betreiben. Nach Stöwesand ist in diesem Zusammenhang auch Hermanns Abkehr von seinem weltlichen Amt und der Rückzug in das Naumburger Domkapitel zu sehen.
Diese Überlegungen mögen zwar alle logisch klingen, doch zwei Tatsachen widersprechen einer Eheverbindung zwischen Hermann und Godila. Nach dem Bericht Thietmars hätte die Eheschließung zwischen Hermann und Godila im Jahr 1007 stattfinden müssen. Es ist jedoch anzunehmen, dass Regelindis zu diesem Zeitpunkt noch gelebt hat. Im Naumburger Necrolog ist zwar ihr Todestag, der 21. März, überliefert, das Todesjahr jedoch nicht. Auffällig ist aber, dass Hermann bis Ostern 1015 von Thietmar häufig als "socer" Boleslaws Chrobrys bezeichnet wird, danach nicht mehr. Einige Forscher nehmen deshalb an, dass sie erst nach 1014 gestorben ist.
Auch das Altersverhältnis von Godila und Hermann spricht gegen eine Heirat. Godila war bei der Geburt ihres Sohnes Werner nach Thietmars Bericht 13 Jahre alt. Werners zukünftige Gemahlin, Liudgard, war das erste Kind von Ekkehard und Swanhilde. Wenn man nun annimmt, dass Werner und Liudgard etwa gleichaltrig waren, so muß Godila etwa 10 bis 15 Jahre älter gewesen sein als Hermann, das zweite Kind des meißnischen Markgrafenpaares. Ein für diese Zeit unüblicher Altersunterschied, wenn man die Tatsache in Betracht zieht, dass es sich bei dieser Eheschließung um keine politisch initiierte Verbindung gehandelt haben kann.
Weiter spricht meines Erachtens gegen diese Eheverbindung, dass Godila weder im Naumburger Memorialwesen, noch unter den Stifterfiguren zu finden ist.

Schölkopf Ruth:
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"Die sächsischen Grafen 919-1024"

Markgraf Lothar befestigte die Beziehungen, indem er sich seine Gattin aus dem Westen holte. Auf Anraten OTTOS II., der ihn persönlich hoch schätzte, heiratete Lothar Godila, die Tochter eines (Grafen) Werner aus dem westlichen Teil Sachsens. Dieser Werner war wohl mit Graf Werner identisch, in dessen Grafschaft 955 Norddöllen (bei Vechta in Oldenburg) lag. Der Name Werner war um diese Zeit bei anderen sächsischen Adelsfamilien sehr selten. Godilas Familie gehörte dem hohen Adel an, was sich daraus erhellt, dass ein Verwandter Godilas und Werners (consobrinus) Bischof Wigfrid von Verdun (959-30.8.983) war. Godila schenkte ihrem Gatten Lothar im jugendlichen Alter von 13 Jahren einen Sohn, der nach seinem Großvater mütterlicherseits Werner genannt wurde. Aus der Ehe gingen außerdem die Kinder Bertold, Dietrich und Brigida hervor. Nach Lothars Tod heiratete sie nach 4-jähriger Witwenschaft ihren nahen Blutsverwandten (consanguineus) Hermann. Vermutlich war sie Godila laica, deren Todestag am 18. Juni im Chronicon S. Michaelis verzeichnet wurde. Sie fand wohl deshalb im Lüneburger Totenbuch Aufnahme, weil das Haus WALBECK mit der STADER Grafenfamilie verschwägert, und diese wiederum mit den BILLUNGERN versippt war.
 
 
 
 

  1. oo Lothar III. Graf von Walbeck
                 -25.1.1003

    1007
  2. oo 2. Hermann II. Graf von Werl
               ca 980-14.5. nach 1024
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Werner
  ca 990-11.11.1014

  Bertold
        -

  Dietrich
        -30.10. nach 1014

  Brigitta Äbtissin in Magdeburg
        -29.1.

  Liutger-Lothar Graf im Harzgau
        -   1033 gefallen

2. Ehe

  Rudolf
         -

  Mathilde
         -
 
 
 
 

Literatur:
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Rupp, Gabriele: Die Ekkehardiner, Markgrafen von Meißen, und ihre Beziehungen zum Reich und zu den Piasten, Peter Lang GmbH Frankfurt am Main 1996  Seite 134 - Schölkopf, Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024, Göttingen 1957 Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 156,334 -