Jüngerer Sohn des Herzogs Konrad VI. von Urslingen und einer
namentlich unbekannten Gemahlin von Zimmern, Tochter von Werner
Lexikon des Mittelalters: Band IX Spalte 4
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Werner von Urslingen (it. Guarnieri d'U., "duca Guarnieri")
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+ 1353
Aus Schwaben stammender Söldnerführer. Zusammen mit Rinaldo
Giver, genannt il Malerba, und Konrad Wirtinger von Landau ("Conte Landau)
gründete Werner unter dem Oberkomamndo
des Lodrisio Visconti die Compagnia di S. Giorgio, die aus Söldnern
von Ländern nördlich der Alpen bestand, die von Mastino della
Scala entlassen worden waren, eine furchteinflößende Elitetruppe,
die nur 1339 von Azzone und Luchino Visconti besiegt wurde (Schlacht von
Parabiago). 1342 gründete Werner von Urslingen
die "Grande Compagnia", deren Kerntruppe aus 3.000 jener deutschen "barbute"
(Lanzenreiter) bestand, die im Dienste Pisas gegen Florenz um den Besitz
von Lucca gekämpft hatten. Zum Unterschied von anderen Söldnerkompanien
agierte die "Grande Compagnie" unabhängig und planmäßig.
Durch den Zustrom neuer Söldner vergrößert, verwüstete
und plünderte sie Siena, Perugia und Bologna und verheerte die Romagna
und die Emilia (1342-1343), bis sich die Markgrafen von Este und Gonzaga,
Mastino della Scala, die PEPOLI und die VISCONTI gegen sie verbündeten.
Die Grande Compagnia schloß daraufhin mit der Koalition der Signorien
Frieden, löste sich auf, und ihre Mitglieder erhielten freien Abzug
nach Deutschland. Werner von Urslingen
wurde von Obizzo d' Este als Gast aufgenommen und überschritt als
letzer die Friaulischen Alpen. Auf seinem Brustpanzer prangten in silbernen
Lettern die drohenden Worte: "Herzog Guarnieri,
Herr der Gran Compagnia, Feind Gottes, des Erbarmens und des Mitleids."
1347 erschien Werner wieder an der
Spitze von 1.500 "barbute", an der Seite Ludwigs
von Ungarn, der gegen das von Königin
Johanna II. regierte Königreich Neapel zog. 3 Jahre lang
verwüstete Werner von Urslingen
systematisch den Süden. Nachdem er vom Ungarnkönig entlassen
worden war, verheerte er mit seinen Truppen den Ager Romanus und Kampanien,
wurde dann von Königin Johanna
in Dienst genommen und ging schließlich wieder in den Dienst König
Ludwigs über. Statt Waffenhilfe zu leisten, sah es Werner
von Urslingen als vorteilhafter für sich und seine Leute
an, die Signorien, die ihn angeworben hatten, zu erpressen und die Städte
des Regnum zu plündern. 1350 begründete er mit Konrad Wirtinger
von Landau und Fra Moriale die Grande Compagnia neu und führte sie
gegen N-Italien. Er stellte sich in den Dienst der Signorien der Romagna
gegen Clemens VI., wechselte aber rasch die Seite und kämpfte für
den Papst gegen seine früheren Herren. Bevor er mit einem großen
Vermögen endgültig in seine Heimat zurückging, führte
er noch in Venetien militärische Operationen durch (1351). Er starb
1353 in Schwaben.
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ca. 1327
oo N.N. von Bernhausen, Tochter von Werner
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ca. 1334
oo Beatrix von Teck, Tochter von Herzog Hermann
- nach 1365
Kinder:
Konrad VII.
ca. 1335- vor 1381
Anna III.
ca. 1339- nach 1371
oo Johann Bodmann der Jüngere
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