Friedrich I. der Streitbare               Graf von Werl-Arnsberg (1092-1124)
-------------------------------
um 1075-   1124
 

Sohn des Grafen Konrad II. von Werl-Arnsberg und der Mathilde von Northeim, Tochter von Graf Otto
 

Brandenburg Erich: Tafel 38 Seite 76
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 320. FRIEDRICH, Graf von Arnsberg 1102
------------------------------
* ...,  + 1124

Gemahlin:
-------------
Adelheid, Tochter Graf Heinrichs I. von Limburg (siehe XII. 66.)
       + vor 1146

Anmerkungen: Seite 157
************
XII. 318.-326.

Bollnow, Werl 63 f., 69 f.



Thiele Andreas: Tafel 412
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II

FRIEDRICH I. "DER STREITBARE"
-------------------------------------------------
    + 1124

Folgte 1092 als Graf von Werl-Arnsberg
War der bei weitem mächtigste Graf in Westfalen, geriet daher schroff gegen den Erzbischof Friedrich von Köln und erlitt bedeutsame Machteinbußen, verlor große Gebiete von Werl, dazu Volmarstein (Volmestein), Lüdenscheid und Schwelm und war zeitweise geächtet und gebannt. Der ehemals große Blockbesitz wurde zerrissen, die neue Gemengelage war Basis neuer Auseinandersetzungen. Er war 1110/11 noch mit Kaiser HEINRICH V. in Italien, fiel danach gegen alle Traditionen seines Hauses vom Kaiser ab und wurde Führer der erzbischöflichen Truppen. Er fiel verheerend in das kaiserliche Bistum Münster ein, machte unter Herzog Lothar von Supplinburg-Sachsen 1115 die Schlacht am Welfesholz mit und ging danach wieder zum Kaiser über, da ihm die Koalition Sachsen-Erzbischof von Köln zu gefährlich für seine eigenen Machtinteressen erschien. Er erbaute unter anderem Neu-Arnsberg und Wewelsburg, nahm seiner Nichte EilikaRietberg wieder ab und gewann unter anderem auch die Grafschaft Padberg und die und Herrschaft Itter und Warberg. Er wurde, was typisch für die meisten Fürsten dieser Zeit war, bei seinem Handeln weniger von einer Treue zum Kaiser als von Eigeninteressen zur Territorialisierung seiner Macht- und Rechtstitel geleitet. Er betrieb diese Politik mit brutalsten Mitteln und wurde zum großen Schrecken der westfälischen Bistümer und provozierte so ständige Gegenaktionen des Herzogs von Sachsen und der Erzbischöfe von Köln. Er war bis zuletzt wichtigster Paladin des Kaisers im Raum Westfalen-Friesland, der nach Friedrichs Tod politisch ganz ins Abseits des Reiches geriet, zumal die geplante Verbindung der beiden Häuser WERL-ARNSBERG-CAPPENBERG durch den Verzicht des Schwiegersohnes nicht zustande kam. Er verlor 1123 die bedeutende Stiftsvogtei Paderborn an die Grafen von Schwalenberg.

  oo ADELHEID VON LIMBURG

Tochter des Herzogs Heinrich I. von Nieder-Lothringen



Klocke, Rudolf Freiherr von: Seite 105
***************************
"Die Grafen von Werl und die Kaiserin Gisela. Untersuchungen zur Geschichte des 10. und 11. Jahrhunderts mit einem Exkurs über Mittelaltergenealogie."

FRIEDRICH, GRAF VON ARNSBERG
----------------------------------------------------
* um 1070/80, + 1124

zuletzt auch Herr von Rietberg

  oo um 1100/05
      ADELHEID VON LIMBURG
      * 1080/90, + tot 1146

  2. oo um 1126/30
          Kuno, Graf von Harburg
                  + 1139

  3. oo um 1140
          Konrad, Graf von Dachau, Herzog von Meranien
                 + 1159



Hildebrand Ruth: Seite 29,30,73
**************
"Herzog Lothar von Sachsen"

