Meyer von Knonau, Gerold: Band 5 Seite 162, Band 6 Seite 298,306,323, Band 7 Seite 144,268
***********************
"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band"

In Westfalen war eine gefährliche Störung des Friedens durch eine heftige Fehde eingetreten, die zwischen Erzbischof Friedrich von Köln und dem Grafen Friedrich zum Ausbruchgekommen war. Der Graf verwüstete das Gebiet der Kölner Kirche mit Raub und Brand, und der Erzbischof belaggerte hinwider Friedrichs Burg Arnsberg und zwang sie zur Übergabe. Darauf ächtete der Kaiser den Grafen; aber dieser überzog neuerdings die Kölner Angehörigen mit verlustreichem Kriege, und nach gewonnenem Siege führte er viele Gefangene hinweg.
Der Widerstand gegen den Kaiser verbreitete sich von Köln aus über die rheinischen Gegenden und nach Westfalen hinein; doch ist durchaus Erzbischof Friedrich als der eigentliche Führer der Bewegung angesehen worden. An den Erzbischof schlossen sich aus Westfalen jene beiden gräflichen Brüder, Friedrich und Heinrich von Arnsberg, an, von denen Friedrich zwölf Jahre zuvor selbst die Waffen gegen die Kölner Kirche gerichtet hatte.
Aber als das kaiserliche Heer von diesen Verwüstungen zurückkehrte, stellten sich ihm die Kölner in den Weg, in Verbindung mit den Aufgeboten der mit ihnen verbündeten lothringischen Fürsten; doch ihr tapferes Verhalten blieb ohne Erfolg. Ihr Heer verlor an Toten und Gefangenen angesehene Leute. Nun aber kam von Westfalen Graf Friedrich von Arnsberg mit seinem Bruder Heinrich und einer starken Rüstung zur Hilfe herbei, und so wandte sich der Kaiser von der Fortsetzung des Kampfes ab.
Außerdem baute HEINRICH V. mitten in dem durch ihn verwüsteten Besitztum des Grafen Friedrich von Arnsberg eine feste Burg und stattete sie mit Kriegsvolk und mit Waffen wohl aus.
1115
Neben Lothar standen Bischof Reinhard von Halberstadt, Pfalzgraf Friedrich, Markgraf Rudolf, aber auch Fürsten aus den westlichen Teilen des sächsischen Landes, Graf Friedrich von Arnsberg und sein Bruder Heinrich, Graf Hermann von Calverla, aus Lothringen Heinrich von Limburg wirkten mit.
1119
Auch Graf Friedrich von Arnsberg hatte sich HEINRICH V. wieder angeschlossen, und wahrscheinlich hatte eben sein Übergang aus der bisherigen Feindseligkeit die Änderung in Münster bewirkt.
1124
Jener Graf Friedrich von Arnsberg, der 1119 von Lothar sich abgetrennt und der Sache des Kaisers angeschlossen hatte, war gestorben: man urteilte in Westfalen über ihn, es gelte von ihm, durch dessen Bedrückung fast das ganze westfälische Land in Knechtschaft gebracht worden sei, das Bibelwort, daß seine Hand gegen Alle und Aller Hand gegen ihn gewesen sei. Friedrich hatte noch, nicht ein volles Jahr vor seinem Tode, die abgegangene Wefelsburg, die, südwestlich von Paderborn, das Tal des Flusses Alme beherrschte, hergestellt und von da aus die gesamte nähere und weitere Umgebung mit unsagbaren Fronforderungen gequält und ausgesogen. Durch Gottes Barmherzigkeit oder, wie man in Paderborn annahm, auf die Bitten des heiligen Bekenners Meinulfus hin, geschah die Zerstörung der Burg, indem die Bauern, die selbst zum Bau hatten Frondienst leisten müssen, nach dem Tode des Grafen daran die Hand legten. Ebenso wurde auch, auf Lothars Befehl, die Burg Rietberg, auf der Nordwestseite von Paderborn, niedergelegt; dorthin gatten sie beutegierigen Helfershelfer Friedrichs sich zusammengefunden. Die schlimmste Nachrede fand jedoch Friedrich im Kloster Kappenberg, wo sein plötzlicher Tod, an einem Ekel erregenden Leiden, als eine Strafe des Himmels angesehen wurde. Er hatte den heftigsten Widerspruch dagegen erhoben, daß sein Schwiegersohn, Graf Gottfried von Kappenberg, der Gemahl seiner Tochter Jutta, seine starke Burg, die als ein Westfalen beherrschender Platz angesehen wurde, in ein Kloster verwandelt und selbst die mönchischen Verpflichtungen auf sich genommen hatte, worauf auch Jutta und sein jüngerer Bruder Otto das Leben in der Welt aufgaben; denn Graf Friedrich glaubte sich dagegen verwahren zu müssen, daß so die Mitgift der Tochter widerrechtlich entfremdet worden sei. Den heftigsten Haß äußerte dabei der Graf gegen Norbert, als den Gründer des Ordens von Prämonstratum, da eben auf seine Veranlassung hin durch Gottfried jener Schritt vollzogen worden war, und er steigerte seine Wut so weit, daß er drohte, Norbert durch Erhängen in schimpflichster Form aus dem Leben zu schaffen. Eben daß daraufhin Norbert selbst gerade nach Westfalen kam und waffenlos in den Bereich seines grimmigen Gegners getreten sei, habe - so wurde der Zusammenhang ausgelegt - das schauerliche Lebensende Friedrichs veranlaßt, das aber auch nach der grausamen Behandlung der mit Vorliebe durch den Grafen in seine Burg Arnsberg zusammengebrachten Gefangenen eine wohlverdiente Züchtigung Gottes gewesen sei [Von diesen Dingen berichten die Annales Patherbrunnenses eingehend (ed. Scheffer-Boichorst, 145 - n. 6 zeigt, daß der Todestag Friedrichs nicht überliefert ist.].