Tochter des Grafen Adolf III. von Berg und der
Adelheid
von Kleve, Tochter von Graf Rütger II.
Brandenburg Erich: Tafel 26 Seite 53
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"Die Nachkommen Karls des Großen."
XIII. 413. SIZZO, Graf von Schwarzburg
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* ca. 1093, + 1160
Gemahlin:
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1116/20
GISELA (angeblich Tochter Graf Adolfs II. von Berg)
+ nach 1142
20.III.
SIZZO III.
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+ 1160
oo um 1120
GISELA VON BERG
+ 1153
Tochter des Grafen Adolf III. von Berg
Die Altenberger Gründungssage wirft die Frage auf, ob Adelheid von Lauffen Adolfs zweite Ehefrau war: Ihr zufolge hatte Everhard, der Bruder des Klostergründers, den Grafen Sizzo von Käfernburg zur Stiftung des Klosters St. Georgenberg bewogen. Graf Sizzo und seine Gemahlin galten dieser Quelle als "consangunei" Everhards [198 Altenberger Gründungssage, Seite 114, Zeile 1.]. Dieselbe Verwandtschaftsbezeichnung gibt Angelus Manrique; doch wie der Wortlaut zeigt, bezieht er sein Wissen aus der Altenberger Gründungssage in der Überlieferung von Henriquez. Unabhängig von der Gründungssage bezeugt die Cronica comitum Verwandtschaft; denn sie nennt Sizzo einen "nepos" Everhards [200 Cronica comitum, Seite 172.]. Als einzige zeitgenössische Quelle ist die Urkunde Erzbischof Heinrichs I. von Mainz aus dem Jahre 1143 erhalten, in der die Stiftung des Klosters St. Georgenberg bestätigt wird [201 UB Mainz II 1, Nr. 37 (1143 Mz. 20). Die Urkunde darf mit Hennig bei Hennig/Scharff, Bergkloster St. Georgen, Seite 307f. als echt betrachtet werden. Der Teil der Urkunde, in dem Everhard "cognatus" Sizzos genannt wird, ist fast wörtlich in die Altenberger Gründungssage (Seite 114, Zeile 13ff.) eingearbeitet worden.]. In ihr heißt Everhard "cognatus" des Grafen Sizzo. Letzterer ist nach Ausweis der Lausnitzer Klosterchronik ein naher Verwandter seiner Gattin Gisela [202 Chronik des Klosters Lausnitz, Seite 69,71,78. Gisela ist in der Chronik zu "Bissla" bzw. "Bysia" verschrieben (Seite 71).]:
WIPRECHT
Stifter des Münsters
zu Pegau
-
HEINRICH
oo BERTA -----
Schwester oo N.N.
Mg. v. d. Lausitz
v. Schwarzburg
---
GISELA 1 SIZZO
oo v. Schwarzburg
Der Vater der Gisela ist unbekannt, und es ist
zu überlegen, ob er ein BERGER gewesen sein kann, ob also das
"cognatus" der Urkunde mit Dobenecker als "Schwager" zu deuten ist
[203 Anmerkung 3 zu Dobenecker, Reg. Thur. I 1525. Daß "cognatus"
auch "Schwager" heißen kann, bestätigt Brandenburg, Die Nachkommen
Karls des Großen, Seite 86.]. Die Stelle der Altenberger Gründungssage,
wo es heißt: "Comes vero, divina gracia sic volente, de peticione
uxoris sue Giselle per omnia acquiescens, tradidit montem sancti
Georgii cum omnibus pertinenciis suis. Frater Everhardus hec audiens,
Deum in omnibus benedixit" [204], kann nicht als Stütze
dieser Vermutung betrachtet werden; denn das "frater" bezeichnet
hier, wie die Wortstellung zeigt, keinen verwandtschaftlichen Grad, sondern
den Bruder Mönch. In dieser Erkenntnis bietet Levold von Northof zu
"frater Everhardus" den Zusatz "olim comes", der als
Gegensatz zu frater = Bruder Mönch zu verstehen ist [205
Levold, Chronik, Seite 21 Zeile 8.]. Hans Müller betonte jüngst,
daß ein Graf von Berg als Vater der Gisela bergische Blutsverwandtschaft
nur für Gisela, nicht aber für Sizzo bedeutete,
was aber den Quellen widerspräche, die überwiegend Sizzo,
nicht Gisela, als blutsverwandt mit Everhard bezeichneten.
Gisela könne demnach nicht die Schwester Everhards gewesen
sein [206 Müller, Blutsverwandtschaft, Seite 529-535.]. Müllers
Argumentation ist nicht durchschlagend. Von überwiegenden Zeugnissen
der Blutsverwandtschaft zwischen Sizzo und Everhard kann
nach den obigen Aufzählungen der Verwandtschaftsbezeichnungen nicht
die Rede sein. Zudem ist die Übersetzung der Worte "cognatus"
und "consanguineus" mit "blutsverwandt" zu eng; beide Begriffe können,
wie sich weiter unten zeigen wird [207 Vgl. Seite 44.], sehr wohl
einen recht entfernten Verwandten bezeichnen. Der Vermutung, daß
ein Graf von Berg der Vater der Gisela war, ist daher erneut nachzugehen.
