Gerberga                                         Äbtissin von Meschede (und Oedingen?) 1050-1070
------------
    -
 

Tochter des N.N.
 

Leidinger, Paul: Seite 120
*************
"Untersuchungen zur Geschichte der Grafen von Werl. Ein Beitrag zur Geschichte des Hochmittelalters."

16. GERBERGA, ÄBTISSIN VON MESCHEDE (UND OEDINGEN?)
17. ADELHEID, DOMINA UND STIFTSDAME ZU MESCHEDE, SCHWESTER DER ÄBTISSIN GERBERGA

Eine weitere Äbtissin von Meschede war im zweiten Drittel des 11. Jahrhunderts Gerberga, deren Name ebenfalls für die Zugehörigkeit zum WERLER Grafenhaus spricht. Sie begegnet in einer angeblichen Urkunde Erzbischof Hermanns II. von Köln mit dem Datum vom 18. Juli 1042, durch die der Erzbischof dem Stift die "in pago et provincia Westfalon necnon in comitatu Bernhardi comitis" gelegene Kirche in Kalle (Kr. Meschede) überträgt. Die Urkunde ist jedoch eine Fälschung des 12. Jahrhunderts, lediglich die Personennamen klingen vertrauenserweckend. Die Erwähnung des Grafen Bernhard spricht für ein Auftreten der genannten Personen zwischen 1050 und 1070.
In einer Urkunde Erzbischof Sigewins von Köln (1079-1089) begegnet ebenfalls einer Mescheder Äbtissin Gerberga, diesmal zusammen mit ihrer Schwester, einer Domina Adelheid, die Stiftsdame in Meschede war. Der Erzbischof bestätigt den beiden Schwestern ihre durch ihren Muntwalt, einen Grafen Bernhard, geschehene Schenkung von Gütern in Niederbergheim und Frenkhausen an das Stift. Aufgrund der Erwähnung des Grafen Bernhard (von Werl-Arnsberg) wird man die Tradition ebenfalls für die Zeit zwischen 1050 und 1070 ansetzen müssen. F. von Klocke vermutet allerdings unter der in beiden Urkunden genannten Äbtissin Gerberga zwei verschieden Personen.
Eine Äbtissin Gerberga von Oedingen erscheint in einer gefälschten Urkunde Erzbischof Annos II. von Köln angeblich 1068, die, soweit sie die Erwähnung Gerbergas angeht, auf guter Tradition beruhen kann. Da die Äbtisinnenwürde von Meschede und Oedingen zu späterer Zeit nachweislich vereinigt war, ist Gerberga vielleicht mit der gleichnamigen Äbtissin von Meschede identisch gewesen.
Schwieriger ist es, Gerberga und ihre Schwester Adelheid als Töchter in die WERLER Familie einzuordnen. Doch sind sie ohne Zweifel der dritten oder vierten Generation zuzuordnen.