Das Jahr 994.
Liudolf wird zum Bischofe der Trierischen Kirche geweiht.
Erp der Bischof von Fardun starb und ihm folgte Bernhard. Ein überaus
strenger Winter begann am 3. November [993] und hielt, nur an wenigen Tagen
unterbrochen, an bis zum 5. Mai; darauf weheten verderbliche und kalte
Winde und in sehr vielen Nächten fiel statt des Thaues ein winterlicher
Frost herab. Zuletzt kam noch am 7. Juli große Kälte und
die Flüsse trockneten aus und es war so großer Regenmangel,
daß in den meisten Teichen die Fische starben und auf dem Lande sehr
viele Bäume vollständig verdorrten und die Früchte und der
Flachs verdarben. Es folgte auch ein großes Sterben unter Menschen,
Schweinen, Rindern und Schafen; an vielen Orten wurden die Wiesen
so dürr, als wären sie von Feuer versengt. Dazu fielen alle Sclaven
mit Ausnahme der Soraben von den Sachsen ab. Liutpold, der berühmte
Markgraf der Baierischen Grenzmark, wurde in dem Hause seines Wirths in
der Stadt Wirzburg plötzlich von einem Pfeil durch das Fenster verwundet
und starb am 10. Juli. Graf Egbert, weiser als die Klugen und kühner
als die Tapferen, ging am 5. April aus unserer Mitte. Die Brüder Heinrich,
Sifrid und Udo, welche mit den Ihrigen zur See gegen die
Nordemannen kämpften, wurden besiegt und gefangen; von diesen wurde
Udo mit sehr vielen im Kampfe erschlagen, die anderen wurden um
siebentausend Talente losgekauft. Auch war in diesem Jahre große
Hungersnoth in mehreren Gegenden Sachsens.
Das Jahr 1016.
Am 11. Februar, dem 30. Monde, einem Sabbat, stießen
die Wolken mit schrecklichem Klange zusammen und stürzten mit
häufigem Blitzen und einem Uebermaß von Regen sehr viele Häuser
um.
Der Kaiser feierte die Osterfeste der Ordnung gemäß
in Padarbrunnan. Graf Heinrich guten Angedenkens starb. Wigman,
ein Graf des westlichen Sachsens, wurde, nachdem zwischen ihm und dem Grafen
Baldrich der Frieden hergestellt war, auf Anrathen der verschlagenen, treulosen
und habsüchtigen Gemahlin desselben auf der Reise hinterlistig
durch die Nachstellungen schändlicher Menschen ums Leben gebracht.