Begraben: Weißenfels
Tochter des Grafen Dietrich von Landsberg aus dem
Hause der WETTINER und der
Helene von Brandenburg, Tochter
von Markgraf Johann I.
Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 369
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"Die Zeit der Staufer"
XI. GENERATION
108 (89) KÖNIG KONRAD (KONRADIN)
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* 25.3.1252, + 29.10.1268 enthauptet
Burg Wolfstein Neapel
zunächst ohne kirchliche Bestattung am Strand von Neapel verscharrt, später in Santa Maria del Carmine beigesetzt
Herzog von Schwaben 1254-1268
führte den Titel eines Königs
von Jerusalem
oo (desponsatio per procuratinem) vielleicht Bamberg
oder Nürnberg Anfang Oktober 1266
SOPHIA VON LANDSBERG
aus
dem Hause WETTIN
* um 1258/59, + 14.8.1318
Kloster Weißenfels
(?seit 1275) Nonne, später Äbtissin in Weißenfels
Tochter des Markgrafen Dietrich des Weisen von Landsberg
und der Helene von Brandenburg, Tochter des Markgrafen Johann I. von Brandenburg
Sophia von Landsberg
II oo 1271
KONRAD
II.
* um
1224/25, + 1273/74
Herzog von Schlesien-Glogau, Propst von Glogau 1247, Bischof von Regensburg 1249, wird wieder Laie Herbst 1249, Herzog 1249-1273/74
Sohn des Herzogs Heinrich II.
von Schlesien-Glogau (1191-1241) und der Anna
von Böhmen (1204-1265), Tochter des Königs
Przemysl I. Ottokar von Böhmen (vgl. Nr. 65).
SOPHIA
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* 1258/61, + als Äbtissin von St. Clara zu Weißenfels
24. VIII 1318
oo 1271-1274
KONRAD I. Herzog
von Breslau (PIASTEN)
+ 6. VIII 12273/74
DIE NACHKOMMEN KAISER FRIEDRICHS II.
2. KONRAD IV.
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* 25. (26.?) 4.1228 in Andria
+ 21.5.1254 bei Lavello
Grabstätte Herz und Eingeweide in Melfi beigesetzt, Körper vor endgültiger Beisetzung in Messina verbrannt (1259)
oo verlobt mit
N ((Irmgard?)
* um 1227,
nach Oktober 1235
Tochter des Herzogs Otto II. von Bayern (+ 1253) und der Agnes von Braunschweig (+ 1267), Tochter Heinrichs von Braunschweig (WELFE) und der STAUFERIN Agnes (siehe Seite 277)
oo 1.9.1246 Vohburg bei Ingolstadt
ELISABETH VON BAYERN
* wohl um 1230/31,
+ 9.10.1273
Grabstätte: Zisterzienserbatei Stams
Eltern: Herzog Otto II. von Bayern (+ 1253) und Agnes von Braunschweig (+ 1267) (siehe oben)
Februar 1237: in Wien zum römischen König gewählt
Kinder:
1. KONRADIN
* 25.3.1252 auf Burg Wolfstein bei Landshut
+ 29.10.1268 in Neapel (enthauptet)
Grabstätte: zuerst am Strand von Neapel verscharrt, später Beisetzung in S. Maria del Carmine in Neapel
oo Anfang Oktober 1266 in Bamberg oder Nürnberg
SOPHIA VON LANDSBERG
* um 1258/59, +
14.8.1318 im Kloster Weißenfels
Eltern: Markgraf Dietrich der Weise von Landsberg (+ 1285)
und Helene (+ 1304), Tochter des Markgrafen Johann I. von Brandenburg
Mühlbacher Josef: Seite 203-204
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"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"
In einer am 24. Oktober 1266 in Augsburg ausgestellten
Urkunde, durch die Konradin seinem
Oheim Herzog Ludwig II. von Bayern verschiedene Besitzungen verpfändete,
wird dieser für Ausgaben bei der Vermählung mit Sophie,
der Tochter Dietrichs von Landsberg (Meißen), entschädigt.
Die Ehe wurde im Herbst 1266 in Abwesenheit des 14-jährigen Konradin,
in Anwesenheit einiger Fürsten und Grafen durch Ludwig von Bayern
als Stellvertreter seines Mündels Konradin
geschlossen. Sie soll nicht vollzogen worden sein, da Konradin
die ihm angetraute Gemahlin nie gesehen hatte. Sophie
heiratet später den
Herzog Konrad
II. von Glogau und zog sich nach dessen Tod in das von ihrer
Mutter gestiftete Kloster Weißenfels zurück, wo sie starb.
