Sophie von Landsberg                  Herzogin von Schwaben
---------------------------                  Herzogin von Schlesien-Glogau
1258/59-24.8.1318                       Äbtissin in St. Clara zu Weißenfels
             Weißenfels

Begraben: Weißenfels
 

Tochter des Grafen Dietrich von Landsberg aus dem Hause der WETTINER und der Helene von Brandenburg, Tochter von Markgraf Johann I.
 

Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 369
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"Die Zeit der Staufer"

XI. GENERATION

108 (89) KÖNIG KONRAD (KONRADIN)
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* 25.3.1252, + 29.10.1268 enthauptet
Burg Wolfstein Neapel

zunächst ohne kirchliche Bestattung am Strand von Neapel verscharrt, später in Santa Maria del Carmine beigesetzt

Herzog von Schwaben 1254-1268
führte den Titel eines Königs von Jerusalem

  oo (desponsatio per procuratinem) vielleicht Bamberg oder Nürnberg Anfang Oktober 1266
      SOPHIA VON LANDSBERG aus dem Hause WETTIN
      * um 1258/59, + 14.8.1318
                             Kloster Weißenfels

(?seit 1275) Nonne, später Äbtissin in Weißenfels
Tochter des Markgrafen Dietrich des Weisen von Landsberg und der Helene von Brandenburg, Tochter des Markgrafen Johann I. von Brandenburg

Sophia von Landsberg

  II oo 1271
         KONRAD II.
         * um 1224/25, + 1273/74

Herzog von Schlesien-Glogau, Propst von Glogau 1247, Bischof von Regensburg 1249, wird wieder Laie Herbst 1249, Herzog 1249-1273/74

Sohn des Herzogs Heinrich II. von Schlesien-Glogau (1191-1241) und der Anna von Böhmen (1204-1265), Tochter des Königs Przemysl I. Ottokar von Böhmen (vgl. Nr. 65).



Schwennicke Detlev: Tafel 152
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

SOPHIA
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* 1258/61, + als Äbtissin von St. Clara zu Weißenfels 24. VIII 1318

  oo 1271-1274
       KONRAD I. Herzog von Breslau (PIASTEN)
                 + 6. VIII 12273/74



Schnith Karl Rudolf: Seite 350
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"Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern."

DIE NACHKOMMEN KAISER FRIEDRICHS II.

2. KONRAD IV.
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* 25. (26.?) 4.1228 in Andria
+ 21.5.1254 bei Lavello

Grabstätte Herz und Eingeweide in Melfi beigesetzt, Körper vor endgültiger Beisetzung in Messina verbrannt (1259)

  oo verlobt mit
       N ((Irmgard?)
       * um 1227,  nach Oktober 1235

Tochter des Herzogs Otto II. von Bayern (+ 1253) und der Agnes von Braunschweig (+ 1267), Tochter Heinrichs von Braunschweig (WELFE) und der STAUFERIN Agnes (siehe Seite 277)

  oo 1.9.1246 Vohburg bei Ingolstadt
       ELISABETH VON BAYERN
       * wohl um 1230/31, + 9.10.1273

Grabstätte: Zisterzienserbatei Stams

Eltern: Herzog Otto II. von Bayern (+ 1253) und Agnes von Braunschweig (+ 1267) (siehe oben)

Februar 1237: in Wien zum römischen König gewählt

Kinder:

1. KONRADIN
* 25.3.1252 auf Burg Wolfstein bei Landshut
+ 29.10.1268 in Neapel (enthauptet)

Grabstätte: zuerst am Strand von Neapel verscharrt, später Beisetzung in S. Maria del Carmine in Neapel

  oo Anfang Oktober 1266 in Bamberg oder Nürnberg
       SOPHIA VON LANDSBERG
       * um 1258/59, + 14.8.1318 im Kloster Weißenfels

Eltern: Markgraf Dietrich der Weise von Landsberg (+ 1285) und Helene (+ 1304), Tochter des Markgrafen Johann I. von Brandenburg



Sophie wurde durch die Eheabsprache von Coburg im Sommer 1266 die Gemahlin des letzten STAUFERS. Die Ehe wurde nie vollzogen und Sophie zog sich nach dem Tode ihres zweiten Gatten in das von ihrer Mutter gestiftete Kloster nach Weißenfels zurück, wo sie als dessen Äbtissin starb.

