SALZWEDEL
 

Lexikon des Mittelalters:
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Salzwedel,

Stadt in der Altmark an der Jeetze; Mitte des 14. Jh. ca. 3500 Einwohner, um 1500 ca. 6000. Eine wahrscheinlich schon im 10. Jh. bestehende, aber erst 1112 nachweisbare Burg schützte die Jeetzefurt von Salzwedel im Verlauf des Fernweges von Lüneburg nach Magdeburg. Südlich der Burg entstand vor 1000 eine Marktsiedlung. Salzwedel profitierte vom Landesausbau Albrechts des Bären, wurde aber noch 1196 deutlich von den »civitates« Stendal und Brandenburg unterschieden. Spätestens ab 1233 (Erwähnung von »burgenses« im Zusammenhang mit der Errichtung eines Kaufhauses und der Gewandschneidergilde) ist ein städtisches Gemeinwesen anzunehmen. Das Stadtrechtsprivileg für die Neustadt (1247) verweist auf die »iura et constitutiones« der Altstadt; 1273 wurden die Stadtrechte der Altstadt aufgezeichnet. Altstadt und Neustadt bestanden bis zu ihrer Vereinigung 1713 als Teilstädte fort. Den Beginn einer rückläufigen Entwicklung markiert der gescheiterte Aufstand der altmärkischen Städte gegen die Erhebung einer indirekten landesherrlichen Biersteuer, der Salzwedel 1488 den Verlust von freier Ratswahl und städtischer Gericht brachte. 1510 wurden die Juden der Stadt verwiesen. 1518 wurde Salzwedel von der Hanse ausgeschlossen, der es seit 1358 angehört hatte.

S. Kreiker