3. Sohn des Grafen
Heinrich I. der Kahle von Stade aus dem Hause der UDONEN
aus seiner 1. Ehe mit der Judith
von Rheinfranken, Tochter von Graf Udo von der Wetterau
Brandenburg Erich: Tafel 3 Seite 6
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen"
VIII. 23. SIEGFRIED II., Graf von Stade 1017
---------------------------------
* ca. 965, + 1037 1. V.
Gemahlin:
------------
vor 994
ADELE, Tochter des Grafen Gero von Alsleben
+ ....
Anmerkungen: Seite 126
------------------
VIII. 23. Siegfried
scheint den Altersverhältnissen nach das jüngste
Kind gewesen zu sein, siehe Thietmar 4, 9 (990, wo er zum ersten Male vorkommt),
4, 16. [VIII 26]
SIEGFRIED II.
---------------------
+ 1037
Graf im Schwaben- und Nordthüringgau, Vogt zu Alsleben und folgte 1016 seinem Bruder Heinrich II. dem Guten als Graf von Stade. Er war 980 in Rom und wurde ab 1002 oft vermittelnd und als Zeuge genannt. Er ging mit den BILLUNGERN in der Ablehnung der kirchenfreundlichen, kaiserlichen Politik konform, bekriegte den bischöflichen Neffen Dietrich von Münster, führte Raubzüge gegen Bistümer und Klöster durch und war daher auch zeitweise gebannt. Er floh 994 unbesonnen aus normannischer Gefangenschaft und verursachte damit die Verstümmelung seines Neffen Siegfried.
oo ADELE
(ETHELA) VON ALSLEBEN
+
Tochter und Erbin des Grafen Gero im Nordthüringengau
und Schwabengau
21-26
Zu den Angehörigen des Hauses der "Grafen
von Stade" ist zunächst auf ein Mißverständnis von
Brandenburg aufmerksam zu machen (Hinweis meines Assistenten, Herrn Atsma):
Brandenburg hat Thietmar IV, 25 so aufgefaßt, als sei die dort genannte
Adela/Ethela
Gattin Heinrichs
II. von Stade. Diese Tochter des Grafen
Gero war aber Gattin des Grafen Siegfried von Stade. Damit
nicht genug, bringt Brandenburg die gleiche Adela, mit demselben
Terminus ante der Eheschließung "vor 994" zu Siegfried noch
einmal! Im übrigen habe ich die Daten im Anschluß an das Buch
von Richard G. Hucke, Die Grafen von Stade 944-1144, Stade 1956, in folgenden
Punkten berichtigt:
Durch das berichtigte Todesdatum von Heinrichs II.
Vater Heinrich (siehe oben Anmerkung VII, 14) ergibt sich c 975/76
als Zeitpunkt des Regierungsantritts Heinrichs II. Seine bei Brandenburg
nicht erwähnte Frau hieß Mechthild, stammte aus Schwaben
und starb an einem X 19 (Hucke 16).
Das Ehedatum seiner Schwester Kunigund ist gegenüber
"c 970" bei Brandenburg zu präzisieren auf 972 Ende (Hucke 24, der
als Geburtsjahr dieser Mutter Thietmars von Merseburg c 959/60 annimmt,
während Brandenburg an c 950 gedacht hatte). Kunigunds Gemahl,
Graf
Siegfried von Walbeck, starb 991 III 15, nicht 990 III 15, wie Brandenburg
angibt (Hucke 25). -
Siegfried folgte seinem 1016 verstorbenen Bruder,
Heinrich
II., durch die 1017 erfolgte kaiserliche Verleihung (Hucke 16) in der
Grafschaft zwischen Niederelbe und Niederweser, die, wie wir schon oben
Anmerkung VII, 14 erwähnten, nach dem späteren dauernden Sitz
der Grafen "Grafschaft Stade" genannt
wird.
Nicht in dieser Grafschaft war, im Gegensatz zur Angabe
Brandenburgs VIII, 19, Udo, der zweitälteste der Brüder,
Graf. Von ihm stammen die späteren Grafen von Catlenburg ab (Hucke
16-20).
Siegfried, den Brandenburg unnötig "Siegfried
II." nennt, starb 1037, aber nicht am 1. Mai, wie Brandenburg angibt,
sondern am 6. Januar (Hucke 21, Anmerkung 119, wo Lappenbergs Angabe MG
SS 16, 379 berichtigt wird, der Brandenburg offenbar gefolgt war). Für
seine Gattin Adela gibt Hucke 21, Anmerkung 120 den bei Brandenburg
fehlenden Todestag V 1.
Zu streichen ist endlich die von Brandenburg VIII, 24,
wenn auch mit Fragezeichen, aufgeführte Hildegard, Gattin Herzog
Bernhards von Sachsen. Sie ist die Tochter ihrer gleichnamigen Mutter,
der zweiten Gemahlin Heinrichs I. "von Stade" (Hucke 15,26),
hat also mit der karolingischen Abkunft,
die dem Grafenhause ja durch Heinrichs erste Gattin Judith
zugeführt wurde, nichts zu tun.
Im dritten Jahre nach dem Weihnachtsfest gerieten meine
Oheime in die Gefangenschaft von Seeräubern, wie man im Folgenden
findet.
Ich erwähnte schon, daß meine drei Oheime
Heinrich,
Udo
und Siegfried samt Adalger und vielen anderen am 23. Juni [107
994.
