Begraben: Braunschweig Dom
Einziger Sohn des Grafen
Wilhelm von Lüneburg aus dem Hause der WELFEN
und der Helena
von Dänemark, Tochter
von
König Waldemar I.; Enkel von
Heinrich
dem Löwen
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1574
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Otto 'das Kind', Herzog von Braunschweig-Lüneburg
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* 1204, + 9. Juni 1252
Nach dem Tod seines Vaters Wilhelm 1212/13 folgte
Otto
'das
Kind' in der Herrschaft im Lüneburger Raum.
Durch seine Mutter Helena mit
dem dänischen Königtum verwandt, beteiligte er sich an
den nordelbingischen Auseinandersetzungen und geriet nach der Schlacht
von Bornhöved zeitweise in Haft (1227-1228/29). Nach dem Tod seiner
Onkel
OTTO
IV. und Heinrich
von Braunschweig 1227 war Otto 'das
Kind'
der
letzte männliche Herrschaftsträger des
WELFEN-Hauses. Schon im Juli 1223 von
Heinrich zum Erben bestimmt, mußte sich Otto
'das Kind' 1227 die
Herrschaft über Braunschweig
gegen
staufische Ansprüche und
gegen Teile der welfischen
Ministerialität
militärisch sichern. Durch englische Vermittlung kam es im August
1235 auf dem Mainzer Hoftag zur endgültigen Aussöhnung zwischen
STAUFERN
und
WELFEN, indem Kaiser
FRIEDRICH II. das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg
als Reichsfürstentum neuen Typs konstituierte. Unter konsequentem
Verzicht auf eine welfische Königspolitik
leistete Otto 'das Kind'
nun
die Konsolidierung seiner Herrschaft zwischen Weser und Elbe ein und sicherte
seinem Haus in der Verknüpfung reichsfürstlicher Lehnshoheit,
Vogtei- und Patronatsrechten, Burgenbau, Fiskalpolitik und wirtschaftliche
Förderung vor allem der Städte die politische Basis, ohne dass
das geschlossene Territorium als Handlungskonzept vor Augen gestanden hätte.
Erst in der Spätphase staufischer
Herrschaft
trat Otto 'das Kind' wieder
in der Reichspolitik hervor: Die Eheschließung seiner Tochter Elisabeth
mit
WILHELM
VON HOLLAND 1252 sicherte dem König die Akzeptanz im
norddeutschen Adel und führte zu seiner Braunschweiger Nachwahl am
25. März 1252.
Literatur:
-----------
ADB XXIV, 669-675- A. Michels, Leben O.s, erstem Hzg.s
v. Braunschweig und Lüneburg, 1891 - D. Diestelkamp, Die Städteprivilegien
Hzg. O.s, erstem Hzg.s v. Braunschweig-Lüneburg, 1961 - S. Zillmann,
Die welfische Territorialpolitik im 13. Jh., 1975 - E. Boshof, Die Entstehung
des Hzm. Braunschweig-Lüneburg (Heinrich d. Löwe, hg., W.-D.
Mohrmann, 1980), 249-274 - B. Schneidmüller, Landesherrschaft, welf.
Identität und sächs. Gesch. (Regionale Identität und soziale
Gruppen im dt. MA, 1992) 65-101.
XIV. 520. OTTO, Herzog von Braunschweig
1235 21. VIII.
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* 1204, + 1252 9. VI.
Gemahlin:
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Ende 1228
Mathilde, Tochter Albrechts II. Markgraf von Brandenburg
+ 1261 10.
VI.
OTTO I. DAS KIND
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* 1204, + Braunschweig 9.VI. 1252
Begraben: Braunschweig Dom
Mainz VIII. 1235 HERZOG BRAUNSCHWEIG LÜNEBURG
oo Ende 1228
MATHILDE VON
BRANDENBURG (ASKANIER)
* 1206-1215, + 10.VI.
1261
Tochter von Markgraf Albrecht II.