Mühlbacher Josef: Seite 203-204
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"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"

In einer am 24. Oktober 1266 in Augsburg ausgestellten Urkunde, durch die Konradin seinem Oheim Herzog Ludwig II. von Bayern verschiedene Besitzungen verpfändete, wird dieser für Ausgaben bei der Vermählung mit Sophie, der Tochter Dietrichs von Landsberg (Meißen), entschädigt. Die Ehe wurde im Herbst 1266 in Abwesenheit des 14-jährigen Konradin, in Anwesenheit einiger Fürsten und Grafen durch Ludwig von Bayern als Stellvertreter seines Mündels Konradin geschlossen. Sie soll nicht vollzogen worden sein, da Konradin die ihm angetraute Gemahlin nie gesehen hatte. Sophie heiratet später den Herzog Konrad II. von Glogau und zog sich nach dessen Tod in das von ihrer Mutter gestiftete Kloster Weißenfels zurück, wo sie starb.
Daß die Vermählung Konradins in Coburg stattgefunden haben soll, berichtet erst ein Schriftsteller aus dem 16. Jahrhundert (Wipacher). Für die vermutete Vermählung gibt es anderswo keine Hinweise. Bei Bartolomäus de Neocastro findet sich die Nachricht, Konradin habe Johannes Frangipani, in dessen Gewahrsam er auf seiner Flucht nach der Schlacht von Tagliacozzo im Hafen von Astura geraten war, versprochen, dessen Tochter zu heiraten, um nicht an Karl I. von Anjou ausgeliefert zu werden; diese Nachricht wurde und wird angezweifelt.
Weil Konradin vor seiner Hinrichtung nur der Mutter gedachte - "O Mutter, welches Leid bereite ich dir!" -, wurde die Eheschließung Konradins angezweifelt.

Posse, Otto: Seite 55
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"Die Wettiner. Genealogie des Gesamthauses Wettin."

Tafel 4 28. SOPHIA.