Daß die Vermählung Konradins
in Coburg stattgefunden haben soll, berichtet erst ein Schriftsteller
aus dem 16. Jahrhundert (Wipacher). Für die vermutete Vermählung
gibt es anderswo keine Hinweise. Bei Bartolomäus de Neocastro findet
sich die Nachricht, Konradin habe Johannes
Frangipani, in dessen Gewahrsam er auf seiner Flucht nach der Schlacht
von Tagliacozzo im Hafen von Astura geraten war, versprochen, dessen Tochter
zu heiraten, um nicht an Karl I. von Anjou
ausgeliefert zu werden; diese Nachricht wurde und wird angezweifelt.
Weil Konradin vor
seiner Hinrichtung nur der Mutter gedachte - "O Mutter, welches Leid bereite
ich dir!" -, wurde die Eheschließung Konradins
angezweifelt.
Posse, Otto: Seite 55
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"Die Wettiner. Genealogie des Gesamthauses Wettin."
Tafel 4 28. SOPHIA.
Geboren: Da Sophiens Mutter Helene 1258
heiratete (Tafel 4, 16), so kann die Tochter frühestens in diesem
Jahre geboren sein. -
Vermählt: Nach der Chronica Polonorum 569 (Stenzel
SS. rer. Sil. 1, 30) und danach der Chron. principum Poloniae 109 nahm
Herzog Konrad von Glogau zur zweiten
Gemahlin eine Tochter des Markgrafen Dietrich von Landsberg, die
Witwe Konradins, des letzten STAUFERS
(+ 1268 Oktober 29). Dlugosz nennt sie Brigitte, und ihm folgten
alle Neueren, auch Cohn, Tafel 61, nennt sie noch so, indes die Genealo.
Hedwigis (Stenzel, SS. Sol. 2,108) sie ganz bestimmt Sophie nennt
und von ihr behauptet, sie sei nach Conrads
Tode in das St. Clarenkloster zu Weißenfels getreten und dort
Äbtissin geworden. Für beides lassen sich auch anderweitige
Beweise beibringen. Der Name Sophie und ihre Herkunft werden belegt
durch die bei Wegele a. O. 390 gedruckte Urkunde vom 9. Oktober 1274, wo
Sophia dei gracia marchionissa de Landesberg relicta felicis
recordacionis Conradi quondam ducis Polonie mit Zustimmung ihrer
Eltern, des Markgrafen Dietrich von Landsberg und der Markgräfin
Helene, Crossen (nach der Chron. Pol. ihr Leribgedinge) an den Erzbischof
von Magdeburg verkauft, was ja auch schon das Chron. Pol. angibt. Ihr Aufenthalt
im St. Clarenkloster zu Weißenfels aber ist belegt durch die Chronik
dieses Klosters (N. Mittheil. a.d. Geb. hist.-antiq. Forsch. 11,410). Nach
Opel (N. Mithheil. des Thür.-Sächs. Ver. 11,380) war sie von
1304 bis zu ihrem Tode Äbtissin. Die Vermählung fand statt im
Jahre 1271. Dlugosz, der sie Brigitte nennt, Chr. Pol. Sol. 569
und danch Chron. pr. Pol. 109. Geneal. s. Hedwigis (Beilage II, 4). Näheres:
Abhandl. der Schles. Ges. Phil.-hist. Anth. 1871 Seite 80f. -
Für die Heirat Konradins
aber mit Sophie lassen sich außer den genannten schlesischen
Quellen (Chron. Polon. und Chron. princ. Pol.) noch die sog. oberdeutsche
Fortsetzung der Repgauischen Chronik (Schöne 1859 Seite 94: - Der
(Konradin) was bi vierzehn jaren,
do im gap marcgrave Dieterich von Mihsen sine dochter; do
hilt er einen hof zu Koburc, do kom hin sin oheim, herzog
Luodewic von Beiern -, sowie Fritsche-Closener (Straßburger Chronik,
Stuttgarter Ausgabe von Strobel Seite 126: - dem Kunrat
- Kuniges Cunrates
sun - gab marggrafe Dietrich von Miszen sine dochter)
anführen, bei denen beiden übereinstimmend des Markgrafen
Dietrich von Meißen Tochter als Gemahlin Konradins
angegeben wird. Auch die Chronik von Weißenfels, aus der Mitte des
14. Jahrhunderts, enthält eine auf die Heirat Konradins
bezügliche Stelle. N. Mittheil. 11, 384 heißt es da von Sophie,
sie sei erst einem edlen Herzoge vertraut gewesen, der nicht lange gelebt
habe, nach seinem Tode aber einem edlen Könige, der erschlagen ward,
ehe sie 12 Jahre alt war. Kehren wir die Reihenfolge der ihr zugeschriebenen
Gemahle um, so paßt alles aufs Vollkommenste. Die Heirat Konradins
kann also nicht zweifelhaft sein. Eine weitere Bekräftigung bietet
die Urkunde Konradins vom 24. Oktober
1266 (Quellen und Erörterungen zur bairischen und deutschen Geschichte
5, 221), in welcher er seinem Oheim Herzog Ludwig von Baiern zur Erstattung
gemachter Auslagen eine Anzahl von Besitzungen verpfändet; diese seien
unter anderem auch gemacht worden: pro consummatione matrimoniii nostri.