Gisela wird erstmals anläßlich der
Gründung des Klosters Lausnitz (ca. 1132) als Gemahlin Sizzos von
Schwarzburg-Käfernburg genannt [208 Chronik des Klostrers
Lausnitz, Seite 70 und Dobenecker, Reg. Thur. I 1269.]. Ihre Geburt ist
demnach spätestens um 1120 anzusetzen. Wahrscheinlich ist sie
die Mutter der Tochter
Sizzos, die unmittelbar nach dem frühen Tode Heinrichs von
Putelendorf (+ zwischen 1125 und 1129) mit dessen Bruder Friedrich
verlobt wurde [209 Ahlfeld, Goseck, Seite 21, 29 Anm. 136ff.]. Wenn
das stimmt, ergäbe sich, da man ja schon im Kleinkindalter verlobt
werden konnnte, das Jahr 1115 als Spättermin für Giselas
Geburt. Von daher könnte Gisela durchaus eine Schwester
Everhards und seines Bruders Adolf gewesen sein [210 Vgl.
Seite 35.]. Wenn Sizzo der Schwager (cognatus) Everhards
war, dann müßte - unter Berücksichtigung des für das
bergische Haus erarbeiteten genealogischen Gerüsts - der Vater
des Klostergründers vor seiner Vermählung mit Adelheid von Lauffen
mit einer SCHWARZBURGERIN
verheiratet gewesen sein. Dies wäre
wegen des Geburtstermins (etwa um 1045) und des Zeitpunktes seiner Ehe
mit Adelheid von Lauffen (frühestens um 1090) möglich [211
Vgl. Seite 27.]. Es ist aber auch damit zu rechnen, daß das "cognatus"
der Urkunde von 1143 nicht den Schwager, sondern wie "consanguineus"
den Blutsverwandten oder Verwandten schlechthin meint. Die Nachricht, Erzbischof
Engelberts Schwester habe Gisela geheißen [212 Vgl. Seite
48.], hilft nicht weiter. Sie zeigt nur, daß der Name der Gisela
von Schwarzburg-Käfernburg im bergischen Haus nicht
in Vergessenheit geraten war. Das Problem, ob Gisela dem bergischen
Haus entstammte, und wann und wie die Verwandtschaft zwischen BERGERN
und SCHWARZBURGERN zustande gekommen ist, kann ohne neue Quellen
letztlich nicht gelöst werden.
Der für beide Seiten ungewöhnlich verlustreiche
Kampf belastete Everhards Gewissen derart, daß er zur Buße
wallfahrtete, als Schweinehirt auf einem Hof der Abtei Morimund arbeitete
und schließlich als Mönch in das dortige Kloster eintrat. Eines
Tages überredete er seinen Bruder Adolf, in der alten Burg
an der Dhünn ein Zisterzienserkloster einzurichten. Geraume Zeit später
gewann er seine Verwandten, den Grafen Sizzo und die Gräfin
Gisela von Käfernburg für die Einrichtung der Zisterze St.
Georgenberg [256 In urkundlichen Quellen heißt das Kloster
bis 1163 "monasterium montis S. Georgii". Die Urkunde von 1163 findet
sich bei Brückner, Sammlung II, Seite 5. 1189 taucht erstmals
die Bezeichnung "monasterium vallis S. Georgii" auf (Dobenecker, Reg. Thur.
II 835 Anm. 2). Die Verlegung des Klosters vom Berg ins Tal muß also
zwischen 1163 und 1189 erfolgt sein. Vor diesem Zeitpunkt sollte daher
- entgegen aller bisherigen Gewohnheit - vom Kloster St. Georgenberg
die Rede sein. Zu diesem Problemkreis siehe Hennig/Scharff, Bergkloster
St. Georgen, Seite 307-314.], deren erster Abt Everhard wurde. Ohne
Zweifel hat die Fundatio einen historischen Kern. Die Beteiligung eines
Grafen Adolf von Berg an der im Jahre 1133 erfolgten Gründung
des Klosters Altenberg steht urkundlich fest [257 AUB I 2,4,6,8,.
Das Altena der Gründungssage ist eine Burg der Grafen von Berg (vgl.
Seite 63ff.).]. Graf Sizzo von Käfernburg und seine Gemahlin
Gisela haben ein Kloster St. Georgenberg gestiftet, dessen erster Abt
tatsächlich Everhard hieß [258 UB Mainz II 1,
Nr. 37.].
1120
oo Sizzo III. Graf von Schwarzburg
um 1080-19.6.1160
Kinder:
Heinrich I.
um 1130-26.7.1184
Mechthild
- 1193
oo Adolf II. Graf von Schauenburg-Holstein
- 1164
Gisela
-
oo Friedrich V. von Putelendorf, Pfalzgraf von
Sachsen
-31.1.1179
Günther II.
um 1135- nach 1.1.1197
Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen.
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 26 Seite 53 -
Kraus,
Thomas R.: Die Entstehung der Landesherrschaft der Grafen von Berg bis
zum Jahre 1225, Bergische Forschungen Band XVI, Neustadt an der Aisch 1981
Seite 28,29,33,202 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche
Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer
Verlag 1994 Tafel 432 -