Sohn
OTTO DAS KIND
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* 1204
+ 9.6.1252
oo Ende 1228
MATHILDE VON BRAUNSCHWEIG
+ 10.6.1261
Eltern: Markgraf Albrecht II. von Brandenburg (+1220)
und Mathilde (+ 1255), Tochter des Markgrafen Konrad von der Lausitz
OTTO I. "DAS KIND"
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* 1202, + 1252
Otto I. das Kind wurde Graf zu Garding und Thetesbüll/Jütland und damit in die dänischen Angelegenheiten hineingezogen. Er folgte 1213 unter Vormundschaft und beerbte 1218 und 1227 seine Onkel OTTO und Heinrich I. und vereinigte so allen welfischen Besitz in seiner Hand. Er machte den Krieg gegen Holstein an der Seite seines Onkels Waldemar von Dänemark mit (1225 Schlacht bei Mölln), überfiel Albingien, wurde damit Gegner Sachsens und in der Schlacht bei Bornhöved (22.7.1227) gefangengenommen und bis 1228 inhaftiert. Er mußte Hitzacker/Lauenburg herausgeben und galt als päpstlicher Thronkandidat gegen die STAUFER, die ihn 1227 vergeblich in Braunschweig belagerten. Er gewann die Vogtei Helmstedt, nahm zuerst die Stedinger Bauern in Schutz, half sie nach Bannandrohung 1234 in der Schlacht bei Altenesch zu unterwerfen. Er schloß 1235 Frieden mit den STAUFERN, übertrug seinen gesamten Besitz Kaiser FRIEDRICH II. und empfing ihn als ein zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg erhobenes Reichslehen wieder und wurde damit Reichsfürst. Er verlor Stade an das Erzstift Bremen und stritt ständig mit diesem, machte 1240 einen "Kreuzzug" nach O-Preußen mit und half Brandenburg gegen die Erzbischöfe von Magdeburg und sorgte weitgehend für Ruhe und Ordnung im niedersächsischen Raum und war dort wesentlich mächtiger als der Herzog von Sachsen aus dem Hause ASKANIEN. Er förderte Städte und Handel, begründete damit den Aufstieg der Hanse, unterstützte die Gegen-Könige HEINRICH RASPE VON THÜRINGEN und WILHELM VON HOLLAND, gewann so bedeutende Lehen dazu, unter anderem Celle, Hannover, Kaufunger Wald, Hannover-Münden, Göttingen und die Mark Duderstadt, bekriegte mehrmals Oldenburg und Friesland und lehnte jede Königswahl ab. Otto I. ist der Ahnherr aller späteren Linien des welfischen Hauses.
oo 1228
MATHILDE VON BRANDENBURG
+ 1261
Tochter des Markgrafen Albrecht II.
Kinder:
Mathilde Äbtissin zu Gernrode
- 1295/98
1245
oo Heinrich II. Graf von Anhalt
1215- 1266 vor 28.9.
Helene
um 1231-6.9.1273
9.10.1239
1. oo Hermann II. Landgraf von Thüringen
-2.1.1241
1247/48
2. oo Albrecht I. Herzog von Sachsen-Wittenberg
-8.11.1261
Otto
-16.1.1247
Elisabeth
-27.5.1266
25.1.1252
oo WILHELM II. Graf von Holland
1227-28.1.1256
Albrecht I. der Große
1236-15.8.1279
Johann I.
-13.12.1277
Otto I. Bischof von Hildesheim (1260-1279)
-4.6.1279
Konrad Bischof von Verden (1269-1300)
-15.9.1300
Adelheid
-12.6.1274
10.9.1263
oo Heinrich I. Landgraf von Hessen
24.6.1244-21.12.1308
Agnes
- nach 1302
1263
oo Wizlaw II. Fürst von Rügen
-29.12.1302
Oslo
Literatur:
-----------
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1165-1235. Verlag August Lax Hildesheim 1987 Seite 3,263-267 - Barz
Paul: Heinrich der Löwe. Ein Welfe bewegt die Geschichte. Keil Verlag
Bonn 1978 Seite 381 - Boshof, Egon: Die Entstehung des Herzogtums
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Mohrmann, Vandenhoeck & Ruperecht Göttingen 1980 Seite 249-275
- Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag
Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 22 Seite 45 - Giese,
Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer
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Geschichtswissenschaft Böhlau Verlag-Köln-Weimar Wien 1996 Seite
125,133,134,176,204 - Horst, Eberhard: Friedrich der Staufer, Claassen
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Ernst: Kaiser Friedrich der Zweite, Klett-Cotta Verlag Stuttgart 1991,
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Taschenbuch Verlag Reinbeck bei Hamburg 1991, Seite 153,273 - Pischke,
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