Wikingereinfall. Grafen von Stade, Brüder von Thietmars Mutter
Kunigunde, vgl. IV, 19. Vgl. Ann. Hild. 994; Adam von Bremen II, 31f.;
Necr. Mers.: VIII. Kal. Iul.] zu Schiff gegen Seeräuber auszogen,
die in ihrem Gebiet heerten; Udo fiel im Kampfe; Heinrich
aber mit seinem Bruder Siegfried und Graf Adalger mußten sich
unglücklicherweise besiegt gefangengeben und wurden von den verruchten
Kerlen mitgenommen. Schnell verbreitete sich die Kunde von diesem Mißgeschick
unter den Christgläubigen. Der in der Nähe weilende Herzog Bernhard
entsandte sofort Unterhändler, die ihnen eine Loskaufsumme in Aussicht
stellten und eine Möglichkeit zu Besprechungen über friedlichen
Ausgleich erbitten sollten. Darauf eingehend verlangten sie Friedenszusicherungen
und eine unerhörte Summe. Wieviel dazu zunächst der Königs
aufbrachte, wie reichlich dann aber auch alle Christen unseres Landes in
Erfüllung ihrer menschlichen Pflicht bereitwilligst beitrugen, verag
ich nicht zu schildern. Meine Mutter gab, schmerzlichst erschüttert,
für die Befreiung ihrer Brüder alles, was sie besaß oder
irgendwie aufbringen konnte.
Als die verfluchte Räuberbande nun den größten
Teil des gesammelten Geldes - ein gewaltiges Gewicht! - erhalten hatte,
nahm sie für Heinrich seinen einzigen Sohn Siegfried,
ferner Gerwand und Wolfram, für Aadalger aber dessen Oheim Dietrich
und Olaf, den Sohn seiner Tante, und entließen ihre Gefangenen, um
die Aufbringung des Rests der ihnen zugesagten Summe zu beschleunigen;
nur Siegfried hielten sie fest. Da er keinen Sohn hatte, bat er
meine Mutter, ihm mit einem ihrer Söhne zu helfen.
Doch gerade an diesem Tage entrann Siegfried mit
Gottes Hilfe trotz seiner schweren Wunden folgendermaßen der strengen
Bewachung seiner Feinde. Nur mit Mühe konnte der Graf entrinnen; am
sicheren Ufer fand er, wie zuvor verabredet, bereitgehaltene Pferde, und
schleunigst ging es nach seiner Burg Harsefeld [an der Lühe
südlich Stade], wo sein Bruder Heinrich und seine Gemahlin
Adela
[112
Gemahlin
Siegfrieds,
nach Ann. Saxo Tochter des Grafen Gero vom Nordthüringengau (III,
9).] sich aufhielten, ohne mit einer solchen Freude zu rechnen. Die feindlichen
Verfolger aber drangen in die nahe dem Ufer liegende Burg Stade
und suchten ihn voller Eifer an den verborgensten Orten. Als sie ihn nicht
fanden, raubten sie den Frauen gewaltsam die Ohrringe und kehrten dann
mißmutig um. In ihrer Wut warfen sie am nächsten Tage den Priester,
meinen Vetter und alle übrigen Geiseln mit abgeschnittenen Nasen,
Ohren und Händen in den Strom. Dann machten sie sich davon.
Auch den darauf folgenden unersetztlichen Verlust darf
ich nicht übergehen. Graf Heinrich, mein vor Christus und in
dieser Welt sehr angesehner Oheim, entrichtete am 2. Oktober [1641016.
Graf
von Stade. - Necr. Mers.: 1. Oktober] unserer Doppelnatur seinem Zoll;
wegen seiner Rechtschaffenheit bis ins Alter und seines seligen Endes darf
man ihn glücklich preisen.
In dieser Woche kamen unsere Großen in Goslar auf
Befehl des Caesars in Goslar zusammen; hier wurde damals meinem Oheim Siegfried
die Grafschaft seines Bruders Heinrich verliehen [199 + Oktober
1016 (VII, 46); Grafschaft Stade].
Lampert von Hersfeld: Seite 36
******************
"Annales/Annalen"
Die Söhne des Grafen Heinrich [von Stade],
Heinrich,
Udo
und
Siegfried,
kämpften mit Seeräubern; einer von diesen wurde getötet,
zwei wurden gefangengenommen.
oo Adela von Alsleben, Tochter des Grafen Gero
-1.5.
Kinder:
Lothar-Udo I. Markgraf der Nordmark
nach 994-7.11.1057
Irmgard Äbtissin von Alsleben
-
Bertha Äbtissin von Alsleben
-8.12.
Literatur:
-----------
Adam von Bremen: Hamburgische Kirchengeschichte.
in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters
Band XI Seite 266,268 - Annalen
von Hildesheim ad a. 994 - Annalista
Saxo: Reichschronik - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls
des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel
3 Seite 6,126 - Chronik des Albert
von Stade - Eickhoff Ekkehard:
Theophanu und der König. Otto III. und seine Welt. Klett-Cotta
Stuttgart 1996 Seite 440,476 - Holtzmann Robert: Geschichte der
sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München
1971 Seite 307 -
Hucke,
Richard: Die Grafen von Stade 990-1144, Stade 1956 - Lampert
von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt
2000 Seite 36 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag
Frankfurt/Main 1993 Tafel 216 - Thietmar von Merseburg: Chronik
Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 Seite 134,138-142,404,414
-