Bertha von Turin                                       Markgräfin von Montferrat
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    - nach 1065
 

Tochter des Markgrafen Manfred II. Odelrich von Turin aus dem Hause der ARDUINE und der Bertha d'Este, Tochter von Markgraf Otbert II.
 

Thiele, Andreas: Tafel 395
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

BERTHA
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    + nach 1065

Bertha war die Erbin von Vasto und Busco.

  oo TEUTO MARKGRAF VON MONTFERRAT

Stammeltern des Hauses DEL VASTO



Trillmich Werner:
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit."

Zum  Heirats- und Erbgut Berthas von Turin gehörte Grundbesitz in den Grafschaften Albenga, Auriate und Alba um die Burgen Busca und Loreto. Einen besonders ehrenvollen kaiserlichen Vertrauensbeweis für sein Haus stellte die Ernennung von Tetos Vetter Guido von Sezze zu KONRADS Bannerträger dar. Im Kampfe gegen Mailand fand er 1037 den Tod.

Bresslau, Harry: Band 1 Seite 399-404
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II."

Das Haus der Aledramiden

§ 5. Die Linie der Markgrafen von Vasto

Es steht fest, daß der gemeinsame Ahnherr der verschiedenen Zweige, die später als marchiones de Vasto zusammengefaßt werden, aber vielfach noch eine besondere Bezeichnung führen, ein Markgraf Bonifacius, der Sohn des Teuto (Teto, Tetes) ist. Er wird am frühesten erwähnt in den beiden oben Seite 378 besprochenen Urkunden seiner Witwe Bertha, der Tochter Manfreds II. von Turin. Die Namensform ist hier Teto; andere Formen sind 1097 Teuto, 1111 Teti (im Genitiv?); die Form Teotto, die ebenfalls von den Neueren angegeben wird, kann ich nicht belegen. Als seine Söhne aus der Ehe mit Bertha erscheinen in der Urkunde von 1065: Manfredus, Bonifacius et Anselmus marchiones und Henricus (oder Alricus) et Oto; in der Urkunde von 1064: Manfred, Anselm, Bonifacius, der hier an dritter Stelle genannt wird, und Oto clericus; Heinrich oder Alrich wird nicht erwähnt.
Daß Teto dem aledramidischen Haus angehört hat, unterliegt keinem Zweifel; was später über die Beziehungen seiner Nachkommen zu Savona und ihere Lebensverhältnisse bemerkt werden wird, verschafft darüber volle Sicherheit. Wie er aber mit den bisher erwähnten Mitgliedern der Familie zusammenhängt, ist minder klar. San Giovanni, Desimoni und soweit seine Theorie dies gestattet, auch San Quintino sind in einer Beziehung einig: sie bringen mit ihm eine Urkunde vom 12. November 1062 in Verbindung, durch welche Manfredus et Otto et Anselmus germanis in der uns bekannten Weise die Privilegien von Savona anerkennen; alle drei Schriftsteller halten Teuto oder Tei für eine Nebenform von Otto und identifizieren den Gemahl der TURINERIN Bertha mit dem 1062 an zweiter Stelle genannten Bruder. Dann hört aber ihre Übereinstimmung auf: San Quintino hält die drei Brüder von 1062 für Söhne eines Wilhelm, der, wie wir sehen werden, 1059 an Savona schwört, San Giovanni sieht sie als Söhne Otberts, der 1061 die Privilegien Savonas beschwor, also nach unserer Zählung Otberts III., Desimoni als Söhne Anselms III. an. Mit unseren bisherigen Ergebnissen wäre nur die letzte dieser Annahmen in Übereinstimmung zu bringen: San Quintinos Ansicht ist ganz hinfällig, und Otberts III. Ehe muß kinderlos geblieben sein (siehe oben Seite 395), während wir Nachkommen Anselms III. allerdings nur nicht nachweisen können, aber keinen Grund haben sie auszuschließen.