Dazu kommt, daß die Kappenberger Konversion und ihre Folgen auch bei den Nachbarn, den Grafen von Arnsberg und von Rietberg, einen tiefen Schock auslöste. Sie waren mit den KAPPENBERGERN aufs engste verwandt und sahen sich nun plötzlich ihrer Erbchancen beraubt. Friedrich von Arnsberg, ein gewalttätiger und unruhiger Herr, wütete gegen die KAPPENBERGER, bis er eines schrecklichen Todes starb. Die Grafen von Arnsberg und Rietberg hatten bisher längere Zeit das Bistum Paderborn beherrscht, einen Bischof und zugleich den Stiftsvogt gestellt. Zunächst war ein Bruder des gefährlichen und nun auch eindeutig antikaiserlichen Grafen Friedrich von Arnsberg Stiftsvogt, der in Rietberg residierte, ihm folgte nach seinem Tode Bruder Friedrich selbst. 1123 erscheint plötzlich Widukind von Schwalenberg zum ersten Mal als Hochstiftsvogt von Paderborn. Die Ablösung geschieht noch zu Lebzeiten Friedrichs von Arnsberg und noch unter dem Episkopat des bisherigen Bischofs Heinrich von Arnsberg.
Wie dem auch sei: 1123/24 wird den ARNSBERGERN ein schwerer Stoß versetzt, die Zerstörung von Rietberg beendet die Katastrophe.
Es ist überhaupt in diesen zwanziger Jahren eine Zeit, zu der in diesen westfälisch-niederländischen Gebieten Geschlechter aussterben und Erbschaften fällig werden. Schon beim Heimfall der kappenbergischen Grafschaften mag Lothar seine Hand im Spiel gehabt haben. Auffallend ist in diesem Zusamemnhang noch eine weitere Heirat aus der Zeit, das LOTAHR bereits König war (1128). Jutta von Arnsberg war zusammen mit ihrem Mann Gottfried von Kappenberg trotz des massiven Protestes ihres Vaters Friedrich von Arnsberg geistlich geworden (1122). Als nun Friedrich 1124 plötzlich starb, war die Nachfolge in Arnsberg vakant. Jutta blieb als einzige Erbin übrig. Der Tod ihres Mannes (1127) scheint sie dazu bestimmt zu haben, wieder weltlich zu werden und 1128 Gottfried von Kuic zu heiraten. Die Gebrüder Gottfried und Hermann von Kuic waren Nachbarn und Freunde der Grafen von Holland. Aber 1127/28 wird eine Verbindung ARNSBERG/KUIC ganz im Sinne LOTHARS und seiner Halbschwester Petronella gewesen sein.

Reuter Timothy: Band III Seite 311
**************
"Unruhestiftung, Fehde, Rebellion, Widerstand" in: Die Salier und das Reich

Gegen Ende seiner Regierung im Jahre 1102 ächtete HEINRICH zwar Friedrich von Arnsberg ganz im alten Stil nach dessen Angriff auf Erzbischof Friedrich von Köln; es ist aber bezeichnend für die allgemeine Entwicklung, daß dies nicht zur Unterwerfung des ARNSBERGERS führte [Meyer von Knonau, Heinrich IV. 5 (wie Anm. 4), Seite 162.].
 
 
 
 

  oo 1. Adelheid von Limburg, Tochter des Herzogs Heinrich I.
          um 1100-6.2. vor 1146
 
 
 
 

Kinder:

  Ida Erbin von Werl-Arnsberg
       -

  1. oo Gottfried II. Graf von Cappenberg
                  -   1127

  2. oo Gottfried I. Graf von Cuyk
                  - um 1168
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Annalista Saxo: Reichschronik Seite 51,89,112,132 - Bollnow, Hermann: Die Grafen von Werl. Genealogische Untersuchungen zur Geschichte des 10. bis 12. Jahrhunderts. Dissertation Stettin 1930 Seite 63,69 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 - Das Leben Gottfried Kappenbergs - Die Salier und das Reich. Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan Weinfurter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band II Seite 492, Band III Seite 311 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 209 A. 85,346,349 A. 60,350 - Hildebrand Ruth: Herzog Lothar von Sachsen. Verlag August Lax Hildesheim 1986 Seite 29,30,73 - Klocke, Rudolf Freiherr von: Die Grafen von Werl und die Kaiserin Gisela. Untersuchungen zur Geschichte des 10. und 11. Jahrhunderts mit einem Exkurs über Mittelaltergenealogie, in: Westfälische Zeitschrift 98/99, 1949, I. Abteilung, Seite 105 - Kurowski Franz: Schwertgenossen Sahsnotas. Die große Geschichte der Sachsen. Nikol Verlagsvertretungen GmbH Hamburg 1996 Seite 279-281,283 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band 5 Seite 162, Band 6 Seite 298,306,323, Band 7 Seite 144, 268 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 412 -