819.
Sclaomir, der Abodritenkönig, um dessen Treulosigkeit zu bestrafen ein Heer aus Sachsen und Ostfranken in diesem Jahre über die Elbe geschickt worden war, wurde durch die Befehlshaber in der sächsischen Grenzmark und die kaiserlichen Gesandten, welche das Heer anführten, nach Aachen gebracht. Als ihm hier die Vornehmen seines Volkes, welche zugleich mit ihm vorgeladen worden waren, viele Uebelthaten zur Last legten und er nichts genügendes zu seiner Rechtfertigung vorbringen konnte, wurde er des Landes verwiesen und die Herrschaft dem Ceadrag, Thrasko's Sohn gegeben. Aehnlich erging es auch dem Waskonen Lupus Centulli, der in diesem Jahr den Grafen Berengar von Tolosa und Warin von Arvernum ein Treffen geliefert hatte, in dem er seinen Bruder Garsandus, einen Menschen von ungewöhnlichem Unverstand, verlor und selbst nur durch die Flucht sich vor dem nahen Tode retten konnte: als er vor dem Kaiser erschien und sich von der Anklage der Treulosigkeit nicht reinigen konnte, die jene beiden Grafen mit dem größten Nachdruck gegen ihn erhoben, so wurde auch er auf einige Zeit aus dem Lande verbannt.
Nach Weihnachten ward zu Aachen eine Versammlung abgehalten, auf welcher viel über den Zustand der Kirchen und Klöster verhandelt und beschlossen wurde; auch die Gesetze ergänzte man durch einige höchst nothwendige Zusatzbestimmungen.
Hierauf wählte sich der Kaiser, nachdem er zuvor
die meisten Töchter der Vornehmen sich angesehen hatte, die Tochter
des Grafen
Huelp Namens Judith,
zur Gemahlin.