Geboren: Da Sophiens Mutter Helene 1258 heiratete (Tafel 4, 16), so kann die Tochter frühestens in diesem Jahre geboren sein. -
Vermählt: Nach der Chronica Polonorum 569 (Stenzel SS. rer. Sil. 1, 30) und danach der Chron. principum Poloniae 109 nahm Herzog Konrad von Glogau zur zweiten Gemahlin eine Tochter des Markgrafen Dietrich von Landsberg, die Witwe Konradins, des letzten STAUFERS (+ 1268 Oktober 29). Dlugosz nennt sie Brigitte, und ihm folgten  alle Neueren, auch Cohn, Tafel 61, nennt sie noch so, indes die Genealo. Hedwigis (Stenzel, SS. Sol. 2,108) sie ganz bestimmt Sophie nennt und von ihr behauptet, sie sei nach Conrads Tode in das St. Clarenkloster zu Weißenfels getreten und dort Äbtissin geworden. Für beides lassen sich auch anderweitige Beweise beibringen. Der Name Sophie und ihre Herkunft werden belegt durch die bei Wegele a. O. 390 gedruckte Urkunde vom 9. Oktober 1274, wo Sophia dei gracia marchionissa de Landesberg relicta felicis recordacionis Conradi quondam ducis Polonie mit Zustimmung ihrer Eltern, des Markgrafen Dietrich von Landsberg und der Markgräfin Helene, Crossen (nach der Chron. Pol. ihr Leribgedinge) an den Erzbischof von Magdeburg verkauft, was ja auch schon das Chron. Pol. angibt. Ihr Aufenthalt im St. Clarenkloster zu Weißenfels aber ist belegt durch die Chronik dieses Klosters (N. Mittheil. a.d. Geb. hist.-antiq. Forsch. 11,410). Nach Opel (N. Mithheil. des Thür.-Sächs. Ver. 11,380) war sie von 1304 bis zu ihrem Tode Äbtissin. Die Vermählung fand statt im Jahre 1271. Dlugosz, der sie Brigitte nennt, Chr. Pol. Sol. 569 und danch Chron. pr. Pol. 109. Geneal. s. Hedwigis (Beilage II, 4). Näheres: Abhandl. der Schles. Ges. Phil.-hist. Anth. 1871 Seite 80f. -
Für die Heirat Konradins aber mit Sophie lassen sich außer den genannten schlesischen Quellen (Chron. Polon. und Chron. princ. Pol.) noch die sog. oberdeutsche Fortsetzung der Repgauischen Chronik (Schöne 1859 Seite 94: - Der (Konradin) was bi vierzehn jaren, do im gap marcgrave Dieterich von Mihsen sine dochter; do hilt er einen hof zu Koburc, do kom hin sin oheim, herzog Luodewic von Beiern -, sowie Fritsche-Closener (Straßburger Chronik, Stuttgarter Ausgabe von Strobel Seite 126: - dem Kunrat - Kuniges Cunrates sun - gab marggrafe Dietrich von Miszen sine dochter) anführen, bei denen beiden übereinstimmend des Markgrafen Dietrich von Meißen Tochter als Gemahlin Konradins angegeben wird. Auch die Chronik von Weißenfels, aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, enthält eine auf die Heirat Konradins bezügliche Stelle. N. Mittheil. 11, 384 heißt es da von Sophie, sie sei erst einem edlen Herzoge vertraut gewesen, der nicht lange gelebt habe, nach seinem Tode aber einem edlen Könige, der erschlagen ward, ehe sie 12 Jahre alt war. Kehren wir die Reihenfolge der  ihr zugeschriebenen Gemahle um, so paßt alles aufs Vollkommenste. Die Heirat Konradins kann also nicht zweifelhaft sein. Eine weitere Bekräftigung bietet die Urkunde Konradins vom 24. Oktober 1266 (Quellen und Erörterungen zur bairischen und deutschen Geschichte 5, 221), in welcher er seinem Oheim Herzog Ludwig von Baiern zur Erstattung gemachter Auslagen eine Anzahl von Besitzungen verpfändet; diese seien unter anderem auch gemacht worden: pro consummatione matrimoniii nostri. Auch die Repgauische Chronik meldet in der oben angeführten Stelle die Anwesenheit des Herzogs Ludwig von Baiern bei der Hochzeit Konradins. Ich habe, an der Hand der Quellen, von der "Verheiratung" Sophiens gesprochen.
Darunter ist jedoch nur eine feierliche Eheberedung zu verstehen. Dies kann aber erst in der Zeit vom 16. April 1263 bis 24. Oktober 1266 stattgefunden ahben, da in einer Urkunde von 1263 April 16 (Monum. Wittelsbac. in Quellen und Erörterungen 5, 193) Konradin seinem Oheim, dem Herzog Ludwig von Baiern, für den Fall seines unbeerbten Todes alle seine Besitzungen vermacht und ausdrücklich ausspricht, daß er noch nicht verlobt oder vermählt sei, und diese Eventualität nur ganz im Allgemeinen als eine der Zukunft angehörige Möglichkeit in Rechnung zieht - hoc incluso, quod de eisdem proprietatibus tam consorti nostre, si qua nobis processu temporis ex dei arbitrio fuerit sociata, quam etiam in remissionem nostrorum peccaminum nobis dare liceat celitus inspirati, quod nobis videbitur expedire. Sophia war aber 1266 noch nicht 8, bei des 16-jährigen Konradins Tode 10 Jahre alt. Von einer Vermählung mit Konradin kann daher keine Rede sein. -
Herzog Konrad + zwischen April 1273 und Oktober 1274.
Vgl. Abhandl. der Schlesischen Gesellschaft für vaterlänische Cultur, Philo.-hist. Abth. 1872/83 Seite 79. Sein Todestag ist vielleicht der 1. September (Böhmisch-Schles. Necrolgium in Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesien 5, 113), wo unter 1. September aufgeführt ist: Conradus dux. -
Sophia gestorben: Chronik des Clarenklosters zu Weißenfels (N. Mittheil. des Thür.-Sächs. Ver. 11, 410): Sie verschied an sente Bartholomaeus tage unter der messe noch Christi geburt tusint iar, dri hundirt iar, in dem achtzenden iare. -
Beigesetzt: Weißenfels. Erbauung der neuen Klosterkirchen zu Weißenfels. H. St. A. Dresden Locat 8980.
Unter den Beigesetzten: Fraw Sophia, Marckgrafen Diedrichen und frawen Helenen tochter gestorben anno 1318.
 
 
 

    1266
  1. oo Konradin Herzog von Schwaben
     x    25.3.1252-29.10.1268

  2. oo Konrad II. Herzog von Glogau
     x           -1.9.1273/74
 
 

Literatur:
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Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 369 - Mühlbacher, Josef: Lebensweg und Schicksale der staufischen Frauen, Bechtle Verlag Esslingen 1977 Seite 203-204 - Posse, Otto: Die Wettiner. Genealogie des Gesamthauses Wettin. Zentralantiquariat Leipzig GmbH 1994 Seite 55 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 351 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 152 -