Auch die Repgauische Chronik meldet in der oben angeführten Stelle
die Anwesenheit des Herzogs Ludwig von Baiern bei der Hochzeit Konradins.
Ich habe, an der Hand der Quellen, von der "Verheiratung" Sophiens
gesprochen.
Darunter ist jedoch nur eine feierliche Eheberedung zu
verstehen. Dies kann aber erst in der Zeit vom 16. April 1263 bis 24. Oktober
1266 stattgefunden ahben, da in einer Urkunde von 1263 April 16 (Monum.
Wittelsbac. in Quellen und Erörterungen 5, 193) Konradin
seinem Oheim, dem Herzog Ludwig von Baiern, für den Fall seines unbeerbten
Todes alle seine Besitzungen vermacht und ausdrücklich ausspricht,
daß er noch nicht verlobt oder vermählt sei, und diese Eventualität
nur ganz im Allgemeinen als eine der Zukunft angehörige Möglichkeit
in Rechnung zieht - hoc incluso, quod de eisdem proprietatibus
tam consorti nostre, si qua nobis processu temporis ex dei arbitrio
fuerit sociata, quam etiam in remissionem nostrorum peccaminum nobis
dare liceat celitus inspirati, quod nobis videbitur expedire.
Sophia war aber 1266 noch nicht 8, bei des 16-jährigen Konradins
Tode 10 Jahre alt. Von einer Vermählung mit Konradin
kann daher keine Rede sein. -
Herzog Konrad + zwischen
April 1273 und Oktober 1274.
Vgl. Abhandl. der Schlesischen Gesellschaft für
vaterlänische Cultur, Philo.-hist. Abth. 1872/83 Seite 79. Sein Todestag
ist vielleicht der 1. September (Böhmisch-Schles. Necrolgium in Zeitschrift
des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesien 5, 113), wo unter
1. September aufgeführt ist: Conradus
dux. -
Sophia gestorben: Chronik des Clarenklosters zu
Weißenfels (N. Mittheil. des Thür.-Sächs. Ver. 11, 410):
Sie verschied an sente Bartholomaeus tage unter der messe noch Christi
geburt tusint iar, dri hundirt iar, in dem achtzenden iare.
-
Beigesetzt: Weißenfels. Erbauung der neuen Klosterkirchen
zu Weißenfels. H. St. A. Dresden Locat 8980.
Unter den Beigesetzten: Fraw Sophia, Marckgrafen
Diedrichen und frawen Helenen tochter gestorben anno 1318.
1266
1. oo Konradin Herzog von Schwaben
x 25.3.1252-29.10.1268
2. oo Konrad II. Herzog von Glogau
x
-1.9.1273/74
Literatur:
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Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer.
Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band
III Seite 369 - Mühlbacher, Josef: Lebensweg und Schicksale
der staufischen Frauen, Bechtle Verlag Esslingen 1977 Seite 203-204 - Posse,
Otto: Die Wettiner. Genealogie des Gesamthauses Wettin. Zentralantiquariat
Leipzig GmbH 1994 Seite 55 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche
Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag
Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 351 - Schwennicke Detlev:
Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann
GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 152 -