Fenske Lutz: Seite 347,349 A. 60,350
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

So sah sich HEINRICH V. im Sommer 1114 einer Erhebung gegenüber, die seinen Ausgangspunkt in Köln gehabt zu haben scheint und sich rasch nach Niederlothringen und Westfalen ausbreitete. Außer Erzbischof Friedrich von Köln waren Herzog Gottfried von Nieder-Lothringen, Graf Heinrich von Limburg, dem der Kaiser das zuvor innegehabte Herzogtum Nieder-Lothringen entzogen hatte, und die Grafen Dietrich von Ahr, Heinrich von Zütphen, Friedrich von Arnsberg und sein Bruder Heinrich, sowie Hermann von Kalvelage an dem Aufstand beteiligt. Mit diesem Empörerkreis war HEINRICH V. in der 2. Hälfte des Jahres 1114 am Rhein und in Westfalen in wechselvolle, für die kaiserliche Seite ungünstig verlaufende Kämpfe verwickelt.
Als Teilnehmer am der Schlacht am Welfesholz stießen zu den O-Sachsen bodenständigen Reichsfürsten die gräflichen Brüder Friedrich und Heinrich von Werl-Arnsberg, ferner die Grafen Heinrich von Limpurg und Hermann von Kalvelage.
Häufige Aufenthalte ostsächsischer Fürsten am königlichen Hof und die Beteiligung des sächsischen Hochadels am Italinzug der Jahre 1110/11 deuten sogar auf eine weitgehende Übereinstimmung zwischen dem Herrscher und den Großen aus diesem Teil des Reiches hin [Als Teilnehmer aus Sachsen lassen sich nachweisen: die Grafen Hermann von Winzenburg, Friedrich von Arnsberg, sein Bruder Heinrich von Rietberg und Pfalzgraf Friedrich.].
An dem Kampf gegen den Kaiser waren in Westfalen die Grafen Friedrich von Arnsberg und Heinrich von Rietberg beteiligt. Im Herbst 1114 hatte HEINRICH V. gegen sie einen Feldzug unternommen, und im Februar 1115 gehörten sie zu den Teilnehmern an der Schlacht am Welfesholz. Die beiden Brüder entstammten dem Geschlecht der Grafen von Werl. Ihr Vater Konrad und sein ältester Sohn Hermann waren 1092 im Kampf gegen die Friesen gefallen. Von den jüngeren Söhnen hatte Friedrich die Burg Arnsberg und die dazu gehörenden Grafschaften inne, Heinrich die Burg Rietberg und die Paderborner Hochstiftsvogtei. Knrad von Werl-Arnsberg war mit Mathilde, einer Tochter Ottos von Northeim, verheiratet. Die Söhne aus dieser Ehe waren also Vettern der Töchter Heinrichs des Fetten, Richenza und Gertruds, der Töchter Kunos von Beichlingen, von denen Adela und Kunigunde in diesem Zusammenhang besonders wichtig sind, und schließlich Vettern der WETTINER Grafen Dedo und Konrad. Dem Kreis der northeimischen Nachkommenschaft sind also die beiden letzten Vertreter des WERLER Grafengeschlechts durch Blutsverwandtschaft verbunden und durch sie mit einer ganzen Reihe weiterer ostsächsischer Dynasten verschwägert gewesen.
In das hier beschriebene Verwandtschaftssystem war Heinrich von Limburg durch die Ehe seiner Tochter mit Friedrich von Arnsberg einbezogen [Aus dieser Ehe stammen zwei Töchter, Jutta und Ida, von denen Jutta mit Graf Gottfried II. von Kappenberg verheiratet war. Die Grafen von Werl-Arnsberg starben also mit dem Tod Friedrichs 1124 in männlicher Linie aus. Graf Gottfried II. wandelte  unter schärfster Mißbilligung seines Schwiegervaters gemeinsam mit seinem Bruder Otto, beeinflußt durch Nortbert von Xanten, die Burg Kappenberg 1122 in ein Prämonstratenserkloster um und trat selber in den geistlichen Stand ein.].