Doch kann ich mich sehr ernster Bedenken gerade gegen die Ansicht, über welche alle drei Autoren einig sind, nicht erwehren. Zunächst will mit nicht einleuchten, wieso ein Bruder unseres Teto zu dem Namen Manfred käme, der bis dahin unserer Familie ganz fremd ist. Daß nach den beiden Urkunden von 1064 und 1065 sein ältester Sohn so heißt, kann nicht befremden: er hat den Namen seines mütterlichen Großvaters Manfred II. von Susa geerbet: daß der älteste Bruder Tetos so genannt wäre, würde seltsamer und bei der offenbaren Gesetzmäßigkeit der Namengebung in diesen Häusern schwer erklärlicher Zufall sein. Sodann ist die Identität des Namens Teuto oder Teto und Otto nicht nur niemals erwiesen (denn die zum Behuf dieses Beweises geschmiedete Fälschung, Moriondi I, 39, in welcher Bonifaz, der Sohn des Teto sich filius quondam Othonis nennt, kommt nicht in Betracht), sondern mehr als unwahrscheinlich, und an einen Doppelnamen des Mannes (Teto qui et Otto) zu denken, haben wir gar keinen Anhalt. Weiter steht es nun aber auch mit den beiden Namen Otto et Anselmus in jener Privilegienbestätigung für Davona ganz eigentümlich. In einem im 14. Jahrhundert geschriebenen Verzeichnis der Urkunden des Stadtarchives von Savona, stehen folgende Einträge:
1. Instrumentum unum sicut dons Manfredus Dei gratia marchio promisit non intrare castellum Saone nec alia facere, que continentur in dicto instrumento scripto manu Daniellis judicis, millesimo sexagesimo secundo, XII. die m. Novembris, ind. prima. Et incipit: In nomine sancte et individue trinitatis. Notum sit etc. Et finit ante nomen notarii: bonorum hominium interfuerunt.
2. Instrumentum unum sicut dons Manfredus Dei gratia marchio, Otto et Anselmus germani promiserunt non intrare castrum Saone nec alia facere, que continentur in dicto instrumento scripto manu Daniellis judicis, millesimo sexagesimo secundo, XII die m. Novembris, ind. prima. Et incipit: In nomine sancte et individue trinitatis etc. Et finit ante nomen notarii: bonorum hominum interfuerunt.
Erwarten sollte man danach zwei gleichlautende Schriftstücke von gleichem Datum, das eine von Manfred allein, das anderen von ihm mit seinen beiden Brüdern ausgestellt. Vorgefunden hat sich aber nur eins, von Manfred allein ausgestellt und von ihm allein unterschrieben; nachträglich sind, wie San Quintino meint, von gleichzeitiger, ja von derselben Hand hinter Manfredus die Worte et Otto et Anselmus germani über die Zeile geschrieben und einige andere entsprechende Änderungen vorgenommen; Unterschriften Ottos und Anselms sind aber nicht hinzugefügt. Die Angaben des Archivkatalogs erweisen sich also als unverläßlich. Wäre dieser Otto der Urkunde von 1062 identisch mit unserem vor 1064 mit Hinterlassung von fünf Söhnen verstorbenen, durch seine Heirat in glänzende Verhältnisse gelangten Markgraf Teto, dem Mann der Bertha, so müßte man unter allen Umständen erwarten, daß er 1062 mit seinem Bruder zusammen in gleicher Stellung die wichtige Verschreibung ausgefertigt hätte.
Der Boden, auf dem wir uns bewegen, ist, so lange nicht von wirklich sachverständiger Seite eine nochmalige Prüfung des Savoneser Dokuments stattgefunden hat, zu schwankend, als daß ein sicheres Urteil möglich wäre. Einstweilen scheint mir das wahrscheinlichste, daß der Manfred unserer Urkunde von 1062 nicht ein Bruder, sondern jener älteste Sohn Tetos war, den wir aus den Schenkungen Berthas von 1064 und 1065 kennen, daß er allein ach dem Tode seines Vaters 1062 jene üblichen Versprechungen abgelegt hat, und daß die Hinzufügung der Namen zweier seiner Brüder - Otto und Anselm - erst später erfolgt ist; der vierte Bruder Bonifaz hat 1084 noch ein besonderes Versprechen der Art ausgestellt. Offen bleiben muß die Frage, wessen Sohn Teto war: für seine Abkunft von Anselm III. spricht nichts als der Name eines seiner Söhne.
 
 
 
 

  oo Teuto Markgraf von Montferrat
              - nach 1065
 
 
 
 

Kinder:

  Manfred I.
          - vor 1079

  Anselm I.
         - vor 1079

  Bonifaz I.
        -

  Heinrich I. 1065
        -

  Otto clericus 1065
        -
 
 
 

Literatur:
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Bresslau, Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1879 Band 1 Seite 399-404 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 395 - Trillmich Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991 -