Günzel III.                                                 Graf von Schwerin-Boizenburg (1228-1274)
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    -   1274
 

Sohn des Grafen Heinrich I. der Schwarze von Schwerin-Boizenburg und der Margarete von Polen-Pomern-Schlawe, Erbtochter von Herzog Boleslaw
 

Günzel III. machte 1225 die Schlacht bei Mölln und 1227 die bei Bornhöved mit und folgte 1228 dem Vater als Graf von Schwerin-Boizenburg. Er ließ 1229 Herzog Otto I. von Braunschweig-Lüneburg frei, sicherte sich alle welfisch-sächsischen Lehen, ließ 1230 die dänischen Prinzen frei und wurde dafür von Dänemark voll anerkannt. Er gab 1231 auch Graf Albrecht von Orlamünde frei, der in Holstein völlig verzichten mußte. Er stand besonders gegen Sachsen-Lauenburg und Wittenberg wegen deren Hoheitsansprüchen, befehdete auch Mecklenburg und gewann aus dem Zerfall der Teilherrschaft Parchim 1256 Parchim, Brenz und Neustadt/Glewe. Er behauptete letzteres als brandenburgisches Lehen, gab das andere später zurück und griff noch mehrmals in die verheerenden mecklenburgischen Bürgerkriege ein. Er geriet auch gegen die aufstrebenden Hansestädte, half den WELFEN später im Thüringenerbkrieg, machte 1263 die Schlacht bei Besenstedt gegen die WETTINER mit, drängte seinen Bruder Helmhold II. zurück und regierte ab 1267 allein. Er war ein typischer Fehdehahn seiner Zeit.
 
Eduard Winkelmann: Band II Seite 64,221
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"Kaiser Friedrich II."

Otto von Lüneburg, der sich als Erbe seines Oheims, des Pfalzgrafen Heinrich, Herzog von Braunschweig nannte, aber durch die Schlacht bei Bornhövde am 22. Juli 1227 Gefangener des Grafen Heinrich von Schwerin geworden war, wurde nach dem am 17. Februar 1228 erfolgtewn Tode desselben auf wiederholte nachdrückliche Fürsprache des Papstes von dessen Sohn Gunzelin um Neujahr 1229 endlich aus seiner Haft entlassen
Auf irgendwelche Hilfe von seiten seiner dänischen Verwandten würde der WELFE nicht haben zählen können, da König Waldemar II. nach den großen Opfern, die er schon für seine und seines ältesten Sohnes Freilassung hatte bringen müssen, sich am Anfang des Jahres 1230 zu neuen Zahlungen an den Grafen Gunzelin von Schwerin verstand, um nun auch seine Söhne Erich, Abel und Christoph und die übrigen Geiseln auszulösen, während sein Land schon durch die früheren Kriege und solche Zahlungen aufs äußerste erschöpft war.
 
 
 
 

  oo Margarete von Mecklenburg, Tochter des Fürsten Heinrich Burwin II.
               - vor 1284
 
 
 
 
 
Kinder:

  Mechthild
          -
 
  1. oo Abel II. Herzog von Schleswig
                  -   1279
 
  2. oo Johann Gans von Putlitz-Wittenberge
                 -

  Tochter
         -
 
  oo Bernhard II. Graf von Dannenberg und Dömitz
              - um 1265
 
  Heinrich II.
         - vor 1267
 
  Günzel IV.
      - wohl 1284

  Helmhold III. Graf zu Boizenburg-Neustadt
          - um 1299
 
  Nikolaus I. Graf zu Wittenburg und Schwerin
          -   1323
 
  Johann III. Erzbischof von Riga (1295-1300)
        -   1300

Johann III. wurde Domherr zu Schwerin und Kammin, Thesaurarius von Schwerin und ab 1295 Erzbischof von Riga. Er stand gegen die Nachbarn.
 
 
 
 
 
Literatur:
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Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 64,221 -